2020 - 2023 Textverständnisstörungen bei Aphasie

Modellgeleitete Diagnostik und strategiebasierte Intervention (Sarah-Maria Thumbeck)

Textverständnisstörungen bei Aphasie

(English version below)

In meiner Promotionsarbeit beschäftige ich mich mit Textverständnisstörungen bei Aphasie. Ich plane derzeit die Studie „Die Effektivität einer strategiebasierten Behandlung von Textverständnisstörungen bei Aphasie: Eine Prä-Post-Studie mit Kontrolle durch Wartephase“. Die Studie ist registriert im Deutschen Register Klinischer Studien (DRKS) (https://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00021411).

Kurzbeschreibung

Hirnverletzungen, z.B. durch einen Schlaganfall, können zu Problemen mit der Sprache (Aphasie) führen. Bei einer Aphasie können Betroffene Schwierigkeiten haben, Texte wie z.B. Briefe, E-Mails oder Bücher zu verstehen. Aus bisherigen Studienergebnissen geht nicht hervor, welche sprachtherapeutische Behandlung bei solchen Störungen besonders wirksam ist. Es gibt jedoch vielversprechende Hinweise, dass bestimmte Lesestrategien den Betroffenen helfen könnten, Texte wieder besser zu verstehen.
In dieser Studie werden die Auswirkungen von zwei verschiedenen Kombinationen von Lesestrategien und von einer Therapiepause miteinander verglichen. Dafür nehmen 24 erwachsene Menschen mit einer Aphasie an vierzehn Therapieeinheiten teil. Jede Therapieeinheit dauert eine Stunde. Außerdem erhalten sie vier Wochen lang keine Therapie. Die Hälfte der Einheiten soll das Verständnis von Einzelinformationen verbessern, die andere Hälfte soll das Verständnis von Hauptinformationen verbessern. Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, Deutsch als Muttersprache sprechen, eine Aphasie oder Restaphasie haben und Schwierigkeiten beim Lesen und Verstehen von Texten haben. Die Aphasie muss seit mindestens 3 Monaten bestehen. Die Teilnahme ist nicht möglich mit einer Legasthenie oder bei Erkrankungen, die zu abnehmenden oder stark schwankenden sprachlichen oder kognitiven Leistungen führen. Vor und nach jeder Phase werden unterschiedliche Ebenen des Textverständnisses und die Auswirkungen auf das Lesen im Alltag untersucht. Es wird untersucht, ob es zu stärkeren Verbesserungen kommt, wenn eine Behandlung durchgeführt wird (im Gegensatz zu keiner Therapie) und ob bestimmte Textverständnisprozesse mit bestimmten Lesestrategien verbessert werden können. Wir vermuten, dass eine strategiebasierte Behandlung wirksamer ist als keine Behandlung und dass sich die verschiedenen Strategiekombinationen spezifisch auf die betrachteten Textverständnisebenen auswirken. Außerdem nehmen wir an, dass es positive Veränderungen beim Lesen im Alltag der Teilnehmer geben wird.

 

 

English version:

 

I focus on text level reading comprehension in persons with aphasia. Currently, I am planning the study “Efficacy of a Strategy-Based Intervention on Text Level Reading Comprehension in Persons with Aphasia: A Waiting Phase Controlled Pre-Post Study”. It is registered on DRKS (https://www.drks.de/drks_web/navigate.do?navigationId=trial.HTML&TRIAL_ID=DRKS00021411).

 

Short description of the study

Acquired brain injury as caused by stroke can result in a variety of language difficulties including aphasia. With aphasia, it may be difficult to understand texts such as letters, e-mails or books. Current research does not allow sound conclusions about the effectivity of different treatments by speech and language pathologists. However, there are indications that specific reading strategies may help to improve text comprehension.
In this study, the effects of a waiting period and of two different combinations of reading strategy interventions will be compared. 24 adults with aphasia will participate in a waiting period without aphasia therapy and in 14 treatment sessions. Each session lasts one hour. Seven of these sessions will focus on the comprehension of details and the remainder on the text’s main information. Participants must have had (residual) aphasia for at least three months, be at least 18 years old, speak German as their native language and have problems with reading and understanding texts. Participation is not open to those experiencing reading difficulties prior to the onset of aphasia or with any disease that results in decreasing or fluctuating language or cognition. Before and after each treatment period, text comprehension and reading activities will be examined. We will investigate whether therapy will result in larger improvements than no therapy, and whether there will be strategy-specific effects on reading comprehension. We expect that strategy-based interventions will cause stronger improvements than no therapy and that there will be strategy-specific effects on different text comprehension processes. Furthermore, we expect that participants’ everyday reading activities will improve following the interventions.