Aktuelle Veranstaltungen
"Heimat im Umbruch". Die Transformation des ländlichen Raumes in Thüringen von 1945 bis heute
im Haus Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt
1. Juni 2026
14.30 -18.30 Uhr Tagung
19.30 Uhr Dokumentarfilm „Geist der Heimat“, danach Gespräch mit Regisseur René Ehrhardt und Produzent Jonny Zimmermann
2. Juni 2026
10.00 - 15.30 Uhr Tagung
Programm zum Download
Plakat zur Filmvorstellung
Thüringen ist ein Land, das von tiefgreifenden historischen Umbrüchen geprägt ist. Von den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen während der DDR-Zeit bis hin zu den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen nach der Wiedervereinigung hat sich die Region immer wieder neu erfinden müssen. Diese Veränderungsprozesse waren in überregionale und globale Transformationen eingebunden, so dass auch nach der Verschränkung zwischen lokalen, regionalen und überregionalen Dynamiken zu fragen ist. In Thüringen, einem ‚Land ohne Metropolen‘, gibt es kaum größere Städte und wenige Industriezentren. Hier zeigen sich politische, wirtschaftliche und soziale Wandlungsprozesse auf spezifische Weise, nämlich in einer ländlichen Konstellation. In diesem Sinn stellt der ländliche Raum Thüringens, der durch verschiedene Phasen der Zerstörung, Neuordnung und Transformation gegangen ist, ein einzigartiges Forschungsfeld dar.
Eine umfassende Studie zu den Auswirkungen dieser langfristigen Veränderungen auf den ländlichen Raum Thüringens seit dem Zweiten Weltkrieg fehlt bislang, obwohl die Transformationserfahrungen für die politische Landschaft und das Verständnis von heutiger Identität und Heimat von entscheidender Bedeutung sind. Die Tagung möchte hier bestehendes Wissen erstmal zusammenführen und diskutieren.
Den Blick auf die Transformationsprozesse des ländlichen Raumes verbinden wir mit der Frage nach „Heimat“. Galten Positionen, die von „Heimat“ sprechen, lange Zeit als eher unkritisch verklärend und tendenziell „ostalgisch“, so verbinden sich mit „Heimat“ im Hinblick auf die DDR- und Transformationszeit auch systemkritische und negative Erinnerungen. Nicht zuletzt war „Heimat“ auch ein Propagandabegriff der DDR-Regierung.
Bei der Tagung geht es auch um die Politisierung von Erfahrungen im ländlichen Raum: Inwiefern haben die spezifischen Erfahrungswelten im ländlichen Raum Auswirkungen auf die politischen Einstellungen der Menschen? Inwiefern wurden die Erfahrungen zu unterschiedlichen Zeiten zum Anknüpfungspunkt politischer Initiativen bzw. auch politisch instrumentalisiert?
- Eine Tagung des Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik (Universität Erfurt) und der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung.
Wenn Sie sich für Veranstaltungen zum Thema „Koloniales Erbe in Thüringen“ interessieren, besuchen Sie gerne die Website der wissenschaftlichen Koordinationsstelle.
Sie sind an weiteren Veranstaltungen der Oral History Forschungsstelle interessiert?
Sie möchten sich über frühere Veranstaltungen der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik informieren?

