Tagungen zur Geschichte der (Sozial-)Psychologie

Internationaler Workshop, 22./23. März 2021 (wird ggf. verschoben)

Halyna Zubchenko and Hryhoriy Pryshedko, The Triumph of Cybernetics, c. 1970s. Mosaic on the facade of the former Glushkov Institute of Cybernetics of the National Academy of Sciences of Ukraine, Kiev. Photo: Oleksiy Radynski.
Halyna Zubchenko and Hryhoriy Pryshedko, The Triumph of Cybernetics, c. 1970s. Mosaic on the facade of the former Glushkov Institute of Cybernetics of the National Academy of Sciences of Ukraine, Kiev. Photo: Oleksiy Radynski.

Psychologie und Selbsttechniken im sozialistischen Europa

Formen der angewandten Psychologie haben im 20. Jahrhundert stetig an Bedeutung gewonnen. Einen neuen Höhepunkt erreichte die Psychologisierung in der zweiten Jahrhunderthälfte, als sich vormals therapeutische Praktiken auch in nicht-klinischen Bereichen verbreiteten, beispielsweise in Selbsterfahrungsgruppen oder im Managementtraining. Auffällig ist, dass jener Psychoboom bislang fast ausschließlich als westliches Phänomen diskutiert wird. Eine weitreichende These der Forschung lautet, dass psychologische Interventionen in westlichen Gesellschaften gar zum Bestandteil liberalen Regierens avancierten – indem sie als Technologien des Selbst dazu beitragen, dass Individuen ihr Verhalten verstärkt selbst regulieren und optimieren.

Der Workshop fragt: Sind psychologische Selbsttechniken auf den Kontext liberaler Demokratien festgelegt? Mittels einer Reihe konkreter Fallbeispiele aus den sozialistischen Ländern sollen Bedeutungen und Funktionen herausgearbeitet werden, die psychologischer Expertise im Staatssozialismus zukam.

Rückfragen zum Workshop gehen an: verena.lehmbrock@uni-erfurt.de

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Wahrheit zurichten. Über Sozio- und Psychotechniken, Konstanz, 11.-13. Juli 2014.