Universität Erfurt

Philosophische Fakultät

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Nachrichten aus der Fakultät

Effektive Strategien gegen „fake news“ in öffentlichen Debatten

Das Oxford Dictionary hat post-faktisch zum Wort des Jahres 2016 gewählt und der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika leugnet öffentlich die Sicherheit von Impfungen und die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels. Die Folgen: dramatisch.

Aber wie können solche Falschinformationen bekämpft werden? Dieser Frage sind Philipp Schmid, Doktorand, und Professor Dr. Cornelia Betsch vom Psychology and Infectious Disease Lab der Universität Erfurt in sechs Studien nachgegangen, die jetzt in der Fachzeitschrift Nature Human Behaviour erschienen sind.

In den Studien haben die Wissenschaftler die Effektivität zweier Widerlegungsstrategien verglichen: Die erste Strategie basiert auf der Idee, Falschinformationen mit korrekter Information zu kontern – also Fakten gegen Mythos. Die zweite Strategie klärt über die rhetorischen Techniken auf, die Wissenschaftsleugner nutzen – also Demaskieren gegen Mythos. Das Ergebnis der sechs Studien: Den größten Einfluss haben Wissenschaftsleugner auf das Publikum, wenn ihnen niemand „die Stirn bietet“. Entscheidend: Sowohl eine Korrektur von Fakten als auch das Aufdecken rhetorischer Techniken kann den Einfluss der Wissenschaftsleugner reduzieren. Dies gilt sogar, wenn das Publikum eher skeptisch gegenüber der wissenschaftlichen Perspektive ist, beispielsweise bei US-Republikanern oder Impfkritikern. 

Historische Chronik von Thüringen und der Stadt Erfurt ist online

Das handschriftlich erhaltene Werk „Chronica von Thüringen und der Stadt Erffurth“ des Zacharias Hogel aus dem 17. Jahrhundert ist die wohl bedeutendste Chronik ihrer Zeit. Mit einem Umfang von 892 Folio-Seiten ist das Manuskript eine der ausführlichsten historischen Quellen für Thüringen und Erfurt.

Dank einer Initiative von Prof. Dr. Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur an der Universität Erfurt, ist die Chronik nun in hochauflösenden Bilddateien und einer Transkription weltweit öffentlich zugänglich

Mehr Informationen finden Sie hier.

Veranstaltungshinweise

„Sprachlandschaften“ – Fotowettbewerb der Romanistik

„Paisajes lingüisticos – Paysages linguistiques – Paesaggi linguistici – Sprachlandschaften“ – unter diesem Titel lädt das Fachgebiet Romanistik der Universität Erfurt zu seinem inzwischen 10. Fotowettbewerb ein. Vom 20. bis 28. Juni sind die Wettbewerbsbeiträge im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen.

Sprache im öffentlichen Raum, festgehalten in schriftlicher Form, spiegelt unser gesellschaftliches Zusammenleben wider. Die Antworten auf die Fragen, wann, durch wen, warum und wie Schrift wo angebracht wurde und was sie in diesem Zusammenhang bedeutet, sagt viel über die jeweilige Gesellschaft und ihre Kultur aus. Für empirische Zwecke, insbesondere zur Erforschung der Relation zwischen Sprachverwendung und Machtverhältnissen in mehrsprachigen und plurikulturellen Gesellschaften wird Schrift im öffentlichen Raum systematisch fotografiert und dokumentiert. Beim aktuellen Fotowettbewerb der Romanistik jedoch liegt der Fokus vielmehr auf der zwischenmenschlichen Kommunikation, der sprachlichen und kulturellen Diversität und nicht zuletzt auf der (ästhetischen) Gestaltung dieser Räume durch Sprache etwa in Form von Graffitis, Plakaten, Schriftzügen, Reklamen, Kunstobjekten u.a., die einen ausgewählten Ort im Sprachgebiet der Romania zu einer einzigartigen Sprachlandschaft erheben. Ein spannendes Feld, wie die Wettbewerbsbeiträge zeigen.

Nun sind die Besucher aufgerufen, ihre Stimme für das beste Foto abzugeben, denn neben dem Jurypreis wird auch in diesem Jahr wieder ein Publikumspreis verliehen.

Internationale LiLLT Konferenz 29.-31.08.2019 in Erfurt

Die Universität Erfurt ist Gastgeberin einer internationalen Tagung des Forschungsnetzwerks „Literature in Language Learning and Teaching“ (LiLLT), die vom 29. bis 31. August unter dem Titel „Literaturrecherche in Sprachlernumgebungen: Muster und Möglichkeiten“ in der Thüringischen Landeshauptstadt stattfindet. Ausgerichtet wird sie von der Professur für für Sprachlehr- und -lernforschung an der Philosophischen Fakultät (Prof. Dr. Petra Kirchhoff).

Als Referenten haben bereits Geoff Hall (University of Nottingham, Großbritannien); Claire Kramsch (Universität Berkeley, USA) und Emer O’Sullivan (Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland) ihre Teilnahme zugesagt. 

Eingeladen sind die Mitglieder des LiLLT-Forschungsnetzwerks, aber auch weitere interessierte Forscher aus dem Gebiet des (Fremdsprachen-)Lernens und Lehrens sowie angrenzenden Fachgebieten. Mehr Informationen finden Sie in diesem Flyer. Die Anmeldung ist möglich unter https://eveeno.com/lillt2019.

Publikationen

Neue Publikation: „Krieg um Troja“

Der Krieg um Troja gehört zu den zentralen Mythen Europas und ist Gegenstand von Homers großem Epos Ilias – doch gibt es aus der Antike auch „alternative Geschichten“ dazu: Die lateinischsprachigen Autoren Dictys und Dares nämlich behaupten, Augenzeugenberichte zu bieten und damit authentischer als Homer über Troja zu berichten. Da die griechischsprachige Ilias im Mittelalter und bis zur frühen Neuzeit nicht zugänglich war, haben die beiden lateinischen Werke zudem größte Bedeutung für die Rezeption des Troja-Stoffs bis in die frühe Neuzeit. In den letzten Jahren sind Papyri gefunden worden, die als griechische Vorlagen der lateinischen Werke gelten. 

Kai Brodersen, Professor für Antike Kultur, präsentiert diese Funde in einer neuen Publikation nun erstmals zweisprachig und ermöglicht gemeinsam mit der zweisprachigen Vorlage der Werke von Dictys und Dares einen neuen Zugang zu „alternativen Geschichten“ von Troja. 

Kai Brodersen
Dictys/Dares: Krieg um TorjaTroja

Berlin: De Gruyter, 2019

ISBN: 978-3-11-062013-9
448 Seiten
59,95 EUR

Prof. Dr. Gila A. Schauer, letzte Änderung: 25.06.2019

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