Janik Hollnagel, M. A.

janik.hollnagel@uni-erfurt.de

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Automatisierung und Digitalisierung in der Sozialverwaltung“ (Historisches Seminar)

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Janik Hollnagel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere, Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik der Universität Erfurt. Seit Oktober 2026 bearbeitet er ein Dissertationsprojekt zur Geschichte von Automatisierung und Digitalisierung in der Sozialverwaltung. Dabei legt er einen besonderen Fokus auf die Computerisierung der Arbeitsverwaltung in der Bundesrepublik und die Veränderungen von Arbeitspraktiken und Klientenerfahrungen im Zusammenspiel mit den neuen Technologien.

Darüber hinaus ist er an der Arbeitsstelle Universitätsgeschichte der Freien Universität Berlin assoziiert. Dort ist er an einem Publikationsprojekt sowie der Koordination einer Bibliographie zur Geschichte der FU beteiligt.

Forschungsschwerpunkte

- Geschichte der Verwaltungsarbeit und der Sozialpolitik in der Bundesrepublik
- Geschichte der Computerisierung und Digitalisierung in der Bundesrepublik
- deutsche und europäische Universitätsgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insb. der Studierendenbewegungen
- Geschichte der Neuen Linken, der Neuen Sozialen Bewegungen und des Alternativen Milieus in der Bundesrepublik
- Geschichte der Arbeiter:innenbewegung und des sozialistischen Denkens

Dissertationsprojekt

Arbeitsverwaltung – Verwaltungsarbeit: Computerisierung und Digitalisierung der bundesrepublikanischen Sozialverwaltung

Nicht erst im Jahr 2026 sind Verwaltungsinstitutionen der Bundesrepublik und nicht zuletzt die Sozialverwaltungen im Zentrum politischer Kontroversen. Sie seien zu groß, zu teuer, zu schwerfällig und bürgerfern. In der Debatte erscheinen die Behörden mitunter als monolithische Black Boxes, deren komplexes Handeln undurchsichtig bleibt — und die eine starke Persistenz gegenüber Digitalisierung und anderer (technologiegetriebener) Rationalisierung aufweisen. Dabei befindet sich das Handeln der Sozialverwaltung in einem permanenten Wandel, der stets auch mit der Einführung neuer Technologien und Techniken der Digitalisierung und Computerisierung verbunden war. Digitalisierung und Automatisierung standen mit Verwaltungspraktiken in Wechselwirkungen: Sowohl kann eine technische Innovation Anpassungen im Verwaltungshandeln nach sich ziehen als auch eine geplanter Verwaltungsaus-, -ab- oder -umbau die Suche nach neuen Techniken erfordern.

Dieser Wandel soll von zwei Seiten fokussiert werden: Zum einen ist zu fragen, welche Technologien aus welchen Gründen in der Sozialverwaltung eingeführt wurden. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf den Praktiken der Verwaltungsarbeit selbst. Untersucht wird, wie die Mitarbeiter:innen mit den neuen Technologien in Interaktion traten, wie ihr Arbeitsalltag durch sie (um)strukturiert wurde, welche Handlungsmacht und -autonomie sie gewannen oder verloren. Damit verbunden ist auch die Frage nach Wandel der Erfahrungen für die Sozialstaatsklient:innen.

Mitgliedschaften

- seit 2022 Redaktionsmitglied bei „Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien“
- seit 2026 Vorstandsmitglied des Fördervereins für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung
- Mitglied im Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung
- Mitglied in der Gesellschaft für Historische Sozialpolitikforschung

Publikationen

Herausgeberschaften

- Heftverantwortung für: Arbeiter:innenkultur(en): Alltag jenseits der Arbeit Schwerpunktheft Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien 24.3 (2025) (gemeinsam mit Eric Angermann/Minas Hilbig).

- Heftverantwortung für: 100 Jahre Rote Hilfe. Praktiken der Solidarität. Schwerpunktheft Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien 23.3 (2024) (gemeinsam mit Knud Andresen/Mareen Heying/Katja Reuter).

- Heftverantwortung für: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien 22.1 (2023) (gemeinsam mit Bernd Hüttner).

- FU70: Gegendarstellungen, Berlin 2018 (gemeinsam mit Fabian Bennewitz/Johanna Keil/Tilman Schneider).

Aufsätze

- Kritik der Wissenschaftspraxis vor Ort. Die Fachschaftsinitiative Geschichte an der Freien Universität Berlin in den 1980er-Jahren, in: Anna Horstmann/Ruth Pope (Hrsg.): Aktivismus und Expertise. Wissensgeschichten sozialer Bewegungen seit den 1970er Jahren, Berlin 2026, S. 103–125.

- Arbeiter:innenkultur(en): Alltag jenseits der Arbeit, in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien Nr. 24.3 (2025), S. 8–19 (gemeinsam mit Eric Angermann/Minas Hilbig).

- 100 Jahre Rote Hilfe. Praktiken der Solidarität. Einleitung, in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien Nr. 23.3 (2024), S. 9–23 (gemeinsam mit Knud Andresen/Mareen Heying).

Rezensionen

- Detlef Siegfried (Hrsg.): Global Europe Underground. Transnationale Netzwerke und globale Perspektiven europäischer Alternativmilieus 1965–1985, de Gruyter, Berlin/Boston 2025, 303 S., in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien Nr. 25.3 (2026), S. 172–175.

- Michael Hewener (Hrsg.): Johannes Agnoli oder: Subversion als Wissenschaft, Karl Dietz, Berlin 2025, 176 S., in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien Nr. 25.3 (2026), S. 152–155.

- Benedikt Sepp: Das Prinzip Bewegung. Theorie, Praxis und Radikalisierung in der West-Berliner Linken 1961–1972, Wallstein, Göttingen 2023, 352 S., in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien Nr. 24.1 (2025), S. 149–152.

- Olaf Kistenmacher: „Gegen den Geist des Sozialismus“. Anarchistische und kommunistische Kritik der Judenfeindschaft in der KPD zur Zeit der Weimarer Republik, Ça Ira, Freiburg/Wien 2023, 153 S., in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien Nr. 24.1 (2025), S. 134–137.

Berichte

- Der Ort des Kommunismus in den westeuropäischen Demokratien seit 1945. 5. Hermann-Weber-Konferenz, Berlin, 15.–17. März 2023, in: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien Nr. 22.3 (2023), S. 145–149.

Weiteres

- Rote Hilfe: Die Organisation linker Solidarität, in: ND. Die Woche, 25.10.2024 (gemeinsam mit Knud Andresen/Mareen Heying)

- Erinnerungshistorische Debatten im Kontext der FU, in: Mittelhof e. V. (Hg.): 5 Jahre Registerstelle Steglitz-Zehlendorf, Berlin 2021, S. 54f.

- Der Streit um den Namen, in: Jungle World Nr. 25.18 (2021), S. 10f (gemeinsam mit Fabian Bennewitz).

- FSI Geschichte Begins, in: Fabian Bennewitz/Janik Hollnagel/Johanna Keil/Tilman Schneider (Hrsg.): FU70: Gegendarstellungen, Berlin 2018, S. 178–182.

- Interview mit Anne Bonny [Pseudonym], in: Fabian Bennewitz/Janik Hollnagel/Johanna Keil/Tilman Schneider (Hrsg.): FU70: Gegendarstellungen, Berlin 2018, S. 102–105.

- Interview mit Sigrid Fronius, in: Fabian Bennewitz/Janik Hollnagel/Johanna Keil/Tilman Schneider (Hrsg.): FU70: Gegendarstellungen, Berlin 2018, S. 30–35.

- Editorial, in: Fabian Bennewitz/Janik Hollnagel/Johanna Keil/Tilman Schneider (Hrsg.): FU70: Gegendarstellungen, Berlin 2018, S. 3f.