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Hochwasserschutz in Kahla: Studierende übergeben Forschungsergebnisse als Policy Brief

Was brauchen Menschen in Kahla, damit Hochwasserschutz und Renaturierung vor Ort Rückhalt finden? Studierende des Masterstudiengangs Gesundheitskommunikation haben dazu geforscht und ihre Ergebnisse am 28. Oktober 2026 in Erfurt vorgestellt. Die Stadt Kahla und ihre Partner erhielten die Befunde als Policy Brief.

Die Hochwasser von 1994 und 2013 sind im thüringischen Kahla vielen noch in Erinnerung. Die Stadt an der Saale arbeitet an ihrer Klimaanpassung und plant unter anderem die Renaturierung eines Bachs. Im Seminar “Empirische Methoden” (Prof. Dr. Cornelia Betsch / Dr. Sabine Best) im Masterstudiengang Gesundheitskommunikation haben Studierende in vier Forschungsgruppen untersucht, wie Menschen in Kahla und darüber hinaus über Hochwasser, Vorsorge und naturnahen Hochwasserschutz denken.

Dafür sprachen die Studierenden mit Mitgliedern des Kahlaer Stadtrats, mit Anwohner*innen, die auch selbst vom Hochwasser betroffen waren, und mit Landwirt*innen. Ergänzend führten sie bundesweite Online-Studien zur Akzeptanz von Renaturierung und zur Frage durch, warum Menschen Informationen über Hochwasserrisiken manchmal lieber meiden. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass die Bevölkerung Renaturierung insgesamt breit unterstützt, und zwar unabhängig davon, ob sie als Klimaschutzmaßnahme dargestellt wird oder nicht. Betroffene haben nach 2013 bereits viel in den eigenen Schutz investiert. Landwirt*innen, deren Flächen von Renaturierung oft direkt berührt sind, stehen ihr zurückhaltender gegenüber und wünschen sich vor allem, frühzeitig beteiligt zu werden.

Die  Masterstudierenden präsentierten die Ergebnisse bei einer Veranstaltung am 26. Oktober an der Universität Erfurt, bei der der Studiengang Gesundheitskommunikation zugleich seinen neuen Jahrgang begrüßte. Den Policy Brief nahmen Karsten Schmidt, Klimaanpassungsmanager der Stadt Kahla, sowie Jan Rosenbaum (Stadt Kahla), Andreas Jäger und Michel Kuttenkeuler von der LEG Thüringen (Aktionsbündnis Innenstädte mit Zukunft) entgegen. Die Befunde sollen in die weitere Planung der Klimaanpassung in Kahla und in die Renaturierung einfließen.

Wir freuen uns sehr, dass unsere Studierenden an einer echten Frage aus der Region forschen und ihre Ergebnisse dorthin zurückgeben konnten, wo sie gebraucht werden. Wir danken der Stadt Kahla und allen Teilnehmenden für die Unterstützung. 

Die finale Version des Policy Briefs wird in Kürze unter der Kategorie IPB Policy Briefs auf der Seite des Institute for Planetary Health Behaviour öffentlich verfügbar sein. 

Ansprechpartnerin:

Inhaberin der Professur für Gesundheitskommunikation
(Philosophische Fakultät)
C19 – Forschungsbau „Weltbeziehungen“ / C19.01.27

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