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Kolonialismus und Antikolonialismus? Frag doch einfach!

In der interdisziplinären UTB-Reihe „Frag doch einfach“ ist von Dr. Florian Wagner im Februar 2026 eine Einführung zur Geschichte von Kolonialismus, Antikolonialismus und Postkolonialen Debatten in Frage-und-Antwort-Form erschienen. In dieser Einführung zur Geschichte von Kolonialismus und Antikolonialismus erklärt der Autor, wie Europa fast die ganze Welt erobern konnte. Er zeigt, dass der Kolonialismus nicht nur eine vergangene Epoche der Gewaltherrschaft war, sondern bis heute Folgen für Menschen, Kultur und Umwelt hat. Mit besonderem Blick auf die Erfahrungen der Kolonisierten erzählt das Buch von ihrem alltäglichen Widerstand und dem Aufstieg schlagkräftiger antikolonialer Bewegungen. Ein abschließendes Kapitel widmet sich aktuellen Debatten um Erinnerungspolitik, koloniale Beutekunst und die Umbenennung von Straßennamen.

Florian Wagner
Kolonialismus und Antikolonialismus? Frag doch einfach!
Klare Antworten aus erster Hand
(Reihe: Frag doch einfach!)
Verlag: UTB, 2026
ISBN: 9783825261054
eISBN: 9783838561059
150 Seiten
24,90 EUR (print)

Aus dem Vorwort:
Die Antworten in diesem Buch sind weniger klar, als der Reihentitel verspricht. Sie fallen auch etwas länger aus als üblich. Der Grund dafür ist nicht unbedingt, dass das Thema zu komplex oder aktuell höchst umstritten ist. Vielmehr haben sich in der europäischen Gesellschaft Vorstellungen vom Kolonialismus festgesetzt, die aus dessen eigenen Reihen stammen und eher seiner Rechtfertigung dienten, als über ihn aufzuklären. In diesem Buch geht es also zunächst darum, die Kolonialität unserer eigenen Denk-, Sicht- und Darstellungsweisen (auch des Autors und der Leser*innen) aufzudecken und darauf aufbauend scheinbare Wahrheiten über den Kolonialismus auf ihre Belastbarkeit hin zu prüfen. Ein Weg dahin – und wohl der einzige Weg dorthin – ist es, denjenigen Menschen zuzuhören, die den Kolonialismus selbst erlebt haben oder unter seinen Folgen leiden. Die Sicht der Kolonisierten soll also in diesem Buch besonders hervorgehoben werden. Nur wenn sie – direkt oder indirekt – zu Wort kommen, sind die Inhalte dieses Buchs aus „erster Hand“, wie es der Reihentitel verspricht. Um die Einseitigkeit der Quellen zu überwinden, betrachtet dieses Buch auch die Geschichte des Antikolonialismus und geht auf postkoloniale Debatten ein. Postkoloniale Ansätze beruhen auf der durchaus (geschichts-)wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Kolonialismus nicht ausgestorben ist wie einst die Dinosaurier. Kolonialismus kann nicht darauf beschränkt werden, dass jemand eine fremde Flagge hisste und mit dem Einholen der Flagge sein Wirken wieder beendete. Vielmehr setzte sich der Kolonialismus in Kultur und Gesellschaft fest, welche „dekolonisiert“ werden müssen, um zu adäquaten Aussagen über die Weltgeschichte zu kommen. Das macht die Relevanz und Aktualität dieses Buches aus."

Der Autor
Florian Wagner lehrt und forscht zur Geschichte des Kolonialismus und der Migration. Nach sechs Jahren als Mitarbeiter an der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik an der Universität Erfurt leitet er dort nun ein Projekt zur Migrationsgeschichte in der DFG-Forschungsgruppe Freiwilligkeit. Er ist auch als Schulbuchautor und Herausgeber des Wissenschaftsblogs transimperialhistory.com tätig.

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