Dr. Daniel Albrecht

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Independent Postdoc) der Forschungsgruppe Freiwilligkeitder Universität Erfurt im Bereich Alte Geschichte.

Forschungsschwerpunkte:

Geschlechtergeschichte, Geschichte der Männlichkeit, Politische Geschichte der Römischen Republik und des Klassischen Griechenland, Ordnungsvorstellungen und Organisation des Zusammenlebens in antiken Gesellschaften, Römische und Griechische Historiografie 

Curriculum Vitae und Publikationen

Kontakt:

  • LG 4 / Raum 131
  • Tel.: +49 (0)361 737 - 4402
  • daniel.albrecht@uni-erfurt.de
  • Sprechzeiten:
    • Aktuell nach Vereinbarung
    • Ab Wintersemester 2020/21 donnerstags, 14 - 15 Uhr (in der Vorlesungszeit, ansonsten nach Vereinbarung)

Laufende und abgeschlossene Projekte

Lehrveranstaltungen am Historischen Seminar (Alte Geschichte/Antike Kultur)

Aktuelle und kommende Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2020

Im Sommersemester 2020 bietet Dr. Albrecht keine Lehrveranstaltungen an.

Wintersemester 2020/21 (unverbindliche Vorschau)

SEMINAR S3

+++ Dies ist eine unverbindliche Vorschau. Erst nach dem Beschluss des Historischen Seminars und der Philosophischen Fakultät steht das Lehrangebot fest. +++

Die Briefwechsel des jüngeren Plinius / The Epistulae of Pliny the Younger
(Seminar S3, möglichst Do 10-12)

Die Briefwechsel des jüngeren Plinius geben einen Einblick in die Welt der römischen Elite des späten ersten und frühen zweiten Jahrhunderts n.Chr., in ihre Sichtweisen, Netzwerke und Themen. Da die Briefe von Anfang an zur Publikation bestimmt waren, handelt es sich dabei nicht um private Zeugnisse. Die vielfältigen, in den Briefen behandelten Themen - vom Ausbruch des Vesuv 79 n.Chr. über die Behandlung von Sklaven und Redeweisen vor Gericht bis zur Karriereplanung und zum Umgang mit Christen - werden im Seminar durch die gemeinsame Lektüre der Briefe des jüngeren Plinius erarbeitet und besprochen. So erschließt sich ein gleichermaßen umfassendes wie unvollständiges Panorama kulturhistorisch interessanter Aspekte der römischen Kaiserzeit.

The Epistulae of Pliny the Younger give us insights into the world of the Roman elite of the late first and early second centuries AD, regarding their perspectives, networks and topics. Since the letters were intended for publication, they cannot be considered as private correspondence. The diverse topics covered in the letters - ranging from the eruption of Vesuvius in 79 AD, the treatment of slaves and ways of speaking in court to career planning and early Christian communities - are elaborated and discussed in the seminar. This opens up a panorama, both extensive and incomplete, of interesting aspects of the cultural history of the Roman Empire.

Literatur / Bibliography: Gaius Plinius Caecilius Secundus (2003): Briefe / Epistularum libri decem, hrsg. Von Helmut Kasten. Berlin, Boston: De Gruyter. An der UB Erfurt auch online verfügbar unter: https://doi.org/10.1515/9783050093017

Leistungsnachweis / Credit Requirements: Aktive Teilnahme, Hausarbeit / Active participation, Hausarbeit

Kontakt / Contact
Dr. Daniel Albrecht - LG 4 / 131, Tel. 4402, daniel.albrecht@uni-erfurt.de
Sprechstunde in der Vorlesungszeit Do 14-15 / direct contact during term every Thursday 2-3 pm

 

SEMINAR S 9

+++ Dies ist eine unverbindliche Vorschau. Erst nach dem Beschluss des Historischen Seminars und der Philosophischen Fakultät steht das Lehrangebot fest. +++

Welche Antike? Wessen Antike? / Which antiquity? Whose antiquity?
(Seminar S9 (auch für W), möglichst Do 14-16)

"What is ,Classical' about Classical Antiquity?" fragt James I. Porter in der Einleitung seines 2006 publizierten Sammelbandes über die Classical Traditions of Greece and Rome. Er zeichnet den Begriff des Klassischen nach und wie ein Teil der griechisch-römischen Antike klassisch geworden ist, welche Ein- und Ausschlüsse damit verbunden sind und welche Bilder von Antike sich daraus in Rezeption und Forschung entwickelt haben.

In diesem Seminar wird es in einem ersten Schritt darum gehen, einzugrenzen, was unter dem vielfältigen und mehrdeutigen Begriff "Antike" verstanden werden kann. Ein zweiter Schritt greift die Fragen von James Porter auf und zeichnet die Entstehung der klassischen Antike im 19. Jahrhundert sowie ihre Wirkmächtigkeit bis in die Gegenwart nach. In einem dritten Schritt wird die griechisch-römische Antike im Sinne Dipesh Chakrabartys provinzialisiert, als eine von mehreren möglichen Antiken verstanden und danach gefragt, wem sie gehört - ist sie exklusiv europäisch oder sind auch hier, in einem so unwahrscheinlichen Feld, postkoloniale Perspektiven möglich und nötig? Was bedeuten "Griechen und Römer" in außereuropäischen Rezeptionen? Welchen Homer beschreibt J.L. Borges in El Hacedor und El Inmortal? Wie wird Alexander in Südasien rezipiert? Wie kommen Antigone nach Ghana, Aristoteles in die Karibik und Agamemnon nach Korea?

Den zentralen Fragen - Welche Antike? und Wessen Antike? - wird in Schlaglichtern auf europäische und außereuropäische Rezeptionen nachgegangen. Ziel ist es, die ,klassische Antike' als globales Erbe anzuerkennen, dabei aber die kolonialen Implikationen herauszuschälen und postkoloniale Perspektiven zu eröffnen.

In the introduction to his anthology on the Classical Traditions of Greece and Rome, published in 2006, James I. Porter raises the question: "What is 'Classical' about Classical Antiquity?" He traces the concept of the classical and demonstrates how parts of the Greco-Roman antiquity have become classical, which inclusions and exclusions are associated with these processes, and which pictures of antiquity have developed in reception and research.

The first step in this seminar will be to narrow down what can be understood by the ambiguous term "antiquity". A second step takes up the questions of James Porter and traces the emergence of classical antiquity in the 19th century and its effectiveness to the present day. In a third step, Greco-Roman antiquity is provincialized in the sense of Dipesh Chakrabarty, understood as one of several possible antiquities. In the seminar, we will raise the question to whom this heritage belongs: Is it exclusively European or are there, in such an unlikely field, post-colonial perspectives possible and necessary? What do "Greeks and Romans" mean in non-European receptions? What Homer is described by J.L. Borges in El Hacedor and El Inmortal? What images of Alexander can be found in South Asia? How did Antigone get to Ghana, Aristotle to the Caribbean and Agamemnon to Korea?

The central questions - Which antiquity? and Whose antiquity? - focus on European and non-European receptions. The aim is to recognize the 'classical antiquity' as a global heritage, but to extract the colonial implications and open up post-colonial perspectives.

Literatur /Bibliography:
    Bhabha, H.K.: Die Verortung der Kultur. Tübingen 2000.            
    Chakrabarty, D.: Provincializing Europe: Postcolonial Thought and Historical Difference. 5. Auflage. Princeton 2008.
    Hardwick, L./ Gillespie, C. (Hg.): Classics in Post-Colonial Worlds. Oxford 2007.
    Hardwick, L./ Stray, C. (Hg.): A Companion to Classical Receptions. Blackwell 2008.
    Jansen, L.: Borges' Classics. Global Encounters with the Graeco-Roman Past. Cambridge 2018.
    Lateiner, D.: Is Teaching Classics Inherently Colonialist? A Response. In: The Classical World, 96/4, 2003, 427-433.
    Lianeri, A. (Hg.): The Western Time of Ancient History. Cambridge 2011.
    Porter, J. I. (Hg.): Classical Pasts. The Classical Traditions of Greece and Rome. Princeton 2006.
    Renger, A.-B./ Fan, X. (Hg.): Receptions of Greek and Roman Antiquity in East Asia. Leiden 2018.
    Rosenberger, V. (Hg.): "Die Ideale der Alten". Antikerezeption um 1800. Stuttgart 2008.
    Schüren, U./ Segesser, D.M./ Späth, T. (Hg.): Globalized Antiquity. Uses and Perceptions of the Past in South Asia,   Mesoamerica, and Europe. Berlin 2015.
    Vasunia, P.: The Classics and Colonial India. Oxford 2013.

Leistungsnachweis / Credit requirement: Aktive Teilnahme, Hausarbeit / Active participation, Hausarbeit

Kontakt / Contact
Dr. Daniel Albrecht - LG 4 / 131, Tel. 4402, daniel.albrecht@uni-erfurt.de
Sprechstunde in der Vorlesungszeit Do 14-15 / direct contact during term every Thursday 2-3 pm

Vergangene Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2016/17 bis Wintersemester 2019/20

WiSe 2016/17: Integriertes Proseminar
SoSe 2017: Die römische Frühzeit im Spiegel augusteischer Literatur
WiSe 2017/18: Formen von Freiwilligkeit in der griechisch-römischen Antike
SoSe 2018: Was Sie immer schon über die späte Römische Republik wissen wollten und HBO nie zu fragen wagten
SoSe 2018: Studium Fundamentale mit A. Brodocz: Gender in Theorie und Praxis
WiSe 2018/19: Die Welt des Odysseus
SoSe 2019: keine Lehrveranstaltung
WiSe 2019/20: Integriertes Proseminar