Johanna Käsmann, M.A.

johanna.kaesmann@uni-erfurt.de

Projektskizze

Projektskizze

Reißende Stellen. Orte des Schreibens in Wolfgang Hilbigs Romanen (Arbeitstitel)

Das angestrebte Projekt zielt auf eine textorientierte Anknüpfung an die Forschung zu den Werken Wolfgang Hilbigs und auf bislang noch nicht im Fokus stehende Überlegungen zur Schreibszene in seinen Romanen Eine Übertragung„Ich“ und Das Provisorium. Untersucht werden soll, wie in Szenen des Schreibens der Schreibakt und das Geschriebene zusammenfallen und inwieweit dies mit den topographischen Konstellationen der Szenen korrespondiert. Einerseits sollen im Zuge dieses Projekts die Orte, an denen die Protagonisten schreiben, in Bezug zum Verfahren der Textproduktion gesetzt werden. Andererseits soll der Riss, der durch die Szenen des Schreibens und die Konvergenz von Schreibprozess und -produkt evoziert wird, hinsichtlich seines topographischen Status analysiert werden. Aufgrund der Betrachtung von Schreibakten und deren Topographie stellt das Projekt auch grundlegende Fragen nach der Bedingtheit des literarischen Schreibens in der Deutschen Demokratischen Republik und der Reziprozität von Schreiben und politischem System. Dabei soll nicht nur analysiert werden, inwieweit kulturelle Aspekte und politische Dependenz in die Romane Einzug gehalten haben, sondern auch, wie ihre literarische Verarbeitung diese Aspekte nach der deutschen Wiedervereinigung problematisiert.

Wissenschaftlicher Werdegang

Wissenschaftlicher Werdegang

ab Januar 2020 | Christoph-Martin-Wieland-Stipendium der Universität Erfurt, Mitglied im Forum: Texte. Zeichen. Medien.

ab Oktober 2019 | Promotionsstudium Literaturwissenschaft, Universität Erfurt

August 2019 bis Oktober 2019 | Promotionsvorbereitungsstipendium der Philosophischen Fakultät, Universität Erfurt

März 2017 bis September 2019 | Tätigkeit als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (bei Herrn apl. Prof. Dr. Dietmar Schmidt)

Oktober 2016 bis Juli 2019 | Unterstützung bei der Erstellung wissenschaftlicher Beiträge für den Internetauftritt der Literaturwissenschaft

Oktober 2016 bis September 2019 | Master-Studium Literaturwissenschaft, Universität Erfurt, Masterarbeit „Zur Grenze hin-schreiben. Reinhard Jirgls Hundsnächte“, Note 1,0, Abschluss: Master of Arts, Note 1,0

Oktober 2015 bis März 2019 | Tutorentätigkeit zur Vorlesung „Einführung in die Literaturwissenschaft“, Universität Erfurt

Oktober 2013 bis September 2016 | Bachelor-Studium Hauptfach Germanistik, Nebenfach Philosophie, Universität Erfurt, Bachelorarbeit „Korrespondenz zwischen der zeitlichen Diffusion und dem Prozess von Ich zum „Ich“ in Wolfgang Hilbigs „Ich‘“, Note 1,3, Abschluss: Bachelor of Arts, Note 1,3

 

Forschungsinteresse

Forschungsinteresse

  • Wende- und Nachwendeliteratur
  • Schreibszene, Schreibprozessforschung
  • Schreiborte/Raumtheorie
  • Wolfgang Hilbig
  • Reinhard Jirgl

Vorträge und Publikationen

Publikationen und Vorträge

Publikationen

  • Zur Grenze hin-schreiben. Reinhard Jirgls Hundsnächte, in: Svenja Engelmann-Kewitz; Charlenna; Rika Sakalak (Hg.): Literatur und das Böse. A. Bachmann Verlag. (im Erscheinen) 
  • Rez. zu Eugen Ruge: "Zwischen zweihundertsechsundvierzig Seiten. Eugen Ruges Metropol" sowie ein Beitrag zum "Frauen(-figuren) und Mythen – eine Diskussion über Neuerscheinungen, nicht ganz so neue Trends und #metoo" und die Mitherausgabe (in) der Zeitschrift LIT ERA TUR, seit 2020

 

Vorträge

  • Bürokratie im Monolog. Wolfgang Hilbigs Eine Übertragung (1989) (Vortrag auf der Konferenz „Bürokratische Szenen des Schreibens“ an der Universität Erfurt am 28.05.2021)

  • Geschriebene Ent-Wirklichung. Von Manuskripten zum Roman Eine Übertragung von Wolfgang Hilbig (Vortrag im Rahmen des zweiten Workshops für Nachwuchswissenschaftlicher*innen der Erfurter RaumZeit-Forschung19. Februar 2021)

  • Organisation eines Workshops zum Thema „Bürokratische Szenen des Schreibens“ mit Prof. Gloria Meynen und Prof. Rüdiger Campe (9. und 10. Dez. 2020, online) und einer Tagung zum selben Thema (27. und 28. Mai 2021, Erfurt)

  • "I angehaltener Tod: die !grausamste aller Todes-Strafen“ – Körper im anhaltenden Sterbeprozess des politischen Systems. Reinhard Jirgls Hundsnächte, (Vortrag im Rahmen des 10. Studierendenkongresses Komparatistik, zum Thema „Literatur und das Böse“ an der Ruhr-Universität Bochum, 13. – 15. Juni 2019)

Lehrveranstaltungen

Lehrveranstaltungen

Es schreibt sich wie von selbst. Schreiben (mit) der Maschine (SoSe 2021)

Schreiborte, geschriebene Orte (SoSe 2020)

Zerfall – Raum und Körper (SoSe 2019)