Publikationen

Über eine Schifffahrt rings um das Schwarze Meer

Brodersen_Arrianos

Kai Brodersen hat eine zweisprachige Ausgabe eines antiken Reiseberichts um das Schwarze Meer herausgegeben.

Die „Schlangeninsel“ im Schwarzen Meer ist heute in den Nachrichten präsent, war aber schon in der Antike berühmt: Hier wurden der homerische Held Achilleus und sein Geliebter Patroklos verehrt. Diese und viele weitere Informationen aus der Mythologie und Geschichte des Schwarzmeergebiets schrieb bald nach 130 n. Chr. Lucius Flavius Arrianos für den römischen Kaiser Hadrian auf. In einer Verbindung von freundschaftlichem Privatbrief, militärischem und diplomatischem Report und gelehrtem Diskurs beschreibt Autor eine Schifffahrt rings um das Schwarze Meer, also einen Periplus des Pontos Euxeinos.

Einige Jahrhunderte später wurde diese Schrift – noch immer unter dem Namen des Arrianos – aktualisiert und erweitert. Die neue Ausgabe von Kai Brodersen bietet beide Werke erstmals in deutscher Übersetzung und präsentiert sie in einer zweisprachigen Ausgabe allen, die sich für das antike Schwarzmeergebiet interessieren.

Kai Brodersen
Periplus Ponti Euxini
Arrianos / Anonymus
Zweisprachige Ausgabe: Deutsch, Altgriechisch
Speyer: KDV, 2022
ISBN: 3939526517
EAN: 9783939526513
136 Seiten
6,- EUR

Brodersen_De_fluviis

Eine antike Parodie auf Wissensliteratur

Woher hat der Fluss Ganges seinen Namen? Der Sohn des Indos, Ganges, hatte unwissentlich mit seiner Mutter geschlafen; nach der Entdeckung stürzte er sich in den Fluss, der dann nach ihm benannt wurde. Und der Euphrat? Euphrates hatte jemanden im Bett seiner Frau ertappt und umgebracht; als er entdeckte, dass er so sein eigenes Kind getötet hatte, stürzte er sich in den Fluss, der dann … richtig! Aber auch: Am Nil findet man einen Stein, der verhindert, dass Hunde bellen, und in Skythien gibt es eine Pflanze, die Kinder vor einer bösen Stiefmutter beschützt.

Diese und viele weitere, oft sonst nicht belegte märchenhafte Mythen und merkwürdige Naturwunder versammelt das antike griechische Werk, das unter dem Namen des gelehrten Plutarchos von Chaironeia überliefert ist und nun erstmals in deutscher Übersetzung zugänglich gemacht wird. Aber sind seine Angaben historisch glaubwürdig? Nein, das Werk erweist sich vielmehr in Inhalt und Stil als Parodie auf die antike Wissensliteratur zur Geografie, zur Naturkunde und nicht zuletzt zur Mythologie. Kai Brodersen hat das Werk nun erstmals ins Deutsche übersetzt und präsentiert es in einer zweisprachigen Ausgabe.

Kai Brodersen
Plutarch, De fluviis / Über die Benennung von Flüssen und Bergen.
(zweisprachige Ausgabe)
Speyer: KDV 2022
ISBN: 978-3-939526-50-6
96 Seiten
5,- EUR

Neue Publikation: Symeon Seth. Das A und O vom Essen und Trinken

A+O-Essen

Bei Marix hat Kai Brodersen eine zweisprachige Ausgabe von "Symeon Seth. Das A und O vom Essen und Trinken" vorgelegt.

Welche Lebens- und Genussmittel kannte man vor einem Jahrtausend in Byzanz, welche neuen waren aus Arabien und Indien dazugekommen? Und was hat man überhaupt gegessen, was getrunken? Welche Wirkung schrieb man Erbsen, Krabben, Möhren, Rettich und Safran zu (richtig – sie galten alle als aphrodisierend), welche hingegen Kohl, Petersilie und Ziegenfleisch (wieder richtig – sie wirkten angeblich alle gegen Trunkenheit)? Für einen byzantinischen Kaiser schrieb Symeon Seth eine Zusammenstellung von Nahrungs- und Genussmitteln, die alphabetisch sortiert ist, also von Alpha bis Omega.

Das Werk bietet einen faszinierenden Einblick in die Alltagswelt in Byzanz: Es geht um Brot und Butter, Wasser und Wein, Essig und Öl, Milch und Honig, Salz und Pfeffer, Äpfel und Birnen, Fisch und Fleisch, aber auch um Hummer und Kaviar und um Moschus und Haschisch. Der Autor stellt jedes Lebensmittel vor und erklärt, welche Wirkungen es auf den Körper hat. Ziel des Werks ist es, dass seine Leserschaft durch richtige Ernährung bei guter Gesundheit bleibt. In einer zweisprachigen Ausgabe erschließt nun Kai Brodersen den Text erstmals für eine heutige Leserschaft.

Kai Brodersen
Symeon Seth. Das A und O vom Essen und Trinken
(zweisprachige Ausgabe)
Marix Verlag GmbH, 2022
ISBN: 978-3-7374-1194-3
208 Seiten
15,- EUR

Terrazentrismus

"Jenseits des Terrazentrismus"

Unter dem Titel "Jenseits des Terrazentrismus" erschien im Juni 2022 bei Wallstein ein neues Buch von Iris Schröder, Felix Schürmann und Wolfgang Struck über Kartografien der Meere und die Herausbildung der globalen Welt.

Auf den Meeren formte sich die Welt zur Einheit. Unter den Instrumenten und Medien, die seit dem beginnenden 19. Jahrhundert die Verdichtung transozeanischer Bewegungen möglich und wahrnehmbar machten, trugen Karten entscheidende Bedeutung. Seekarten, die sich den Präzisionsmaßgaben einer messenden und standardisierenden Geografie verschrieben, erlaubten es europäischen Seefahrern, Küsten zu erreichen, die sich vormals nur unter kaum vertretbarem Risiko ansteuern ließen. Zugleich ermöglichten Karten, die die Meere zur Herstellung von Übersicht in Atlanten, in Zeitschriften oder etwa an den Wänden von Kontoren zeigten und in immer neue Relationen zum kontinentalen Festland setzten, die Ausbildung einer Vorstellung von der Welt als eines durch die Ozeane verbundenen Möglichkeitsraums.

"Jenseits des Terrazentrismus" lädt dazu ein, die Formierung der globalen Welt vom Wasser aus zu betrachten – und von dessen Medialisierung in Karten. In geschichts-, literatur- und medienwissenschaftlichen Beiträgen regt das Buch eine maritim reflektierte Globalisierungsforschung an, die das Geschehen auf und die Beschäftigung mit den Meeren als konstitutiv für die Herausbildung von Globalität begreift.

Iris Schröder, Felix Schürmann und Wolfgang Struck (Hrsg.)
Jenseits des Terrazentrismus
Kartographien der Meere und die Herausbildung der globalen Welt, 2022
Wallstein Verlag GmbH, 2022
WISBN: 3835351419
39,90 EUR

Neue Publikation: Hippokrates – Sämtliche Werke

Eine modernisierte Übersetzung sämtlicher Werke des altertümlichen Arztes Hippokrates ist soeben erschienen. Herausgegeben wurde das dreibändige Werk von Kai Brodersen.

Hippokrates ist sicher der berühmteste Arzt des Altertums, wenn nicht der berühmteste Arzt überhaupt. Statt auf magische Praktiken setzte der „Vater der Medizin“ auf vernunftbasierte Beobachtung und Erfahrung und begründete so die Medizin als Wissenschaft. Der Hippokratische Eid gilt noch heute als beispielgebend für die medizinische Ethik.
Unter Hippokrates‘ Namen ist ein umfangreiches Oeuvre überliefert, das sogenannte Corpus Hippocraticum. Die gut 70 Bücher richten sich an Ärzte wie auch an Laien, klären über die Gründe von Krankheiten auf, verstehen sich als Anleitung zur Diagnose wie Prognose und geben in knapper Form Therapieanweisungen und Behandlungsempfehlungen.

Sämtliche hippokratischen Schriften sind nun in der deutschen Übersetzung von Richard Kapferer und anderen wieder zugänglich. Eine Einführung hat der Medizinhistoriker Florian Steger, Professor an der Universität Ulm, beigesteuert. Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, hat die Übersetzung durchgesehen, behutsam modernisiert und bearbeitet.

Kai Brodersen (Hrsg.)
Hippokrates: Sämtliche Werke
Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2022
ISBN: 978-3-534-27394-2
1776 Seiten in 3 Bänden, Leinen mit Lesebändchen im Schuber
250 EUR

Brodersen_Hippokrates
Wagner_Colonial

Neue Publikation über Kolonialismus als transnationales Unterfangen

Wie agierten westliche Staaten als Kolonialmächte und welchen Einfluss hat das noch heute auf die kolonialen Strukturen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Dr. Florian Wagner in seinem neuen Buch "Colonial Internationalism and the Governmentality of Empire, 1893–1982", das nun bei Cambridge University Press erschienen ist.

Im Jahr 1893 ließen Kolonialbeamte aus 13 verschiedenen Ländern ihre imperiale Rivalität hinter sich. Sie gründeten das Internationale Kolonialinstitut (ICI), das zur weltweit wichtigsten kolonialen Denkfabrik des 20. Jahrhunderts wurde. Am Beispiel des ICI zeigt Florian Wagner in seinem neuen Buch, dass die internationale Zusammenarbeit im ICI den Kolonialismus von einem nationalistischen zu einem transnationalen Unterfangen machte. Weil westliche Nationen als Imperien agierten, entstand ein transimperiales und gouvernementales Projekt, das koloniale Strukturen bis heute kennzeichnet.

Das Buch zeigt zunächst, dass die Strategie des ICI, indigene Institutionen und Rechstraditionen zu nutzen, um die „Entwicklung“ der Kolonien zu fördern, lediglich dazu diente, die koloniale Herrschaft auch nach dem offiziellen Ende der Imperien in den 1960er-Jahren aufrechtzuerhalten. Angesichts der Dekolonisierungsbewegung wurde die selektive Mitgliedschaft von Loyalisten unter den Kolonisierten im ICI zugelassen, während gleichzeitig radikalere Forderungen nach Unabhängigkeit delegitimiert wurden. Die Publikation bietet zudem eine detaillierte Studie zur Entstehung des ICI, der transkolonialen Aktivitäten seiner prominenten Mitglieder, seine Zusammenarbeit mit dem Völkerbund und den faschistischen Regierungen sowie seine Rolle bei der Schaffung der Grundlagen für die strukturelle und diskursive Abhängigkeit des Globalen Südens nach 1945. Dabei kombiniert Florian Wagner transnationale und koloniale Geschichte, um erstmals die Geschichte des Internationalen Kolonialinstituts zu erforschen. Er zeigt die lange Kontinuität des Kolonialismus auf, indem er den Internationalismus der 1890er Jahre mit der internationalen Entwicklungspolitik der Zeit nach 1945 verbindet und ermöglicht einen Einblick in den strukturellen Rassismus und Kolonialismus, der die meisten westlichen Aktivitäten im globalen Süden prägte.

Florian Wagner
Colonial Internationalism and the Governmentality of Empire, 1893-1982
Cambridge University Press, Februar 2022
ISBN: 9781316512838
324 Seiten
90 £

"Gargilius. Gesundheit aus dem Garten"

Gargilius

In Reclams Universalbibliothek ist eine neue Publikation von Kai Brodersen erschienen: "Gargilius: Gesundheit aus dem Garten". Altbewährtes Wissen über Gesundheit aus dem Garten hat in der römischen Antike Gargilius gesammelt. Seine Werke führen uns in eine Welt, in der man manche Krankheiten von Kopf bis Fuß, genauer: von Haarausfall bis Hühneraugen, mit Heilmitteln aus Obst und Gemüse behandelte. Gargilius zeigt, wie Kräuter und Gemüse von Basilikum bis Zwiebel und Obst von Apfel bis Zitrone, richtig angewendet, Linderung oder Heilung von Beschwerden versprechen. Es ist also kein Wunder, dass die Lektüre seiner Schriften schon in der Antike empfohlen wurde: Sie überliefern historische Ratschläge dazu, wie man sich richtig ernähren und gesund halten kann. 

Kai Brodersen hat nun in einer Reclam-Ausgabe alle erhaltenen Werke des Gargilius erstmals zweisprachig erschlossen. Ein Interview mit dem Medizinhstoriker Professor Robert Jütte zeigt überdies, welches antike Wissen über Gesundheit aus dem Garten auch für Leute von heute wichtig sein kann.

Kai Brodersen
Gargilius, Gesundheit aus dem Garten.
Reclams Universalbibliothek 14251, Stuttgart 2022
ISBN: 978-3-15-014251-6
220 Seiten
8 EUR

Grundlagen der Mathematik in Spätantike und Mittelalter

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In der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (wbg) ist eine neue Publikation erschienen: Boethius' "Arithemetik" als zweisprachige Ausgabe, eingeleitet, ediert und übersetzt von Kai Brodersen.

Boëthius, der wohl bedeutendste spätantike Gelehrte, schuf um 500 n. Chr. mit seiner "Arithmetik" ein mathematisches Standardwerk. Das Werk hatte enormen Einfluss auf den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bildungskanon. Es sollte ein Jahrtausend lang die maßgebliche Einführung in die Zahlenkunde bleiben. Kai Brodersen hat Boethius’ "Arithmetik" nun erstmals in deutscher Übersetzung und zweisprachig präsentiert. Damit und mit 16 Farbabbildungen aus dem Codex, mit dem der Enkel Kaiser Karls d. Gr. Mathematik lernte, wird auch einer heutigen Leserschaft die antike Zahlenwelt erstmals wieder zugänglich.

Kai Brodersen
Boethius, Arithemetik
(zweisprachige Ausgabe, eingeleitet, ediert und übersetzt von Kai Brodersen)
Darmstadt: wbg 2022
ISBN: 978-3-534-27426-0
336 Seiten  (mit 16 farbigen Abbildungen)
98,- EUR (78,40 EUR für wbg-Mitglieder) 

Neue Publikation: Antike global

Antike global

Mit "Antike global" ist die deutsche Fassung des Buches von Stanley M. Burstein bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) erschienen.

Eine neue Geschichte der antiken Welt zwischen 1000 v. Chr. und 300 n. Chr. löst sich aus der eurozentrischen Perspektive. Der amerikanische Althistoriker Stanley Burstein weitet in einem neuen Buch den Blick auf eine Antike vom Atlantik bis zum Pazifik. Nach einer Phase der Regionalisierung entstanden im gemäßigten Afro-Eurasien wenige Großreiche – Rom, das sassanidische Persien, das Jin-Reich in China – , die mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung beherrschten. Diese Imperien waren nicht voneinander isoliert. Ein ausgedehntes Netz von Handelsrouten verband sie mit Südost- und Zentralasien sowie Afrika südlich der Sahara und machte diese Periode zur ersten globalen Ära der Welt. Auch die neuen, auf Büchern basierenden Religionen – Zoroastrismus, Buddhismus, Christentum, Manichäismus – breiteten sich über diese Wege aus und stellten damit die Weichen für das nächste Jahrtausend.

Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur, hat mit diesem klug komponierten, kompakten Band nun die erste Globalgeschichte Afro-Eurasiens in der Antike in deutscher Übersetzung und Bearbeitung vorgelegt.

Stanley M. Burstein / deutsche Ausgabe von Kai Brodersen
Antike global. Die Welt von 1000 v. Chr. bis 300 n. Chr.
Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft/Theiss 2022
ISBN: 978-3-8062-4448-9
208 Seiten  (mit 21 s/w Abb. u. 6 Karten, gebunden)
22,- EUR (17,60 EUR für WBG-Mitglieder) 

Neue Publikation über den Greifswalder Philologie-Professor Konrat Ziegler

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"Kann ein gebildeter Mensch Politiker sein?" Diese Frage wirft die gleichnamige Publikation von Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur, auf, die im Kartoffeldruckverlag erschienen ist.

Konrat Ziegler (1884-1974) war seit 1923 Professor für Klassische Philologie an der Universität Greifswald, 1926/1927 Dekan der Philosophischen Fakultät und 1928/1929 Rektor der Universität. In der Forschung namentlich zu Cicero und Plutarch, in der Lehre zu allen Aspekten der Altertumswissenschaft und in der akademischen Dienstleistung als Herausgeber von Enzyklopädien und Sammelwerken gleichermaßen ausgezeichnet, war Ziegler auch ein homo politicus.

Als überzeugter Demokrat geriet er zunehmend in Konflikt mit nationalistischen Kreisen und wurde 1933 von den Nationalsozialisten entlassen. Wegen seines mutigen Einsatzes für jüdische Mitbürger wurde Ziegler später in Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" geehrt. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Ziegler sowohl in der Wissenschaft als auch in der Politik aktiv.

Das von Kai Brodersen, Susanne Froehlich und Hannelore Kohl herausgegebene Buch dokumentiert ein Festcolloquium in Greifswald, das anlässlich der Enthüllung einer Gedenktafel an Konrat Zieglers Wohnhaus stattfand. In vier Beiträgen erhellt die Veröffentlichung die Bedeutung Zieglers und sein Wirken als Politiker.

Kai Brodersen, Susanne Froehlich und Hannelore Kohl (Hrsg.)
Kann ein gebildeter Mensch Politiker sein?
Konrat Ziegler an der Universität Greifswald 1923-1933.
Speyer: KDV, 2022
ISBN: 9783939526490
52 Seiten, kartoniert
3,50 EUR 

 

Neue Publikation zur digital vernetzten Kommunikation

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Mit dem Tagungsband “Bildung, Wissen und Kompetenz(-en) in digitalen Medien” ist der nunmehr dritte Titel von Digital Communication Research 2021 erschienen.

Hervorgegangen ist der von Markus Seifert und Sven Jöckel von der Universität Erfurt herausgegebene Band aus der von den beiden Kollegen in Erfurt ausgerichteten Jahrestagung der Fachgruppe Digitale Kommunikation der DGPuK im November 2018. Überschrieben war die Tagung mit der nun auch im Untertitel des Bandes festgehaltenen Frage: “Was können, wollen und sollen wir über digital vernetzte Kommunikation wissen?”

Die elf in diesem Band versammelten Beiträge spannen einen größeren Rahmen auf und zeigen, an welchen Orten und in welchen Zusammenhängen wir alle mit digitalen Kommunikationsangeboten lernen und Wissen erweitern können und auch müssen. Sie greifen Fragen des Lernens und des Wissenserwerbs über digital vernetzte Kommunikation auf und beziehen neuere Konzepte von Medienkompetenz mit ein. Dabei wird sowohl die Perspektive der Lehrenden wie auch die der Lernenden eingenommen und auf Basis empirischer Studien gezeigt, wie digitale (Lern-)Angebote wahrgenommen und genutzt bzw. angeeignet werden.

Der Band kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Die Druckversion kann im Böhland & Schremmer Verlag Berlin bestellt werden.

Markus Seifert und Sven Jöckel (Hrsg.)
Bildung, Wissen und Kompetenz(-en) in digitalen Medien Perspectives.
Was können, wollen und sollen wir über digital vernetzte Kommunikation wissen?
(Reihe: Digital Communication Research, Band 8)
Böhland & Schremmer Verlag Berlin, 2021
ISBN: 978-3-945681-08-4
334 Seiten
36,- EUR 

Neue Publikation zum Pan-Orthodoxen Konzil 2016

Pan-Orthodox

Im Verlag Peter Lang ist eine neue Publikation von Vasilios N. Makrides und Sebastian Rimestad zum Pan-Orthodoxen Konzil 2016 erschienen.

2016 fand auf der Insel Kreta ein Treffen der 14 autokephalen (selbstständigen) Kirchen der Orthodoxen Kirchenfamilie statt – das erste offizielle Treffen der Gesamtorthodoxie seit dem siebten ökumenischen Konzil von 787. Leider entschieden sich vier der Kirchen in letzter Minute gegen eine Teilnahme am so genannten Pan-Orthodoxen Konzil, darunter auch die größte unter ihnen, die Russische Orthodoxce Kirche. Die übrigen Kirchenvertreter tagten trotzdem und versuchten, dem Treffen eine historische Bedeutung zuzumessen.  In dem soeben erschienenen Band analysieren 14 Autoren das Pan-Orthodoxe Konzil zu kontextualisieren und seine Bedeutung für die gegenwärtige Orthodoxe Kirche und ihre Beziehungen zur religiösen und säkularen Umwelt.

Das Buch von Vasilios N. Makrides, Professor für Kulturgeschichte des Orthodoxen Christentums an der Universität Erfurt, und PD Dr. Sebastian Rimestad (Leipzig) ist als 19. Band in der Reihe „Erfurter Studien zur Kulturgeschichte des orthodoxen Christentums“ erschienen.

Vasilios N. Makrides und Sebastian Rimestad (Hrsg.)
The Pan-Orthodox Council of 2016 – A New Era for the Orthodox Church? Interdisciplinary Perspectives.
(Reihe: „Erfurter Studien zur Kulturgeschichte des orthodoxen Christentums“, Band 19)
Berlin: Peter Lang, 2021
ISBN: 978-3-634-71526-0
273 Seiten
59,95 EUR 

Neue Publikation zum Lesen im Anthropozän

Diffractive Reading

Lesen ist viel mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung. Lesen heißt, Texte zu interpretieren und die Welt zu deuten sowie diese Welt auch zu verändern – so arbeitet es der nun von Prof. Dr. Kai Merten herausgegebene Band "Diffractive Reading" für das gegenwärtige Zeitalter des Anthropozän heraus.

Mit dem "diffraktiven Lesen" ist eine Interpretations- und Analysemethode gemeint, die dieser Tatsache Rechnung trägt. "Gelesen" werden in diesem Zusammenhang nicht nur Bücher, Filme und andere Medien, sondern auch der Baikalsee oder das menschliche Genom. Diffractive Reading ist auf kultur- und naturwissenschaftliche Phänomene gleichermaßen anwendbar und theoretisiert, wie Lesen die Welt verändern kann, im Guten wie im Problematischen: Lesen ermöglicht uns, menschliches Handeln in Gesellschaft, Kultur und außermenschlicher Natur zu reflektieren und zu kritisieren. Das menschliche Genom "auszulesen", bedeutet aber automatisch auch, es modifizieren zu können und damit die Natur massiv zu beeinflussen.

Der Band umfasst neben einer theoretischen Fundierung des diffraktiven Lesens eine ganze Reihe von Anwendungen der Methode auf Romane (etwa von J.R.R. Tolkien oder Siri Hustvedt), auf Filme, die Musik von U2 oder das User-Portal Stack Overflow. Andere Beiträge, die das diffractive reading der Natur thematisieren, unterwerfen diese menschliche Einflussnahme einem kritischen Blick und bieten zugleich Beispiele behutsamerer Lektüre des menschlichen Körpers und der Umwelt.

Der Band verbindet geistes- und naturwissenschaftliche Interessen und Methoden auf intensive Weise und ist zugleich ein wichtiger literaturwissenschaftlicher Beitrag zum Anthropozän als Phänomen und Diskussionsgegenstand. Hervorgegangen ist er aus Workshops und einem internationalen call for articles des Erfurter Netzwerk zum Neuen Materialimus (ENNM), das Kai Merten, Professor für Neuere Englische Literaturwissenschaft, leitet. Das Buch ist bei Rowman & Littlefield erschienen, einem für aktuelle wissenschaftliche Diskussionen einschlägigen Londoner Verlag. Insgesamt stellt der Band die Erfurter Literaturwissenschaft in einen globalen, international stark wahrgenommenen Diskussionszusammenhang.

Kai Merten
Diffractive Reading New Materialism, Theory, Critique
(Reihe: New Critical Humanities)
Verlag Rowman & Littlefield Publishers / Rowman & Littlefield International
ISBN Printausgabe: 978-1-78661-396-7
ISBN E-Book: 978-1-78661-397-4
352 Seiten
$ 125 (Printausgabe)
$ 45 (E-Book)

"Periplus Maris Erythraei"

Periplus Maris Erythraei

Mit seiner aktuellen Veröffentlichung legt Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, eine Reisebeschreibung des antiken Seewegs nach Indien vor.

Wohl aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. ist ein kleines griechisches Werk überliefert, das unter seinem latinisierten Titel "Periplus Maris Erythraei" bekannt ist. Es handelt vom antiken Seeweg von Ägypten nach Indien durch das Erythräische Meer, das an Ostafrika, die arabische Halbinsel, Iran und Westindien grenzt. Der anonyme Autor beschreibt die Küsten und Handelsplätze jenes Meeres mitsamt ihrem Hinterland, nennt Eigenarten der jeweils vor Ort ansässigen Völkerschaften und gibt an, welche Luxuswaren gehandelt werden, von Wein aus Italien bis zu Gewürzen aus Indien und Seide aus China.

Prof. Dr. Kai Brodersen hat das Werk nun in einer zweisprachigen Ausgabe präsentiert. Zugänglich wird so eine bedeutende historische Quelle für den Fernhandel im Römischen Reich und damit für die antike "Globalisierung".

Kai Brodersen
Periplus Maris Erythraei
(zweisprachige Ausgabe)
Speyer: KDV 2021
ISBN: 9783939526476
120 Seiten
5,- EUR

Symeon Seth, Fabelbuch.

Um Antike Tierfabeln für ein gedeihliches Miteinander geht es in der neuen Publikation von Kai Brodersen.

Die altgriechischen Tierfabeln des Äsop sind vielen vertraut, ja, man setzt oft "Fabel" und "Äsop" gleich. Dabei gibt es im antiken Orient eine reiche Fabeltradition, die in die arabische Welt kam und dann auch die griechische Mittelmeerwelt interessierte. Am byzantinischen Hof wirkte im 11. Jahrhundert der gelehrte Symeon Seth. Neben Schriften zur Naturkunde, zur Astronomie und zur Medizin schuf er zwei einflussreiche Werke: ein "A und O vom Essen und Trinken" und eine griechische Version der alten indischen, über Arabien nach Byzanz gekommenen Fabelsammlung "Kalila wa-Dimna". In Dialogen und Fabeln wird hier einem König erklärt, was für ein gedeihliches Miteinander das Beste ist.

Die erste zweisprachige Ausgabe des Fabelbuchs von Symeon Seth hat nun Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, publiziert. Sie ermöglicht es, in Originaltext und Übersetzung ein Werk zu lesen, das enormen Einfluss auf neuzeitliche Konzepte vom guten gesellschaftlichen Leben hatte.

Kai Brodersen
Symeon Seth, Fabelbuch.
zweisprachige Ausgabe
Speyer: KDV 2021
ISBN: 9783939526469
172 Seiten
6,- EUR

Fabelbuch
Nikomachos

Nikomachos von Gerasa: Einführung in die Arithmetik.

Unter dem Titel "Nikomachos von Gerasa: Einführung in die Arithmetik." ist bei De Gruyter ein neues Buch von Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur, erschienen.

Nikomachos von Gerasa verfasste im frühen 2. Jahrhundert n. Chr. ein Werk über Arithmetik, in dem er die auf Pythagoras und seine Schule zurückgehende Zahlentheorie didaktisch geschickt präsentiert und veranschaulicht. Behandelt werden die Primzahlen mitsamt dem "Sieb des Eratosthenes" sowie Zahlen aller anderen Art, die Relation von Zahlen, aber auch Quadrat- und Kubikzahlen und Mittelwerte. Nikomachos stellt die antike Zahlentheorie übersichtlich dar und wurde so zu einer Schlüsselfigur für die spätere Mathematik. Das Werk war nämlich höchst einflussreich: Die Gelehrten Apuleius (2. Jh.) und Boethius (5./6. Jh.) übertrugen es ins Lateinische, mehrere Kommentare aus der Spätantike sind erhalten, und der griechische Philosoph Proklos (5. Jh.) sah sich gar als Wiedergeburt das Nikomachos. Ja, noch im 14. Jh. erscheint Nikomachos neben Sokrates und Cicero als einer der bedeutendsten Denker der Antike auf dem Schönen Brunnen in Nürnberg.

Kai Brodersen hat das Werk nun erstmals ins Deutsche übersetzt und mit einer Einführung und Erläuterungen in einer zweisprachigen Ausgabe präsentiert. Das Buch ermöglicht so einen neuen Zugang zu einer der wirkungsmächtigsten Darstellungen der antiken Mathematik.

Kai BrodersenKai Brodersen
Nikomachos von Gerasa: Einführung in die Arithmetik.
zweisprachige Ausgabe (Sammlung Tusculum)
Berlin: De Gruyter, 2021
ISBN: 978-3-11-073526-0
240 Seiten
39,95 EUR

Soziale Unterstützung in Online-Kommunikationsmodi

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Unter dem Titel "Soziale Unterstützung in Online-Kommunikationsmodi. Die Perspektive der prosozial Handelnden" erschien im Halem Verlag eine neue Publikation von Paula Stehr, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Soziale Kommunikation an der Universität Erfurt.

Soziale Interaktionen und Beziehungen haben einen großen Anteil an unserer Gesundheit. Ein zentrales Konstrukt ist hierbei die sogenannte "soziale Unterstützung". Die Perspektive jener, die Unterstützung leisten, findet in der Forschung bisher wenig Beachtung. Unter Bezugnahme auf den Wissensstand zu prosozialem Handeln soll im neuen Buch von Paula Stehr die Sichtweise der Akteure ergänzt werden.

Online-Modi bieten spezifische Voraussetzungen für den Austausch sozialer Unterstützung: In anonymen Online-Foren tauschen sich Menschen zu stigmatisierenden Krankheiten aus, sozial Ängstliche profitieren von der größeren Kontrolle über die Selbstdarstellung in kanalreduzierten Modi und Personen mit Mobilitätseinschränkungen können medienvermittelt ortsunabhängig und selbstbestimmt an Gemeinschaften teilhaben. Das Buch beschäftigt sich zum einen mit den Rahmenbedingungen von Online-Modi für den Austausch sozialer Unterstützung und zum anderen mit den Folgen für das psychische und subjektive Wohlbefinden.

Der empirische Teil stützt sich auf ein sogenanntes "sequenzielles Mixed-Method-Design", in dem drei verschiedene Studien aufeinander aufbauen: eine teilstandardisierte Tagebuchstudie zu Unterstützungsleistungen in unterschiedlichen Kommunikationsmodi, Leitfadeninterviews mit prosozial handelnden Akteuren auf sozialen Netzwerkseiten und eine abschließende standardisierte Befragung von Foren-Nutzer*innen. Die Ergebnisse zeigen, dass Online-Modi die prosozialen Interaktionsmöglichkeiten der Menschen verbreitern und spezifische Handlungsmöglichkeiten für den Austausch sozialer Unterstützung bieten. Dieser Austausch kann einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden haben, der nicht nur auf das Empfangen, sondern vor allem auch auf das aktive Leisten von Unterstützung zurückgeführt werden kann.

Paula Stehr
Soziale Unterstützung in Online-Kommunikationsmodi
Die Perspektive der prosozial Handelnden
Halem Verlag, 2021
ISBN 978-3-86962-592-8
336 Seiten
36,- EUR

"Großes Kino. Monumentale DDR-Filmplakate der 1960er-Jahre"

Großes Kino

Unter dem Titel "Großes Kino. Monumentale DDR-Filmplakate der 1960er-Jahre" ist im Verlag Bertz und Fischer ein neues Buch von Patrick Rössler, Professor für Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Empirische Kommunikationsforschung/Methoden, erschienen.

Dokumente zum Film in der DDR sind wichtige Materialien zur Erforschung der jüngeren deutschen Kulturgeschichte. Eine besondere Wertschätzung genießt dabei das Filmplakat, handelte es sich dabei doch fast ausnahmslos um Auftragsarbeiten renommierter Grafiker, die für jeden Film eine eigenständige visuelle Lösung konzipierten. Heute weitgehend unbekannt ist allerdings ein spezieller Plakattyp, der gerade in der Kinowerbung sehr effektiv eingesetzt wurde: die so genannte ›Großfläche‹ im Format Dreifach-A0, die an der Plakatwand aus drei einzelnen Teilen zusammengesetzt werden musste. Diese gut meterhohen und annähernd zweieinhalb Meter breiten Panoramen entfalteten eine herausragende visuelle Kraft – sie sind aber heute in den Archiven kaum mehr überliefert: Von den aufwändigen, überformatigen Drucken auf stärkerem Papier wurde nur eine geringe Anzahl hergestellt und diese primär durch Aufkleistern verarbeitet, so dass sie nach Verwendung verloren waren und schlicht überklebt wurden.

Zum 75. Gründungsjubiläum der DEFA präsentiert der vorliegende Band erstmals über 150 dieser seltenen Großflächenplakate, hergestellt in der ersten Hälfte der 1960er Jahre. Nicht nur aufgrund ihrer schieren Größe beeindrucken diese Erzeugnisse der zeitgenössischen Gebrauchsgrafik bis heute: Da die Werbebotschaft im Querformat angelegt werden musste, sind hier reizvolle Variationen bekannter Motive zu entdecken. So haben die Gestalter den zusätzlichen Raum gerne genutzt, um Filmtitel und Slogans hervorzuheben, während Elemente der ursprünglichen Plakatgestaltung neu arrangiert, platziert und grafisch eingebunden wurden.
Die Publikation dokumentiert einen Plakatbestand der Interdisziplinären Forschungsstelle für historische Medien (IFhM) an der Universität Erfurt.

Patrick Rössler
Großes Kino. Monumentale DDR-Filmplakate der 1960er-Jahre
Verlag Bertz und Fischer, 2021
ISBN 978-3-86505-420-3
184 Seiten
29,- EUR

Lycosthenes: Zeichen und Wunder

Lycosthenes

Die Welt ist ein unsicherer Ort: Immer wieder drohen uns Epidemien, Katastrophen und Kriege, die wir nicht vorhersehen, die aber unser Leben völlig durcheinanderwirbeln. Seit der Antike hat man deshalb versucht, die Zukunft anhand von Zeichen und Wundern zu erkunden. Der Humanist Lycosthenes hat dieses Wissen für die Neuzeit nutzbar machen wollen: Wer nämlich versteht, was es in der Geschichte an Vorzeichen gab, kann sein Verhalten ändern und das Unheil vielleicht noch abwenden.

Das Buch des Lycosthenes war nach seinem Erscheinen 1552 ein "Bestseller". Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, stellt es nun in einer neuen Übersetzung erstmals zweisprachig vor. Beigegeben sind die 56 Holzschnitte der Erstausgabe, die sehr anschaulich machen, wie man sich die Zeichen und Wunder vorgestellt hat und noch heute vorstellen mag. Vielleicht hatte Lycosthenes ja recht – und wir können aus der Geschichte lernen?

Kai Brodersen
Lycosthenes: Zeichen und Wunder
Wiesbaden: Verlagshaus Römerweg, 2021
ISBN: 978-3-7374-1169-1
224 Seiten
15,- EUR

Fakten-Check Impfen: Pro & Contra auf den Grund gegangen

Betsch_Fakten

Im Verlag Gräfe und Unzer erscheint am 2. März ein neuer Ratgeber zum Impfen. Darin gehen die Autor*innen Nicola Kuhrt, Jan Oude-Aost und Cornelia Betsch dem Für und Wider des Impfens auf den Grund.

Beim Impfen scheiden sich oft die Geister – viele folgen den Empfehlungen ihrer Ärztin oder ihres Arztes, andere denken lange nach, suchen Informationen, bis die Köpfe rauchen, wissen nicht mehr, was und wem sie glauben sollen. Der neue Ratgeber "Fakten-Check Impfen" liefert kompakte Antworten auf die wichtigsten praktischen Fragen und klärt nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft über verbreitete Mythen und Falschinformationen auf. Wer es kurz, praktisch und verständlich will, erhält mit diesem Buch eine wertvolle Entscheidungsgrundlage. So kann jeder die beste Entscheidung für sein Kind oder auch sich selbst treffen.

Nicola Kuhrt, Jan Oude-Aost und Cornelia Betsch
Fakten-Check Impfen: Pro & Contra auf den Grund gegangen
(Reihe: GU Reader Körper, Geist & Seele)
Gräfe und Unzer Verlag, 2021
ISBN-10:3833877723
ISBN-13: 978-3833877728
160 Seiten
14,99 EUR

Die Evangelische Kirche zwischen Mitbestimmung und Selbstbestimmung

Mitbestimmung

Mit der Ambivalenz der Evangelischen Kirche in Fragen der Arbeitnehmermitbestimmung von der Nachkriegszeit bis zur Verabschiedung des Mitbestimmungsgesetzes von 1976 beschäftigt sich eine neue Publikation von René Smolarski, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Geschichte der Universität Erfurt, die gerade im Verlag Mohr Siebeck erschienen ist.

Die Entwicklung des Mitbestimmungsrechts in der Bundesrepublik Deutschland war seit dem Kriegsende immer wieder von heftigen Auseinandersetzungen geprägt. Auch von evangelischer Seite wurden im Untersuchungszeitraum immer wieder, und insbesondere im Vorfeld der verschiedenen Gesetzesinitiativen, Äußerungen zur Mitbestimmungsdebatte getätigt. Dies geschah sowohl durch offizielle Stellungnahmen als auch seitens verschiedener evangelischer Arbeitskreise und zahlreicher Einzelpersonen. Das Verhältnis von Protestantismus und Mitbestimmungsdebatte ist von besonderer Tragweite, da die Kirche von der Mitbestimmungsfrage nicht nur mittelbar als sozialethische Instanz berührt, sondern auch unmittelbar als einer der größten Arbeitgeber des Landes von den damit zusammenhängenden staatlichen Regelungen direkt betroffen war. Aus diesem Grund zeigt René Smolarski, der aktuell in dem Projekt "Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989" an der Universität Erfurt arbeitet, auf der Basis ausgewählter evangelischer Stellungnahmen die Ambivalenz der kirchlichen Position in dieser Frage auf.

René Smolarski

Die Evangelische Kirche zwischen Mitbestimmung und Selbstbestimmung. Zur Ambivalenz der Evangelischen Kirche in Fragen der Arbeitnehmermitbestimmung von der Nachkriegszeit bis zur Verabschiedung des Mitbestimmungsgesetzes von 1976
(Reihe: Religion in der Bundesrepublik Deutschland, 8)
Tübingen: Mohr Siebeck, 2020
ISBN 978-3-16-159887-6
481 Seiten
99,- EUR

Orthodox Christian Identity in Western Europe. Contesting Religious Authority

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Bei Routledge ist die überarbeitete Habilitationsschrift des langjährigen Mitarbeiters und Lehrbeauftragten der Erfurter Religionswissenschaft, PD Dr. Sebastian Rimestad, erschienen. Das Buch mit dem Titel „Orthodox Christian Identity in Western Europe. Contesting Religious Authority“ setzt sich mit der Präsenz orthodoxer Christen in Westeuropa auseinander, wo sie als Minderheit mit verschiedenen Identitätsfragen konfrontiert sind.

Diese Fragen werden anhand vier Diskursfelder abgearbeitet, wobei der Fokus auf publizierte Quellen seit dem Ersten Weltkrieg liegt. Das erste Feld umfasst die Frage, ob orthodoxe Christen in Westeuropa eine Diaspora-Identität haben oder sich als Einheimische fühlen können. Dabei ist vor allem das Thema der Konversion von belang. Als zweites befasst sich der Autor mit der Frage nach der kirchlichen Organisation in Westeuropa, wo sich verschiedene Vorstellungen beißen. Das dritte Diskursfeld ist die institutionelle Anpassung an das westeuropäische gesellschaftliche Umfeld. Hier werden Fragen der Finanzierung. der Anerkennung säkularer Werte sowie Beziehungen zwischen den verschiedenen national konnotierten Kirchen behandelt. Zuletzt wird auch das Diskursfeld der Ökumene – der Vorstellung der christlichen Einheit – unter die Lupe genommen, das für orthodoxe Christen in Westeuropa knifflige Fragen aufwirft.

Sebastian Rimestad
Orthodox Christian Identity in Western Europe. Contesting Religious Authority
London: Routledge, 2020
ISBN 978-0-0367-484187 (Hardcover) // ISBN: 978-1-003-039754 (e-Book)
282 Seiten
£ 120.00 (Hardcover) // £ 36.99 (e-Book)

Verbindung halten. (Post)kommunikation unter schwierigen Verhältnissen

Smolarski_Verbindung

In der Reihe „Post – Wert – Zeichen“ hat René Smolarski von der Universität Erfurt einen neuen Band unter dem Titel "Verbindung halten" herausgegeben. Darin geht es um (Post)kommunikation unter schwierigen Verhältnissen.

1982 stellte der damalige Bundespostminister Kurt Gscheidle in einem Porträt über die Bundespost fest, dass die Post zwar lebensnotwendig, doch für die meisten Menschen uninteressant sei. Diese Feststellung lässt sich auch auf das bisherige Interesse der Geschichtswissenschaft an diesem Thema übertragen. Viele Analysen zur Postgeschichte stammen vor allem aus der außeruniversitären Philatelie. In der Geschichtswissenschaft gelten Philatelie und Postgeschichte hingegen als randständig. Dieser Band betrachtet die besondere Bedeutung der Post(kommunikation) aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Denn mit der Post, so auch Gscheidle, hätten doch fast alle Bürgerinnen und Bürger jeden Tag zu tun. Das hochkomplexe Konstrukt Post würden die Leute jedoch nur wahrnehmen, wenn es mit all seinen Wechselbeziehungen in seiner Funktion gestört wäre.

René Smolarski (Hrsg.)
Verbindung halten
(Post)kommunikation unter schwierigen Verhältnissen
(Reihe „Post – Wert – Zeichen“) // open access)
Vandenhoek & Ruprecht, 2020
ISBN 978-3-8471-0937-2
513 Seiten
45 EUR

Gut beschaffbare Heilmittel / Euporista

Heilmittel

In der Stadt ist die ärztliche Versorgung gut – aber was tut man unterwegs? Drei dem großen Mediziner Galenos im 2. Jahrhundert n. Chr. zugeschriebene Bücher über Euporista verzeichnen dafür gut beschaffbare Heilmittel. Steine, Pflanzen und Tiere samt ihrer Produkte und Ausscheidungen sollen dazu beitragen, Krankheiten von Kopf bis Fuß zu behandeln.

Die im Corpus Galenicum überlieferten Bücher wurden über viele Jahrhunderte weitergeschrieben: Während die Art der Krankheiten weitgehend konstant blieb, wurden neue Heilmittel und -verfahren notiert und neue Autoritäten – darunter auch Heilige – herangezogen. Die Bücher sind damit zugleich ein wichtiges Dokument der Medizingeschichte und ein Spiegelbild der bunten Alltagswelt in Antike und byzantinischem Mittelalter. Die drei Bücher hat Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, nun erstmals in eine moderne Sprache übersetzt. Sie werden zweisprachig in einem Band präsentiert und durch eine Einführung, einen Anhang und ein Register erschlossen.

Kai Brodersen
Gut beschaffbare Heilmittel / Euporista
(Bibliothek der griechischen Literatur, Bd. 91)
Stuttgart: Hiersemann, 2020
ISBN 978-3-7772-2038-3
464 Seiten
98,- EUR

Coping with Change: Orthodox Christian Dynamics between Tradition, Innovation, and Realpolitik

Coping_Change

2015 fand der große Weltkongress der International Association for the History of Religion (IAHR) in Erfurt statt. In dessen Rahmen widmeten sich auch zahlreiche Beiträge dem Orthodoxen Christentum und den Herausforderungen einer modernen globalisierten Welt für die Orthodoxe(n) Kirche(n). PD Dr. Sebastian Rimestad und Prof. Dr. Vasilios N. Makrides vom Seminar für Religionswissenschaft der Universität Erfurt haben nun eine Auswahl dieser Beiträge in dem Sammelband „Coping with Change. Orthodox Christian Dynamics between Tradition, Innovation, and Realpolitik“ herausgegeben.

In zehn Beiträgen von Forscher*innen aus der ganzen Welt werden verschiedene Aspekte der heutigen Orthodoxie beleuchtet, die das herkömmliche Bild der Orthodoxen Kirche als unveränderlich in Frage stellen. Dabei geht es um Orthodoxe Identitäten in Amerika und der Ukraine, um Beteiligung an (geo)politischen Gemengelagen in Südosteuropa und um inner-orthodoxe Konflikte und Uneinigkeiten.

Sebastian Rimestad und Vasilios N. Makrides
Coping with Change: Orthodox Christian Dynamics between Tradition, Innovation, and Realpolitik
Berlin: Peter Lang, 2020
ISBN 978-3-631-67146
266 Seiten
59,95 EUR

 

„Mensch Opa, du bist noch so fit!“

Mensch Opa

Bei Nomos ist ein neues Buch erschienen, in dem sich Paula Stehr, Constanze Rossmann, Johanna Geppert, Hanna Lütke Lanfer und Tabea Kremer von der Universität Erfurt der Entwicklung einer evidenzbasierten Kommunikationsstrategie zur Förderung körperlicher Aktivität bei älteren und hochaltrigen Menschen in Deutschland annehmen.

Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil gesunden Alterns – ein Thema, das aufgrund des demografischen Wandels und der steigenden Lebenserwartung zunehmend an gesellschaftlicher Relevanz gewinnt. Um die körperliche Aktivität langfristig zu fördern, muss das Bewusstsein für den Einfluss von körperlicher Aktivität auf die Gesundheit und das Interesse für Bewegung bei den Älteren und Hochaltrigen gesteigert werden. Das nun erschienene Buch schafft eine evidenzbasierte Grundlage für die Gestaltung effektiver und effizienter Kommunikationsmaßnahmen. Mittels einer Methodenkombination aus leitfadengestützten Interviews und einer standardisierten Telefonbefragung wurden die entscheidenden Verhaltensdeterminanten und das Gesundheitsinformationsverhalten von Personen ab 65 Jahren in Deutschland identifiziert. Auf dieser Basis wurde eine evidenzbasierte Kommunikationsstrategie für Ältere und Hochaltrige in Deutschland insgesamt sowie für besonders vulnerable Teilzielgruppen formuliert.

Paula Stehr, Constanze Rossmann, Johanna Geppert, Hanna Lütke Lanfer und Tabea Kremer
"Mensch Opa, du bist noch so fit" Entwicklung einer evidenzbasierten Kommunikationsstrategie zur Förderung körperlicher Aktivität bei älteren und hochaltrigen Menschen in Deutschland
Reihe Gesundheitskommunikation | Health Communication (Band 21)
Nomos, 2020
ISBN 978-3-8487-6561-4
122 Seiten
26 EUR

Planudes: Rechenbuch

Bei De Gruyter ist soeben ein neues Buch von Kai und Christiane Brodersen erschienen. Im Blickpunkt steht Maximos Planudes, ein klassisch gebildeter Gelehrter und Lehrer des 13. Jahrhunderts, der in seinem "Rechenbuch nach den Indern" didaktisch geschickt zeigt, wie man auch komplizierte mathematische Aufgaben einfach lösen kann.

Dazu nutzt er die in der Antike unbekannte "Null" und das erst damit ermöglichte Stellenwertsystem, das aus Indien über den arabischen Raum nach Europa gekommen war. Planudes zeigt für Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division und Wurzelziehen, wie man im Alltag, aber auch bei astronomischen Fragen diese seinerzeit neuartige Form des Rechnens einsetzen kann. Mehr als 40 erhaltene mittelalterliche Abschriften zeugen vom Erfolg des Werks, das zwar nicht das allererste war, in dem das "indische" Rechnen auf Griechisch vorgestellt wurde, doch sicher das einflussreichste Rechenbuch in seiner Zeit und darüber hinaus – wir rechnen noch heute so.

Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, und Christiane Brodersen, Gymnasiallehrerin für Mathematik, haben das Werk nun erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt und in einer zweisprachigen Ausgabe zugänglich gemacht.

Kai und Christiane Brodersen
Planudes: Rechenbuch
Berlin: De Gruyter, 2020
ISBN 978-3-11-071192-9
240 Seiten
39,95 EUR (auch als e-book erhältlich)

Planudes

Gustav Landauer - Zwischen Anarchismus und Tradition

Gustav Landauer

Bei Hentrich & Hentrich, dem Verlag für jüdische Kultur und Zeitgeschichte, ist unter dem Titel "Gustav Landauer - Zwischen Anarchismus und Tradition" eine neue Publikation von Sebastian Kunze, Mitarbeiter an der Professur für Judaistik an der Universität Erfurt, erschienen.

Gustav Landauer (1870–1919) zählt zu den exponiertesten Vertretern des deutschsprachigen Anarchismus seiner Zeit und ist heute dennoch weitgehend unbekannt. Als politischer Denker, Philosoph, Intellektueller und Literaturkritiker war Landauer in unterschiedlichen Gruppen wie dem Arbeiteranarchismus oder dem Forte-Kreis aktiv und wurde breit rezipiert. Sein Werk entfaltete aber vor allem innerhalb der jüdischen Jugend eine große Wirkung: Gershom Scholem, Walter Benjamin, Manés Sperber, Paul Celan und viele andere lasen und priesen Landauers Schriften. Dieser Band skizziert Landauers Leben und Wirken, um einen Einblick in die verschiedenen Facetten dieses faszinierenden Intellektuellen zu eröffnen.

Sebastian Kunze
Gustav Landauer: Zwischen Anarchismus und Tradition
Leipzig: Verlag Hentrich & Hentrich, 2020
ISBN 978-3-95565-385-9
74 Seiten
8,90 EUR

Culture of Da’wa

Um das Predigen in der modernen Welt geht es in einem neuen Buch, das Itzchak Weismann und Jamal Malik soeben unter dem Titel "Culture of Da’wa" herausgegeben haben.

Das Buch bietet eine eingehende, breit angelegte Untersuchung der „da'wa“, dem „Ruf zum Islam“ bzw. dem „Ruf zu Gott“. Als schwer zu übersetzender Begriff deckt „da'wa“ ein semantisches Feld ab das vom Aufruf oder der Einladung zum Islam über religiöses Predigen und Bekehrungseifer bis hin zur Mission und Botschaft des Islam reicht. Die Beiträge in der neuen Publikation analysieren die wichtigsten Diskurse der da'wa, ihre Verankerung in den großen islamischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts und ihre Umwandlung in neue Formen des Aktivismus durch die Medien, den Staat und Jihadi-Gruppen - einschließlich al-Qaida und ISIS - im 21. Jahrhundert.

Die Autoren
Itzchak Weismann ist außerordentlicher Professor für Islamwissenschaft und ehemaliger Direktor des Jüdisch-Arabischen Zentrums an der Universität von Haifa. Er hat umfassend über modernes islamisches Denken, islamische Bewegungen, Sufismus und interreligiösen Dialog publiziert. Jamal Malik ist Inhaber der Professur für Islamwissenschaft an der Universität Erfurt. Er hat zahlreiche Publikationen über islamische Bildung und religiösen Pluralismus, Sufismus und die Mobilisierung der Religion veröffentlicht.

Itzchak Weismann und Jamal Malik
Culture of Da’wa Islamic Preaching in the Modern World
University of Utah Press, 2020
ISBN 978-1-60781-745-1
325 Seiten
45.00 $

Da'wa
Was ist unser Lohn

Was also ist unser Lohn? Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit.

Dr. Ansgar Teichgräber, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Antike Kultur an der Universität Erfurt, hat unter dem Titel "Was also ist unser Lohn? Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit" ein neues Buch veröffentlicht.

Geld und Kirche. Diese Kombination sorgte schon seit der Entstehung des Christentums für Konflikte. Auch die nordafrikanischen Kirchen des vierten und frühen fünften Jahrhunderts bildeten dabei keine Ausnahme. Doch die Finanzen spielten eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der kirchlichen Strukturen. Gerade in der Zeit nach der Tolerierung und Förderung des Christentums durch Konstantin I. stellte sich die Frage, wie die Kirchen mit ihren wachsenden Ressourcen umgehen sollten. Die verschiedenen Antworten darauf lassen sich in den zahlreichen Quellen aus Nordafrika finden, mit deren Hilfe ein facettenreiches Bild der dortigen Kirchen gezeichnet wird.

Von entscheidender Bedeutung waren dabei die neuen Möglichkeiten, die sich aus dem wachsenden Besitz der Kirchen ergaben. Nun waren die Kirchen nicht mehr allein von den Spenden ihrer Mitglieder abhängig, sondern verfügten über eigene finanzielle Mittel. Gleichzeitig wuchsen jedoch auch die Ausgaben der Kirchen, da die kirchlichen Strukturen größer und komplexer wurden. Deswegen mussten neue, ausdifferenzierte Organisationsstrukturen geschaffen werden, die wiederum gegenüber den Gemeinden legitimiert werden mussten. Damit wurden grundlegende Entwicklungen eingeleitet, die auch über Nordafrika hinaus wirksam werden konnten.

Ansgar Teichgräber
Was also ist unser Lohn? Die Finanzen der nordafrikanischen Kirchen in vorvandalischer Zeit.
(Jahrbuch für Antike und Christentum, Ergänzungsband. Kleine Reihe 16)
Münster: Aschendorff, 2020
ISBN 978-3-402-10925-0
248 Seiten
39 EUR

Lateinamerikaberichterstattung der deutschen Presse

Unter dem Titel "Lateinamerikaberichterstattung der deutschen Presse" ist bei Springer ein neues Buch von Dr. Regina Cazzamatta erschienen. Es untersucht die Struktur und Entstehungsbedingungen dieser Berichterstattung und basiert auf der Dissertation, die Cazzamatta an der Philosophischen Fakultät der Uni Erfurt vorgelegt hat.

Das Dissertationsprojekt von Regina Cazzamatta zielte darauf ab, die Struktur und Entstehungsbedingungen lateinamerikanischer Berichterstattung in der deutschen Presse hinsichtlich einer aktuellen politischen Ordnung zu untersuchen. Wie wird Lateinamerika gegenwärtig in der deutschen Presse dargestellt? Verbindet man auch heutzutage die Region mit Bürgerkrieg, Umsturzversuchen, Guerillabewegungen, Wahlmanipulation und Schuldenkrisen? Wurde das Image Lateinamerikas als „Hinterhof der USA“ abgelöst? Konzentriert sich die Berichterstattung weiterhin auf wenige Länder bzw. Brasilien, Chile und Argentinien wie Wöhlcke  in den 70er-Jahren konstatiert? Hatte die Veränderung in der Politik und Wirtschaft des Kontinentes Einfluss, wenn auch nicht unbedingt, hinsichtlich der Quantität auf die Berichterstattung? Sind die Länder innerhalb des Kontinents gleichmäßig porträtiert oder gibt es Ländermerkmale, die ihre Nachrichtenfaktoren erhöhen? Werden große Heterogenität, kulturelle Vielfalt und unterschiedliche geografische, wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Gegebenheiten der Länder in der Berichterstattung berücksichtigt? Sind die in der früheren Forschung identifizierten Nachrichtenfaktoren für Lateinamerika stabil geblieben? Welche Faktoren und Ausprägungen treten gegenwärtig in der Berichterstattung am häufigsten auf?

Um diese Fragen beantworten zu können, hat Regina Cazzamatta für ihre Arbeit ein Mehr-Methoden-Design entwickelt, das quantitative und qualitative Inhaltsanalysen kombiniert. Die Autorin füllt damit eine Forschungslücke in einem außenpolitisch extrem relevanten Thema. Ihr Buch betrachtet Themen und Merkmale des Mediendiskurses in kombinierter Form, zeigt Länderprofile und sucht nach theoretischen Erklärungen für die Bildkonstruktionen innerhalb der Berichterstattung. Mit dem Ergebnis, dass es das Lateinamerikabild in der deutschen Presse nicht gibt, sondern sich eine Perzeption nach Ländern und Landesgruppen ausdifferenziert lässt.

Regina Cazzamatta
Lateinamerikaberichterstattung der deutschen Presse Struktur und Entstehungsbedingungen
Wiesbaden: Springer, 2020
ISBN 978-3-658-30783-7
619 Seiten
64,99 EUR (auch als e-book erhältlich)

Cazzamatta
Karten-Meere

Karten–Meere. Eine Welterzeugung

Meere überwältigen allein schon durch ihre Größe. Sie produzieren eine Flut schier unerschöpflicher Datenmengen. Diese zu bändigen, ist die Aufgabe von Karten. Sie ermöglichen es, mit einem Blick zu überschauen, was sich in der Fülle einzelner Beobachtungen aufzulösen droht, Routen zu planen und zu navigieren, schaffen darüber hinaus Fluchträume für Phantasien von einem anderen Leben, von Idylle, Exotik und Abenteuer.

Ein neues Buch unter dem Titel "Karten-Meere. Eine Welterzeugung" lädt dazu ein, Karten als Dokumente einer Welterzeugung zu lesen und präsentiert eine Reihe literarischer und nichtliterarischer Texte, die ihrerseits das Experiment unternehmen, Karten zu lesen: indem sie ihre Erzählungen aus Karten hervorgehen lassen oder sie dort fortsetzen, wo die Karten enden; indem sie von den Sehnsüchten und Phantasien berichten, die sich den Karten eingeschrieben haben oder die aus dem Blick oder der Fingerreise auf Karten entstehen können; indem sie die Zuverlässigkeit von Karten feiern oder hochtrabende Phantasien an unberechenbaren Riffs und Eisbergen scheitern lassen.

Das Buch von Prof. Dr. Wolfgang Struck, Prof. Dr. Iris Schröder, Dr. Felix Schürmann und Elena Stirtz von der Universität Erfurt ist Teil des Verbundprojektes „Karten–Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“.

Wolfgang Struck, Iris Schröder, Felix Schürmann und Elena Stirtz
Karten–Meere. Eine Welterzeugung
Wiesbaden: Corso Verlag, 2020
ISBN 978-3-6-7374-0763-2
192 Seiten
20 EUR

Riskante Substanzen. Der 'War on Drugs' in den USA (1963-1992)

Riskante Substanzen

Unter dem Titel "Riskante Substanzen. Der 'War on Drugs' in den USA (1963-1992)" ist im Campus Verlag ein neues Buch von Timo Bonengel erschienen, das auf seiner Dissertation am Historischen Seminar der Universität Erfurt beruht.

Die Debatte um Drogenkonsum und dessen Bekämpfung hat Konjunktur. Timo Bonengel zeichnet die Geschichte der Drogenpolitik in den USA nach, die sich in den 1980er Jahren von wohlfahrtsstaatlichen Strategien in eine konservative, auf Abschreckung und Bestrafung setzende Sozialpolitik verwandelte. Das Buch zeigt, dass der "War on Drugs" auch mithilfe von wissenschaftlichen Expert*innen geführt wurde und dennoch ethnische Minderheiten und arme Menschen diskriminierte. Damit problematisiert die Studie Forderungen nach einer wissenschaftsbasierten und deshalb angeblich gerechten Drogenpolitik.

Timo Bonengel
Riskante Substanzen. Der "War on drugs" in den USA (1963-1992)
Campus Verlag, Frankfurt/New York 2020
ISBN 9783593511726
433 Seiten
45 EUR