Arbeitsverwaltung – Verwaltungsarbeit: Computerisierung und Digitalisierung der bundesrepublikanischen Sozialverwaltung
Janik Hollnagel, M. A.
Arbeitsverwaltung – Verwaltungsarbeit: Computerisierung und Digitalisierung der bundesrepublikanischen Sozialverwaltung
Dissertationsprojekt
Nicht erst im Jahr 2026 sind Verwaltungsinstitutionen der Bundesrepublik und nicht zuletzt die Sozialverwaltungen im Zentrum politischer Kontroversen. Sie seien zu groß, zu teuer, zu schwerfällig und bürgerfern. In der Debatte erscheinen die Behörden mitunter als monolithische Black Boxes, deren komplexes Handeln undurchsichtig bleibt — und die eine starke Persistenz gegenüber Digitalisierung und anderer (technologiegetriebener) Rationalisierung aufweisen. Dabei befindet sich das Handeln der Sozialverwaltung in einem permanenten Wandel, der stets auch mit der Einführung neuer Technologien und Techniken der Digitalisierung und Computerisierung verbunden war. Digitalisierung und Automatisierung standen mit Verwaltungspraktiken in Wechselwirkungen: Sowohl kann eine technische Innovation Anpassungen im Verwaltungshandeln nach sich ziehen als auch eine geplanter Verwaltungsaus-, -ab- oder -umbau die Suche nach neuen Techniken erfordern.
Dieser Wandel soll von zwei Seiten fokussiert werden: Zum einen ist zu fragen, welche Technologien aus welchen Gründen in der Sozialverwaltung eingeführt wurden. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf den Praktiken der Verwaltungsarbeit selbst. Untersucht wird, wie die Mitarbeiter:innen mit den neuen Technologien in Interaktion traten, wie ihr Arbeitsalltag durch sie (um)strukturiert wurde, welche Handlungsmacht und -autonomie sie gewannen oder verloren. Damit verbunden ist auch die Frage nach Wandel der Erfahrungen für die Sozialstaatsklient:innen.

