Sophie Kühnlenz, M.A.

sophie.kuehnlenz@uni-erfurt.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin (Historisches Seminar)

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LG 4 / Raum-140

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nach Vereinbarung

Sophie Kühnlenz, M.A.

Zur Person

  • Seit 08.2022 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Historischen Seminar der Universität Erfurt, Lehrstuhl Neuere, Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik (Prof. Dr. Christiane Kuller)
  • 04.2022 – 06.2022 Visiting Research Fellow Centre for Contemporary and Digital History (C2DH), University of Luxembourg
  • 09.2021 – 12.2021 Scholar in Residence, Forschungsinstitut, Technisches Museum Wien, Österreich
  • 01.2020 – 03.2020 Visiting Research Fellow Carleton Centre for Public History, Carleton University Ottawa, Kanada, (Prof. David Dean)
  • 04.2019 – 03.2022 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im a.r.t.e.s. EUmanities Programm, Universität zu Köln (Marie Skłodowska-Curie grant agreement No 713600)
  • 04.2015 – 09.2017 Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung
  • 10/2014-11/2017 Master-Studium, Public History, Freie Universität Berlin
  • 10/2010–10/2013 Bachelor-Studium, Hauptfach Geschichte, Nebenfächer Biologie und Friedens- und Konfliktforschung, Philipps-Universität Marburg

Forschungsschwerpunkte

  • Public History
  • Geschichtskultur- und Museumsforschung
  • Science and Technology Studies (STS)
  • historische Frauen- und Geschlechterforschung
  • Soziale Bewegungen

Publikationen

  • Zusammen mit Anna Valeska Strugalla: Vernetzte Objekte. Geschichtskulturelles Lernen im digitalen Raum, in: Brüning, Christina (Hg.): Historisches Erzählen in Digitalien. Theoretische Ansätze und empirische Beobachtungen zur Entwicklung historischer Sinnbildungen im digitalen Raum, Frankfurt/ Main (Wochenschau Verlag) 2023 (forthcoming)  
  • Zusammen mit Sophie Gerber: Feminist and Queer Perspectives on Food. Queere und feministische Perspektiven auf Essen und Ernährung für eine kritisch-reflexive Museumspraxis, in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 2022, S. 265-280 (in Druck)
  • Remixing Industrial Pasts: Constructing the Identity of the Minett, Exhibition Review in: Artefact - Techniques, histoire et sciences humaines, No. 17/2022 (forthcoming)
  • Eindeutig uneindeutig, beständig unbeständig. Museum queer-feministisch: Gedanken zum Weiterdenken, in: Widersprüche! Kuratorisch handeln zwischen Theorie und Praxis (curating. ausstellungstheorie und -praxis Bd. 6), hrsg. von Martina Griesser et al., Berlin/Boston 2022 (forthcoming)
  • Waschtag. Haushaltsgeräte von Belang, in: Werkstatt Geschichte Nr. 84, Rubrik Dingfest, Bielefeld 2021/2, S. 135-139

Medien

  • Geschichte für alle: How to pimp Technikmuseen - Diverser ist spannender. Interview mit Deutschlandfunk Nova, 30.01.2021          
  • Zu wenig Vielfalt im Technikmuseum? Interview-Beitrag von Joyce Lok Teng Lee, zusammen mit Dr. Sophie Gerber (TMW), in: WDR 5 Scala, 02.03.2021
  • „Der umkämpfte Krieg“ - Zur Unvereinbarkeit von Geschichte und Politik, Hintergründe zum Streit um das Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig, in: Der Westpreuße 4/2018 (Juli/August), S. 21-22

Promotionsprojekt

Das Marie-Curie-Phänomen: Industrie- und Technikmuseen in geschlechterhistorischer Perspektive

Die zweifache Nobelpreisträgerin Marie Skłodowska Curie (1867–1934) findet sich in vielen technik- und wissenschaftshistorischen Ausstellungen im deutschsprachigen Raum. Für die Sichtbarkeit von Frauen in einer männlich dominierten (Technik-)Geschichte mag dies zunächst wie ein gutes Zeichen erscheinen: Herausragende Wissenschaftlerinnen wie Curie oder die Kernphysikerin Lise Meitner (1878 -1968), die Computerpionierin Ada Lovelace (1815-1852) oder die Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000) werden beispielsweise in der „Frauengalerie“ im Technischen Museum Wien als relevante Akteurinnen für ihren Beitrag zur Wissenschafts- und Technikgeschichte gewürdigt. Werden Frauen wie Curie aber nur als Zusatz oder weibliche Ausnahmeerscheinung präsentiert, ist dies nur ein erster Schritt hin zu einer geschlechtersensiblen Museumspraxis. Wie Museen mit Geschlecht als analytischer Kategorie in ihrer Praxis umgehen, ob und wann das Marie-Curie-Phänomen – Frauen als Ausnahme von der Regel – in Sammlung, Ausstellung und Vermittlung in den Hintergrund tritt zugunsten einer systematischeren Auseinandersetzung mit Geschlecht und Technik im Kontext sich wandelnder gesellschaftlicher Machtverhältnisse steht im Zentrum des Promotionsprojekts. Als Fallbeispiele dienen das Technische Museum Wien, das Deutsche Technikmuseum Berlin, das Museum der Arbeit in Hamburg und die Zentrale des Sächsischen Industriemuseums in Chemnitz.

Technik- und Industriemuseen, die in ihren Verflechtungen und Abgrenzungen zueinander hier gemeinsam in den Blick genommen werden, sind aus geschlechterhistorischer Perspektive spannende Untersuchungsgegenstände. Sie sind meist für männliche Besucher attraktiver, bezeugen mittels Sammlung und Ausstellung männlich konnotierten technischen Fortschritt, stellen Geschichte(n) aus und Gegenwart mit her. Gerade ein Blick auf Geschlechterbilder, Ein- und Ausschlüsse, sichtbare und unsichtbare Arbeit, auf Museen als Orte feministischer Kritik und Vernetzung, bietet spannende Ansatzpunkte, um Museumspraxen als kontingent, situiert und eingebunden in gesellschaftliche Machtverhältnisse zu analysieren. Leitend ist dabei die Frage, wie sich die Museen mit den Chancen und Grenzen einer genderinformierten musealen Praxis auseinandersetzen und wie sie die diskursive Aushandlung gendersensibler Ansätze in Sammlung, Ausstellung und Vermittlung implementieren.