Dr. Maria Framke

maria.framke@uni-erfurt.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Hidden histories: Frauen in ländlichen Entwicklungsprogrammen in Indien, c. 1920–1966“ (Historisches Seminar)

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Lehrgebäude 4 / Raum 114

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nach Vereinbarung

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Campus
Nordhäuser Str. 63
99089 Erfurt

Postanschrift

Universität Erfurt
Historisches Seminar
Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts
Postfach 90 02 21
99105 Erfurt

Dr. Maria Framke

Curriculum Vitae

seit 08/2021
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Hidden histories: Frauen in ländlichen Entwicklungsprogrammen in Indien, c. 1920–1966“, finanziert durch die DFG

11/2020–06/2021
Wissenschaftliche Beschäftigte in der Zentralredaktion von H-Soz-Kult, Humboldt-Universität zu Berlin

seit 07/2020
Affiliierte Forscherin am Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin 

04/2015–09/2019
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Europäische und Neueste Geschichte der Universität Rostock

01/2013–03/2015
Postdoktorandin an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich mit dem Forschungsprojekt „South Asian Humanitarianism in armed conflicts, 1899–1949“

08/2011–12/2012
Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Sonderforschungsbereichs „Repräsentationen sozialer Ordnung im Wandel“ an der Humboldt-Universität zu Berlin

9/2007–08/2011
Promotion zum Thema „Wahrnehmungen und Aneignungen von Faschismus und Nationalsozialismus in Indien, 1922–1939“, Jacobs University Bremen, Betreuer: Prof. Dr. Harald Fischer-Tiné

11/2010–09/2011
Koordination des DAAD-Projektes „A New Passage to India“ am Centre for Modern Indian Studies, Georg-August-Universität Göttingen

11/2007-06/2008
Koordination des Masterprogramms „Modern Global History“ der Jacobs University Bremen und der Universität Bremen

10/2001–05/2007
Magistra Artium (M.A.) in Geschichte und Gesellschaft Südasiens an der Humboldt-Universität zu Berlin und in Geschichte an der Freien Universität Berlin

08/2001
Bachelor (B.A.) in Betriebswirtschaft für Industriebetriebe an der Berufsakademie Berlin

Forschungsschwerpunkte

Geschichte Südasiens (19./20. Jahrhundert) und dessen Verflechtungen mit Europa und Asien

Kolonialismus und Imperialismus

Faschismus

Geschichte des Humanitarismus und von Flucht und Vertreibung

Geschlechtergeschichte

Biografiegeschichte

Forschungsprojekt

Hidden Histories: Frauen in ländlichen Entwicklungsprogrammen in Indien, c. 1920–1966

Das Projekt widmet sich Beiträgen indischer Frauen zu ländlichen Aufbauprogrammen von etwa 1920 bis 1966 und folgt dabei der Forderung, Gender als Analysekategorie in die Geschichte von Entwicklung einzubeziehen. Das Ziel des Projektes ist es, die Rolle von Frauen in der Gestaltung und Umsetzung von staatlichen und nichtstaatlichen ländlichen Entwicklungsprojekten in Indien in den Schlüsselbereichen Gesundheit, Bildung und Existenzsicherung zu untersuchen und auf diese Weise die Prozesse von Entwicklung und Staatsbürgerschaft neu zu erfassen. Diese Analyse verspricht sowohl neue Einsichten in die internationalen Verflechtungen zwischen Nordamerika, Europa und Südasien als auch auf die dazugehörigen Rückwirkungen auf die indische Nationalstaatsbildung. Während sich die Forschung bisher auf männliche Akteure konzentriert, verlagert das Projekt den Fokus auf Elite-Frauen und ihre Arbeit mit subalternen Zeitgenossinnen im ländlichen Raum. Obwohl staatliche Großinvestitionen zumeist die Modernisierung des industriellen Sektors forcierten, kam dem ländlichen Raum als Zentrum der landwirtschaftlichen Produktion verantwortlich für die Ernährungssicherheit eine gesonderte Bedeutung in indischen Entwicklungsvorhaben zu. Wie das Projekt zeigen wird, war der ländliche Raum dabei ein wichtiger Ort für die ‚geschlechtsspezifische‘ Ausgestaltung von Entwicklung. Eine Reihe von Entwicklungsprogrammen zur Verbesserung der Gesundheit von Mutter und Kind, zur Entwicklung von Heimindustrien und zur Alphabetisierung richtete sich ausdrücklich an Frauen in ländlichen Regionen. Das Projekt erforscht, ob diese von den Ideen des zeitgenössischen Sozialfeminismus beeinflussten Entwicklungsprogramme, dem konventionellen dualen Modell, das Arbeitsbereiche nach Geschlecht trennte, folgten oder ob sie es durchbrachen. Führte die Teilhabe von Frauen an Entwicklungsarbeit zu gleichberechtigter Staatsbürgerschaft? Um die Komplexität der Einflüsse und Wechselwirklungen zu untersuchen, die der Entwicklungsarbeit indischer Akteurinnen zugrunde lagen, kombiniert das Projekt einen biografischen mit einem institutionshistorischen Ansatz, mitsamt der Analyse der dazugehörigen Netzwerke. Darüber hinaus erlaubt es der zeitliche Rahmen, der sowohl die späte Kolonial- als auch die frühe postkoloniale Zeit umfasst, unerforschte Kontinuitäten und Brüche herauszuarbeiten. Aufgrund umfänglicher Vorarbeiten geht das Projekt von der fundierten Arbeitshypothese aus, dass das Aufeinandertreffen von Elitevorstellungen und ländlicher Realbedingungen Einblicke in die Verhandlung von Entwicklungsprogrammen ermöglicht, da es zentrale Kontroversen und Konfliktlinien zum Vorschein bringt. Zusammenfassend analysiert das Projekt wie Frauen ‚Entwicklung‘ konzipierten und nutzt die bei der Umsetzung dieser Initiativen entstandenen Auseinandersetzungen als Ausgangspunkt um neue Einblicke in die historische Genese und die Facetten von Staatsbürgerschaft in der größten Demokratie der Welt zu generieren.

Stipendien & Preise

07/2018
Förderpreis für Lehre der Universität Rostock 2018

04/2008–03/2010
„Global History Stipendium“ der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt

09/2009–10/2009 und 09/2010–10/2010
Stipendium des Deutschen Historischen Instituts in Rom

10/2008–12/2008
Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Indien

07/2008–08/2008
Stipendium des Deutschen Historischen Instituts in London

Engagement

H-Soz-Kult: Rezensionseditorin für Südasiatische Geschichte (seit 2017) und Mitglied der Steuerungsgruppe (seit 2020)

Interdisziplinäre Zeitschrift für Südasienforschung (IZSAF), hauptverantwortliche Herausgeberin (seit 2015)

Y-SASM – Young South Asia Scholars Meet, Gründungsmitglied

Publikationen

Monografie

2013: Delhi – Rom – Berlin. Die indische Wahrnehmung von Faschismus und Nationalsozialismus, 1922–1939, Darmstadt: WBG.
 

(Co-)Herausgeberschaften

Im Erscheinen 2021: The Routledge Handbook of the History of Colonialism in South Asia, herausgegeben zusammen mit Harald Fischer-Tiné, darin Kapitel: Indian humantarianism under colonial rule: Imperial loyalty, national self-asserttion and anticolonial emancipation.

2017: South Asia Chronicle, 7, Fokus: Revisiting Partition seventy years later: Of layered echoes, voices and memories, herausgegeben zusammen mit Anandita Bajpai.

2015: WerkstattGeschichte, 68, Themenheft Humanitarismus, herausgegeben zusammen mit Joel Glasman.

2014: Framke, Maria/ Lötzke, Hannelore/ Strauch, Ingo (Hg.): Indologie und Südasienstudien in Berlin: Geschichte und Positionsbestimmung, Berlin: trafo-Verlag, darin: Die Rolle der Berliner Indologie und Indienkunde im „Dritten Reich“, S. 89–128.
 

Zeitschriften- und Sammelbandbeiträge

Im Erscheinen 2021: Nationalsozialismus, antikolonialer Widerstand und Exilerfahrungen: Deutsch-indische und deutsch-deutsche Begegnungen in Britisch-Indien der 1930er und 1940er Jahre, in: Zedler, Jörg (Hg.): The Bombay Talkies Limited: Akteure – deutsche Einflüsse – kulturhistorischer Kontext, München: utzverlag, S. 103–135.

2020: The politics of gender and community: non-governmental relief in late colonial and early postcolonial India, in: Möller, Esther/ Paulmann, Johannes/ Stornig, Katharina (Hg.): Gendering Humanitarianism: Politics, practice, and empowerment during the twentieth century, London: Palgrave MacMillan, S. 143–166.

2017: ‘We must send a gift worthy of India and the Congress!’ War and political humanitarianism in late colonial South Asia, in: Modern Asian Studies, 51 (6), S. 1969–1998.

2017: India’s freedom and the League of Nations: public debates 1919–1933, in: Zachmann, Matthias (Hg.), Asia after Versailles. Asian Perspectives on the Paris Peace Conference and the Post-War World, 1919–1933, Edinburgh: Edinburgh University Press, S. 124–143.

2016: Political Humanitarianism in the 1930s: Indian Aid for Republican Spain, in: European Review of History, 23 (1-2), S. 63–81.

2016: Shopping ideologies for independent India? Taraknath Das’s engagement with Italian Fascism and German National Socialism, in: Itinerario, 40 (1), S. 55–81.

2014: International events, national policy: The 1930s in India as formative period for Non-alignment, in: Miskovic, Natasa/ Fischer-Tiné, Harald/ Boskovska, Nada (Hg.): Non-Aligned Movement and the Cold War, London: Routledge, S. 37–56.

2013: Internationalizing the Indian War on Opium: colonial policy, the nationalist movement and the League of Nations, in: Fischer-Tiné, Harald/ Tschurenev, Jana (Hg.): A History of Alcohol and Drugs in Modern South Asia: Intoxicating Affairs, London: Routledge, S. 155–171.

2013: Fascist Italy: Ideal Template for India's Economic Development, in: Schulz-Forberg, Hagen (Hg.): Zero Hours: Conceptual Insecurities and New Beginnings in the Interwar Period, Brüssel: P.I.E. Peter Lang, S. 77–96.

2012: Anti-Koloniale Solidarität? Der Abessinienkrieg, Indien und der Völkerbund, in: Kunkel, Sönke/ Meyer, Christoph (Hg.): Aufbruch ins postkoloniale Zeitalter: Globalisierung und die außereuropäische Welt in den 1920er und 1930er Jahren, Frankfurt am Main/New York: Campus, S. 190–207.

2011: Vorbild oder Feindbild? Die Wahrnehmung Japans in Indien von 1915–1920, in: Bochumer Jahrbuch zur Ostasienforschung, 34, S. 103–120.

2010: Umstrittene Geschichte: (Anti-)Faschismus und (Anti-)Kolonialismus in Indien, zusammen mit Jana Tschurenev, in: Prokla, 158 (1), S. 67–83.
 

Onlinepublikationen

2019: From local philanthropy to political humanitarianism: South Asian and Egyptian humanitarian aid during the period of decolonization, zusammen mit Esther Möller, ZMO Working Papers, 22.

2018: Indien als Zufluchtsort für jüdische NS-Flüchtlinge: Flucht, Antikolonialismus, und humanitäre Solidarität in der Zwischenkriegszeit, in: Interdisziplinäre Zeitschrift für Südasienforschung, 3, S. 92–104.

2014: Enzyklopädischer Eintrag: Annie Besant, in: 1914–1918-online. International Encyclopedia of the First World War.

2014: Hitler bei den Hindus: Unwissenheit und Verklärung prägen das Bild des Nationalsozialismus in Indien, in: bpb.

2013: Review Article: Encounters with Fascism and National Socialism in non-European Regions, in: South Asia Chronicle, 2, S. 350–374.