Neuere Englische Literaturwissenschaft

Die anglistische Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät interessiert sich für Literatur und Kultur der anglophonen Welt außerhalb der USA und ist sowohl in den BA-Studiengängen Anglistik und Literaturwissenschaft als auch den lehramtsbezogenen MEd- und den wissenschaftlich vertiefenden MA-Programmen (Literaturwissenschaft) vertreten. Gegenstand des Studiums anglistischer Literaturwissenschaft ist die englischsprachige Literatur seit der Frühen Neuzeit in ihrer historischen Tiefe und geographischen Breite unter Berücksichtigung kultureller, sozialer und politischer Zusammenhänge sowie zentrale Theorien, Methoden und Probleme der Literaturwissenschaft.

Out now!

Cover of my new book Diffractive Reading
Click on the cover or below for more information Publisher information
Cover of my new book Konfessionspolitik
Click on the cover or below for more information Publisher information

Projekte

Erfurter Netzwerk zum Neuen Materialismus

Erfurter Netzwerk zum Neuen Materialismus

Project-related publication: Kai Merten, ed. Diffractive Reading: New Materialism, Theory, Critique (Series New Critical Humanities). London: Rowman & Littlefield International, 2021.

Das Erfurter Netzwerk zum Neuen Materialismus (ENNM) beschäftigt sich mit neomaterialistischen Strömungen in gegenwärtiger Philosophie sowie Literatur- und Kulturtheorie. Diese Strömungen unternehmen eine Neubewertung und Neubeschreibung der außersprachlichen Realität nach und jenseits des linguistic turn. Im New Materialism werden daher die in den Literatur- und Kulturwissenschaften weit verbreiteten Überzeugungen einer kulturellen Verfasstheit von Welt und Wirklichkeit teils in Frage gestellt und hintergangen, teils aber auch überschritten und dabei integriert. Im Vordergrund steht für die Gruppe daher die Frage, ob und inwieweit sich der New Materialism als Methode (oder Methodenkritik) in den Literatur- und Kulturwissenschaften eignet. Zudem sondiert die Gruppe Möglichkeiten einer europaweiten Zusammenarbeit und ist daher an einem Netzwerkantrag zum Verhältnis des New Materialism zu Literatur und Ästhetik beteiligt.
Die Gruppe unternimmt derzeit vor allem gemeinsame Textlektüren und hat zahlreiche Vorträge organisiert sowie zwei Workshops (Kathrin Thiele/ Birgit Kaiser; Bogna Konior) abgehalten. Im September 2019 hat sie eine internationale Tagung zur Thematik 'New Materialist Literary Theory' abgehalten.
Als Arbeitshypothese geht die Gruppe von der Beobachtung aus, dass es im New Materialism zwei Grundpositionen gibt. Eine Position nimmt an, dass das Handeln menschlicher Akteure stets mit demjenigen nicht-menschlicher Akteure verknüpft ist. Gespiegelt wird diese Überzeugung in ‚Verknüpfungs‘-Begriffen wie Karen Barads ‚Onto-Epistemology‘ oder Donna Haraways ‚Naturecultures‘. Die zweite Position betont im Gegensatz dazu die menschliche Distanz zu den Objekten der Umwelt, die in ihrem vollen Sein durch die verfügbaren Relationen nicht einmal im Ansatz erschließbar seien. Diese Position findet ihren Ausdruck in Denkrichtungen wie der ‚Object-Oriented Ontology‘ oder dem ‚Speculative Realism‘.
Das Netzwerk möchte sich beide Positionen erschließen, und sie einerseits auf ihre Vereinbarkeit und andererseits auf ihre Bezugnahme und Beziehbarkeit auf literarische Texte und kulturelle Praktiken hin befragen.

Mitglieder

  • Kerstin Howaldt, Doktorandin, Neuere Englische Literaturwissenschaft
  • Chaniga Chaipan, Doktorandin, Neuere Englische Literaturwissenschaft
  • Annemarie Mönch, Graduate Student, Neuere Englische Literaturwissenschaft
  • Prof. Kai Merten, Neuere Englische Literaturwissenschaft
  • Dr. Dunja Mohr, Wiss. Mitarbeiterin, Neuere Englische Literaturwissenschaft
  • René Porschen, Graduate Student, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
  • PD Dr. Annina Klappert, Wiss. Mitarbeiterin, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
  • Dr. Peter Schuck, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft

Religiöse Medienkonflikte in der Frühen Neuzeit

Religiöse Medienkonflikte in der Frühen Neuzeit

Tagung Religiöse Medienkonflikte in der Frühen Neuzeit

Veröffentlichung: Konfessionspolitik und Medien in Europa 1500-1700: Konflikte, Konkurrenzen, Theorien (Reihe Diskursivierung von Wissen in der Frühen Neuzeit). Berlin: De Gruyter Oldenburg. (Klick aufs Titelbild oben für mehr Informationen)

 

Die Tagung geht von der These aus, dass die reformatorischen Idolatrievorwürfe gegen tradierte religiöse Praktiken und Gegenstände ab dem frühen 16. Jahrhundert Materie als Trägerin bzw. Kommunikatorin religiöser Spiritualität, mithin als Medium, diskutieren. Die Tagung interessiert sich in diesem Zusammenhang für religiös fundierte bzw. dimensionierte Konflikte zwischen Medien, mit Medien und in Medien, etwa Bild, Text und Theater. Die beschriebenen Medienkonflikte reichen gerade aufgrund ihrer religiösen Fundierung weit über theologische Debatten hinaus und schließen auch soziale, politische und ästhetische Fragen ein. Insgesamt sollen das 16. und 17.Jahrhundert als Zentralabschnitt der europäischen Mediengeschichte mit spürbaren Auswirkungen bis in die heutige Zeit erstehen.

Internationale Tagung organisiert von Prof. Kai Merten (Universität Erfurt) und Prof. Claus-Michael Ort (CAU, Kiel), in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Gotha

Gotha, Schloss Friedenstein, Herzog-Ernst-Kabinett, 27.–29.9.2017

Vorträge

  • Prof. Dr. Ulrich Heinen (Wuppertal): Gottes Sammlung verbotener Bilder. Die Erfindung des Museums in der katholischen Reform
  • Prof. Dr. Johann Anselm Steiger (Hamburg): Intermedialität und Interkonfessionalität. Die Kanzel in St. Marien in Rostock als Beispiel
  • Prof. Dr. Kai Bremer (Gießen): Jesuitische Bildpropaganda im Konflikt. Der Streit um das Prager Bild 1585
  • Prof. Dr. Stephanie Wodianka (Rostock): Die Stimme der Betrachtung: Medienkonflikte in der romanischen Meditationsliteratur
  • Bianca Hufnagel, M.A. (Tübingen): „Quamobrem uelim adolescentes ex his libris ad nostram religionem rerum uerba formasque deportare.“ – Die Bedeutung von Editionen der Werke Ciceros für die frühneuzeitliche religiöse (Medien-)Kompetenz.
  • PD Dr. Ralf Haekel (Mannheim): Häresie als Medieneffekt im Werk John Miltons
  • Dr. Elke Huwiler (Amsterdam):Theater als Medium der Konfessionalisierung: Reformatorische und gegen-reformatorische Spielpraktiken in der Schweiz des 16. Jahrhunderts
  • PD Dr. Dieter Fuchs (Wien): Wort und Bild: Hamlet und die Jungfräuliche Empfängnis
  • Prof. Dr. Gabriele Müller-Oberhäuser (Münster): Verbrennen oder korrigieren: Bücherverbrennungen und Bücherverstümmelungen in England unter Heinrich VIII.
  • Dr. des. Dominik Sieber (Tübingen): „Es ist aber ouch ain schlechte gedechtnuß, die man von grebern unnd todten gmeld haben muß […]“ – Grabmonumente als problematische Medien in der schweizerisch-oberdeutschen Reformation
  • Dr. Haruka Oba (Kurume): Medienkonkurrenz innerhalb einer Konfession? Unterschiedliche mediale Konzepte der Orden am Beispiel der Darstellung japanischer Märtyrer
  • Dr. Christian Mühling (Würzburg): Die französische Tagespublizistik unter Ludwig XIV. im Spannungsfeld von innerer Kirchen- und europäischer Mächtepolitik

Figurentheater als Modell von Literatur und Sprache im 20. und 21. Jahrhundert

Figurentheater ist eine kulturelle Praxis, die seit dem beginnenden 20. Jahrhundert als moderne Fortführung von Puppentheater europaweit und insbesondere auch in Thüringen, etwa am Bauhaus in Weimar oder dem bedeutenden, aus der DDR-Tradition modernen Figurenspiels hervorgegangenen Theater Waidspeicher in Erfurt, im Fokus steht. Zwischen unterschiedlichen Kunstformen wie Installation, Objekttheater und modernem multimedia theatre angesiedelt, ist das Figurentheater ein Brennpunkt künstlerischer Ästhetik und kultureller Identitätspraxis.

Aus dieser Perspektive lässt sich vermuten, dass die Thematisierung von Figurentheater in einer ganzen Reihe von Romanen des 20. und 21. Jahrhunderts einen selbstreflexiven, roman- und literaturästhetischen Stellenwert hat, zumal es der Begriff der ‚Figur‘ in einzigartiger Weise ermöglicht, Objekt und Sprache, Bühne und Textseite sowie abstrakten Begriff und konkrete Verkörperung zusammenzudenken. Anhand der Untersuchung englischsprachiger und nicht-englischsprachiger literarischer Texte soll im Projekt erkundet werden, inwieweit sich Figurentheater als Modell einer zeitgenössischen literarischen Ästhetik, einer aktuellen Körperkultur/-politik oder aber auch (literarischer) Sprache im Allgemeinen konturieren und profilieren lässt. Eine Zusammenarbeit mit dem Theater Waidspeicher und insbesondere dem dortigen Synergura-Festival ist in Planung.

Team

Prof. Dr. Kai Merten
Prof. Dr. Kai Merten

 

Prof. Dr. Kai Merten

Universitätprofessor

Dr. Dunja Mohr
Dr. Dunja Mohr

 

Dr. Dunja Mohr

Habilitandin

Annemarie Mönch
Annemarie Mönch

 

Annemarie Mönch

Promovendin

Dr. Sam Wiseman
Dr. Sam Wiseman

 

Dr. Sam Wiseman

Lehrbeauftragter

Kerstin Howaldt
Kerstin Howaldt

 

Kerstin Howaldt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Mahtab Dadkhah
Mahtab Dadkhah

 

Mahtab Dadkhah

Promovendin

Chaniga Chaipan
Chaniga Chaipan

 

Chaniga Chaipan

Promovendin

René Porschen

Doktorand

 

Sekretariat

Yvonne Kirmse (derzeit nicht im Dienst)

vertreten durch:

Beata Golabka
Sekretariat der Professur für Neuere englische Literaturwissenschaft
(Seminar für Literaturwissenschaft)
Mitarbeitergebäude 1 / Raum 709
Sprechzeiten
nach Vereinbarung