Projektstart für Forschungsvorhaben

Zum 1. März startet das Forschungsvorhaben „Sentimentanalyse zwischen Erkenntnisgewinn und Verfälschung? Eine Fallstudie zu Selbstzeugnissen zum Holocaust und seiner Nachgeschichte”.

Selbstzeugnisse, insbesondere von im Holocaust verfolgten Personen, sind zentrale historische Quellen, da sie individuelle Erfahrungen und Perspektiven dokumentieren, die in offiziellen Überlieferungen häufig fehlen, und zugleich eine wichtige Rolle in der Erinnerungskultur spielen. Vor dem Hintergrund des Endes der Zeitzeugenschaft und neuer digitaler Zugänge gewinnen KI-gestützte Verfahren zur Erschließung und Analyse solcher Quellen zunehmend an Bedeutung, bringen jedoch zugleich methodische und ethische Herausforderungen mit sich. Das im Rahmen des Incubator Funds 2026 von NFDI4Memory geförderte Projekt untersucht daher kritisch den Einsatz von KI-Methoden wie Sentimentanalyse und emotionsbasierten Ansätzen am Beispiel der Tagebücher der Theresienstadt-Überlebenden Martha Glass. Ziel des Vorhabens ist es, neue digitale Zugänge für die historische Forschung zu entwickeln und zugleich Impulse für eine reflektierte digitale Quellenkritik zu setzen; beteiligt sind die Digital Humanities an der Universität Erfurt, die Fachhochschule Erfurt sowie das Institut für die Geschichte der Deutschen Juden.

Projektübersicht auf der Website der Universität

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