Visuelle Wortakzent-Markierung zur Förderung der Lesekompetenz bei Leseanfängern

 

Promotionsprojekt von Miriam Grunwald

Prosodie umfasst übergeordnete Eigenschaften der Lautsprache wie z.B. die Betonung von Silben. In der deutschen Schriftsprache ist der Wortakzent jedoch nicht markiert, was besonders für schwache Lesende das korrekte Betonen einzelner Wörter erschwert. Neben der korrekten Lautzuordnung ist die richtige Wortakzentzuweisung entscheidend für Aussprache und Verständnis. Eine visuelle Markierung der betonten Silbe könnte daher insbesondere Leselernende beim Leseerwerb unterstützen.

Das Projekt gliedert sich in zwei Untersuchungsphasen. Zunächst wird eine bundesweite Online-Befragung von Lehrkräften durchgeführt, die deren Erfahrungen, Einstellungen und den Einsatz silbischer Markierungen im Erstleseunterricht erfasst, sowohl mit als auch ohne Berücksichtigung des Wortakzents. Aufbauend darauf wird in einer experimentellen Studie untersucht, ob eine explizite visuelle Markierung der wortakzenttragenden Silbe die Leseperformanz von Grundschulkindern beeinflusst. Als Maße der Leseleistung werden unter anderem Reaktionszeit, Korrektheit sowie das Lese-Sinn-Verständnis herangezogen.

Die Ergebnisse liefern empirische Grundlagen für die Gestaltung von Lehrwerken, die Weiterentwicklung des Erstleseunterrichts sowie die Konzeption gezielter Fördermaterialien, insbesondere für leseschwache Kinder.