Universität Erfurt

Mittelalterliche Geschichte

Wintersemester 2019/20

B/BA-Veranstaltungen

 V - Heiligkeit im Mittelalter (Sabine Schmolinsky)

Do 12-14 Uhr

 

IPS - Die Stadt in der Geschichte A (Johanna Leithoff (Antike), Christian Oertel (Mittelalter))

Mo. 14-16 Uhr

Do. 16-18 Uhr

IPS - Die Stadt in der Geschichte B (Daniel Albrecht (Antike), Antje Schedel (Mittelalter))

Mo. 14-16 Uhr

Do. 16-18 Uhr

S3 - Mittelalter im Überblick (Antje Schedel)

Di. 16-18 Uhr

S3 - Stairway to Heaven: Jenseitsvorsorge im Mittelalter (Julia Seeberger)

Di. 14-16 Uhr

Die Vorstellung von einem Leben nach dem Tod ist ein zentrales Element christlichen Glaubens. Dass die Zeit im Jenseits jedoch durch bestimmte Handlungen im Diesseits beeinflussbar sei, war für die Menschen des Mittelalters von hoher Bedeutung und ließ ein geschäftiges Treiben für das Seelenheil entstehen.

Das Seminar wendet sich zunächst den Vorstellungen und der Topographie eines christlichen Jenseits im Mittelalter zu: Neben dem Himmel, als Ort für die Seligen und Guten, wird die Hölle, als Ort der verdammten Seelen, erkundet werden. Mit der Idee des Fegefeuers wird dem Jenseits ein weiterer Ort hinzugefügt, mit dem neue Formen der Jenseitsvorsorge entstehen konnten. In einem zweiten Teil beschäftigt sich das Seminar dann mit den Möglichkeiten der Jenseitsvorsorge, wozu die Idee des Ablasses, aber auch Seelenmessen, Stiftungen, Pilgerfahrten und Kreuzzüge zählen.

Im Zuge des Seminars werden Vorstellungen und Handlungsweisen der Menschen des Mittelalters vorgestellt werden, die unserem heutigen Leben und Denkweise fremd und sonderbar erscheinen. Aufgabe einer kulturgeschichtlichen Herangehensweise an das Mittelalter ist es daher, das Funktionieren vergangener Gesellschaften erklärbar zu machen. Neben den christlichen Textquellen bieten auch literarische Texte wie Dantes Göttliche Komödie Einblick in die mittelalterliche Gedankenwelt. Die Darstellung von der Angst vor dem Jüngsten Gericht oder unaushaltbaren Höllenqualen sind in steinernen und gemalten Abbildern des Mittelalters an Kirchen oder in der Buchmalerei überliefert; auch sie werden als Quellengrundlage im Seminar genutzt werden.

In Anlehnung an die Lehrveranstaltung findet am Freitag, den 15. November 2019, eine Exkursion nach Nürnberg statt. Weitere Informationen dazu erhalten Sie sowohl im Seminar als auch zu Beginn des Wintersemesters auf der Homepage der Professur für Mittelalterliche Geschichte.

 

Literatur:

DINZELBACHER, Peter (1996): Angst im Mittelalter. Teufels-, Todes- und Gotteserfahrung: Mentalitätsgeschichte und Ikonographie. Paderborn: Schöningh.

JEZLER, Peter (Hg.) (1994): Himmel, Hölle, Fegefeuer. Das Jenseits im Mittelalter. Eine Ausstellung des Schweizerischen Landesmuseums, in Zusammenarbeit mit dem Schütgen-Museum und der Mittelalterabteilung des Wallraf-Richartz-Museums der Stadt Köln. 2. durchgesehene Auflage. München (Veröffentlichung des Schweizerischen Landesmuseums).

LANG, Bernhard; MCDANNELL, Colleen (1990): Der Himmel. Eine Kulturgeschichte des ewigen Lebens. (Dt. Erstausg.) Frankfurt am Main: Suhrkamp (Edition Suhrkamp, 1586 = N.F., Bd. 586).

LANG, Bernhard (2019): Himmel, Hölle, Paradies. Jenseitsglaube von der Antike bis heute. München: C.H.Beck.

LE GOFF, Jacques (1984): Die Geburt des Fegefeuers. vom Wandel des Weltbildes im Mittelalter. Aus dem Franz. übers. von Ariane Forkel. Stuttgart: Klett-Cotta.

WEGMANN, Susanne (2003): Auf dem Weg zum Himmel. das Fegefeuer in der deutschen Kunst des Mittelalters. Köln: Böhlau.

S3 - Die Landgrafschaft Thüringen bis zum Aussterben der Ludowinger 1247 (Clemens Beck)

Do. 10-12 Uhr

Die Landgrafschaft Thüringen bildet den mittelalterlichen Kokon des modernen Freistaats. Im Gegensatz zu anderen Gebieten des ostfränkischen Reiches bildete sich in Thüringen im 9. und 10. Jahrhundert kein eigenständiges Stammesherzogtum heraus. Im Jahr 1131 erhob Kaiser Lothar III. von Süpplinburg die Ludowinger zu den Landgrafen von Thüringen, wodurch diese zu den wichtigsten Reichsfürsten aufstiegen. Die Wahl des Landgrafen Heinrich Raspe IV. im Jahr 1246 und sein söhneloser Tod nur ein Jahr später markieren sowohl den Höhepunkt als auch das Ende der ludowingischen Herrschaft.

Im Seminar behandeln wir die Gründe für den Aufstieg der „landfremden“ Ludowinger, den Landesausbau und deren wechselvollen Beziehungen zu den staufischen Herrschern. Daneben beschäftigen wir uns mit der Herrschaftsrepräsentation der Ludowinger, der heiligen Elisabeth von Thüringen und der Aufwertung Thüringens zu einem Zentrum der höfischen Kultur im 12. und 13. Jahrhundert.

 

Literatur:

Patze, Hans: Die Entstehung der Landesherrschaft, Teil 1 (= Mitteldeutsche Forschungen 22). Köln/ Graz 1962

Petersohn, Jürgen: Die Ludowinger. Selbstverständnis und Memoria eines hochmittelalterlichen Reichsfürstengeschlechts. In: Blätter für deutsche Landesgeschichte. 129 (1993), S. 1 – 39

Mägdefrau, Werner: Weltliche und geistliche Herrschaften im hohen Mittelalter. Aus der Geschichte Thüringens vornehmlich zur Zeit der Ludowinger Landgrafschaft. In: Unbehaun, Lutz (Hrsg.): Thüringen im Mittelalter. Die Schwarzburger (= Beiträge zur schwarzburgischen Kunst- und Kulturgeschichte, 3). Rudolstadt 1995, S. 28 – 78

Warsitzka, Wilfried: Die Thüringer Landgrafen. Jena 2004

Wittmann, Helge: Im Schatten der Landgrafen. Studien zur adeligen Herrschaftsbildung im hochmittelalterlichen Thüringen. Köln 2008.

S9 - Gewalt und ihre Kontexte im Mittelalter (Sabine Schmolinsky)

Mi. 10-12 Uhr

M/MA-Veranstaltungen

S9 - Paläographie des Mittelalters und der Neuzeit (Sabine Schmolinsky, Antje Bauer)

Di. 12-14 Uhr

Das Seminar bietet eine Einführung in das Lesen, die Transkription und die Beschreibung mittelalterlicher, frühneuzeitlicher und moderner Handschriften bis zum 19. Jahrhundert. Es wird mit Quellen aus der Bibliotheca Amploniana wie aus dem Stadtarchiv Erfurt gearbeitet werden, so dass Sie auch die beiden Typen der Aufbewahrung handschriftlicher Materialien kennenlernen werden. Nachbardisziplinen wie z.B. Kodikologie und Chronologie werden einbezogen werden, und ein Katalogisat für einen Katalog oder ein Inventar zu erstellen, wird geübt werden. Im Blick auf Ihre praktischen Fähigkeiten werden auch die grundlegenden Schritte auf dem Weg zu einer – kritischen – Edition von Texten behandelt werden.

Über die Prüfungsleistungen informieren wir Sie in der ersten Seminarsitzung.

 

Literatur:

Karin Schneider, Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten. Eine Einführung (Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. B: Ergänzungsreihe, Bd. 8), 3., überarb. Aufl., Tübingen 2014.

Mathias Kluge (Hg.), Handschriften des Mittelalters. Grundwissen Kodikologie und Paläographie, 3., erw. Aufl., Ostfildern 2019 [mit DVD].

Friedrich Beck/Eckart Henning (Hg.), Die archivalischen Quellen. Mit einer Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, 5., erw. u. aktual. Aufl., Köln u.a. 2012 (UTB 8273).

Friedrich Beck/Lorenz Friedrich Beck, Die Lateinische Schrift. Schriftzeugnisse aus dem deutschen Sprachgebiet vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Köln u.a. 2007.

S9 - Verwaltung im Spätmittelalter. Lektüre und Interpretation von archivalischen Zeugnissen (Karl Heinemeyer)

Do. 8-10 Uhr

Seit dem Spätmittelalter wird die Tätigkeit von landesherrlichen wie städtischen Verwaltungen immer deutlicher erkennbar, weil ihre Hinterlassenschaft an Umfang stetig zunimmt. Das gilt auch für Erfurt, wo neben der Selbstverwaltung der Stadt der Erzbischof von Mainz für seine thüringischen Besitzungen eine eigene Verwaltung unterhielt. Einblick in die Arbeit einer solchen landesherrlichen Behörde ebenso wie der Verwaltung einer spätmittelalterlichen Großstadt zu gewinnen, wird anhand bisher unveröffentlichter Archivalien besonders im Stadtarchiv Erfurt möglich sein. Zugleich soll an dem überwiegend deutschsprachigen Material nach einer knappen Einführung in die Paläographie das Lesen und Transkribieren spätmittelalterlicher Archivalien geübt werden.

Literatur:

I. Zum Thema:

Karl Heinemeyer, Die Erfurter „Grünen Bücher“. Zu Farbbüchern in der landesherrlichen Verwaltung im Spätmittelalter – zugleich zum ältesten Subsidienregister des Erzbistums Mainz, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 150 (2014) S. 245–282.

Alfred Kirchhoff, Die ältesten Weisthümer der Stadt Erfurt über ihre Stellung zum Erzstift Mainz (Halle 1870).

Mark Mersiowsky, Die Anfänge territorialer Rechnungslegung im deutschen Nordwesten. Spätmittelalterliche Rechnungen, Verwaltungspraxis, Hof und Territorium (Residenzforschung, Bd.9, Stuttgart 2000).

 

II. Zur Paläographie:

Elke Frfr. von Boeselager, Schriftkunde – Basiswissen (Hahnsche Historische Hilfswissenschaften, Bd.1, Hannover 2004).

Friedrich Beck / Lorenz Friedrich Beck, Die lateinische Schrift. Schriftzeugnisse aus dem deutschen Sprachgebiet vom Mittelalter bis zur Gegenwart (Köln u.a. 2007).

Walter Heinemeyer, Studien zur Geschichte der gotischen Urkundenschrift (Archiv für Diplomatik. Beiheft 4, Köln/Wien 1982).

Hellmut Gutzwiller, Die Entwicklung der Schrift in der Neuzeit, ebenda S. 381–488. – Richtlinien für die Edition landesgeschichtlicher Quellen, hg. von Walter Heinemeyer (Marburg/Hannover 2000), bes. S. 19–25 und S. 31–39.

Kolloquium zur Mittelalterlichen Geschichte (Sabine Schmolinsky)

Di. 16-18 Uhr

Das Kolloquium bietet Ihnen zum einen die Möglichkeit, Ihre entstehenden Arbeiten oder Ihr Forschungsprojekt vorzustellen. Zum anderen werden Vorträge auswärtiger Gäste stattfinden. Darüber hinaus sollen gemeinsam aktuelle Themen und Tendenzen in der mediävistischen Geschichtswissenschaft erarbeitet und diskutiert werden. Vorschläge Ihrerseits sind willkommen. Das Programm für das jeweilige Semester wird per Aushang sowie auf der "Aktuelles"- Homepage der Professur für Mittelalterliche Geschichte bekanntgegeben.

Selbststudieneinheit zur Mittelalterlichen Geschichte (Sabine Schmolinsky)

n. V.

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