| Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft

Wie gelingt gute Gesundheitskommunikation?

Wie können Menschen fundierte Gesundheitsentscheidungen treffen? Darüber diskutierte Prof. Dr. Cornelia Betsch beim Multistakeholder-Dialog von Wissenschaft im Dialog mit Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft.

Was macht gute Gesundheitskommunikation aus – und wie lässt sie sich weiterentwickeln? Mit diesen Fragen beschäftigte sich am 8. Oktober 2026 der Multistakeholder-Dialog „Entwicklungen der Gesundheitskommunikation – Zwischen Verhaltensbeeinflussung und informierter Entscheidung“ in den Räumlichkeiten der Charité in Berlin. Eingeladen hatten Wissenschaft im Dialog (WiD), das Harding-Zentrum für Risikokompetenz und die Medizinische Hochschule Brandenburg.

Den Auftakt gestaltete Prof. Dr. Cornelia Betsch, Inhaberin der Professur für Gesundheitskommunikation und Direktorin des Institute for Planetary Health Behaviour (IPB) an der Universität Erfurt, mit einem Impulsvortrag zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Gesundheitskommunikation.

Dabei betonte sie, dass Gesundheitsverhalten nicht allein durch individuelle Entscheidungen geprägt wird. Auch soziale, kulturelle und strukturelle Bedingungen spielen eine wichtige Rolle. Das gilt insbesondere für die Verbindung zwischen menschlicher und planetarer Gesundheit: Herausforderungen wie Klimawandel, Hitze und Antibiotikaresistenzen lassen sich nicht allein durch Veränderungen des individuellen Verhaltens bewältigen.

Betsch stellte außerdem den Ansatz der Behavioural and Cultural Insights (BCI) vor. Er unterstützt die Entwicklung menschenzentrierter, partizipativer, chancengerechter und evidenzbasierter Maßnahmen. Beispiele aus der Impfkommunikation und Präventionsarbeit zeigten, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in zielgruppengerechte Angebote einfließen können.

Auf Grundlage aktueller Ergebnisse des Wissenschaftsbarometers 2026 tauschten sich die Teilnehmenden anschließend über Erwartungen, Chancen und Herausforderungen der Gesundheitskommunikation aus. In Gruppenarbeiten und einer gemeinsamen Diskussion entwickelten sie Impulse für deren Weiterentwicklung. Die Ergebnisse fließen in die WiD-Perspektiven ein, in denen unterschiedliche fachliche Sichtweisen und Empfehlungen zusammengeführt werden.

Der Dialog bot damit wichtige Anknüpfungspunkte für die Frage, wie Gesundheitskommunikation Menschen zu informierten Entscheidungen befähigen und zugleich gesellschaftliche Rahmenbedingungen berücksichtigen kann.

Fotos: Simon Esser / Wissenschaft im Dialog

Kontakt:

Inhaberin der Professur für Gesundheitskommunikation
(Philosophische Fakultät)
C19 – Forschungsbau „Weltbeziehungen“ / C19.01.27

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