Im Fokus steht August Petermann (1822–1878), Herausgeber der „Mitteilungen aus Justus Perthes‘ geographischer Anstalt“, und dessen herausragendes Interesse an der Kartografie des Russischen Reiches. Dr. Erki Tammiksaar wird Petermanns Anstrengungen um den Aufbau eines russischen Korrespondentennetzes vorstellen und die mit diesem verbundenen kartografischen Leistungen Petermanns für die Kartografie Russlands würdigen.
Bei Erscheinen des ersten Heftes der „Mitteilungen“ im Februar 1855 verfügte Petermann bereits über ein breit gespanntes Netzwerk deutscher, französischer und britischer Geografen und Naturforscher, das Garant der enormen kartografischen Innovationskraft seiner Fachzeitschrift war. Dieses Netz dehnte Petermann, der selbst kein Russisch sprach, in den folgenden Jahren konsequent auch nach Russland aus und stellte in der Gothaer Redaktion einen des Russischen mächtigen Mitarbeiter ein. Besonders förderlich für Petermanns Bestrebungen war 1857 die Aufhebung des Verbotes der Verbreitung der Karten des Militär-Topografischen Depots des Russischen Reiches im Ausland. Seit den frühen 1860er-Jahren erschienen so in den „Mitteilungen“ in großer Dichte und Regelmäßigkeit neue, aufschlussreiche Kartierungen russischer Regionen, vor allem des Tjan-Shan, der Nordpolargebiete, von Ost-Sibirien, des Amurlandes und zur Orografie des europäischen Teils von Russland.
Nach dem Vortrag lädt die Forschungsbibliothek vor ausgewählten Karten Petermanns zu weiterführenden Gesprächen mit Dr. Erki Tammisskar ein. Ein kleiner Empfang des Freundeskreises der Forschungsbibliothek Gotha e.V. beschließt den Abend.
Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist auch digital unter https://uni-erfurt.webex.com/uni-erfurt/j.php?MTID=m3774cb08367de6caf0736f79dfda0f93 möglich.

