Dr. Thomas Glaser

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
(Seminar für Literaturwissenschaft)
Mitarbeitergebäude 1 / Raum 410
Sprechzeiten
nach Vereinbarung
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Sekretariat

Sarah Althaus
Sekretariat der Professur für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
(Seminar für Literaturwissenschaft)
Mitarbeitergebäude 1 / Raum 306
Sprechzeiten
nach Vereinbarung

Weitere Informationen

Curriculum vitae

Curriculum vitae

Nach dem Abitur in Stuttgart studierte Thomas Glaser Germanistik, Geschichte und Philosophie an den Universitäten München und Tübingen. Er war in der freien Theaterszene in Stuttgart aktiv und arbeitete als Regieassistent am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Nach seinem Studium war er mehrere Jahre als Wissenschaftlicher Angestellter am Landesmuseum Württemberg in Stuttgart tätig und war im Gründungsvorstand des Landesverbands für Museumspädagogik Baden-Württemberg. Er promovierte an der Universität Erfurt mit einer Arbeit über „Physikalische, anthropologische und mathematische Modellierungen ästhetischer Mitteilung bei Kant, Schiller, Fr. Schlegel und Novalis“ und war PostDoc am Forum Texte.Zeichen.Medien sowie Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft der Universität Erfurt. Im Rahmen eines umfänglichen EU-Projektes verwaltete er zusammen mit Anselm Haverkamp die Professur für Rhetorik an der Leuphana Universität Lüneburg.

Seit 2016 ist Thomas Glaser wieder als Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt tätig; im WS 2019/20 bekleidete er eine Gastprofessur an der Leuphana Universität Lüneburg.

Thomas Glaser studied German Literature, History and Philosophy at the Universities of Munich (LMU) and Tübingen. He worked as an assistant director at the Badisches Staatstheater Karlsruhe and as a research assistant at the Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. He was a founding board member of the Association of Museum Education Baden-Württemberg and did his PhD at the University of Erfurt on the problem of aesthetic communication in the works of Kant, Schiller, Friedrich Schlegel and Novalis. He was postdoctoral research fellow at the Forum Texte.Zeichen.Medien at the University of Erfurt. At Leuphana University Lüneburg he held a professorial chair of Rhetoric with Anselm Haverkamp.

Since 2016 he works as a Wissenschaftlicher Mitarbeiter in the departement of Neuere Deutsche Literaturwissenschaft at the University of Erfurt. 2019-2020 he was visiting professor at the Leuphana University Lüneburg.

Forschungsgebiete

Forschungsgebiete

Seine Forschungsgebiete sind:

  • Literatur und philosophische Ästhetik
  • Theorie und Geschichte der Rhetorik, Rhetorik kultureller Konstrukte
  • Literatur und Konzepte der Bildung (Platon, Rousseau, Schiller, Stifter)
  • Rhetorisch-literaturwissenschaftliche Verfahren und kompetenzorientierter Unterricht

In seinem Habilitationsprojekt geht es um „Rhetorik ästhetischer Erziehung“.

His areas of research are:

  • Literature and Philosophical Aesthetic
  • Theory and History of Rhetoric, Rhetoric of Culture
  • Literature and Concepts of Bildung (Platon, Rousseau, Schiller, Stifter)
  • Rhetorical Procedures and Teaching at Schools.

His current research project deals with the rhetoric of aesthetic education.

Publikationen

Publikationen

Mongraphie

Geteiltes Empfinden. Ästhetiken der Mitteilung nach der Rhetorik, Kadmos, Berlin 2021 (im Erscheinen)

Sammelbände

(Mit Karin Beck, Thorsten Bothe, Claudia Heuer, Andreas Seifert, Julia Schütz): Bildung und Hochschule. Neue Ansätze für Studium und Lehre, Waxmann, Münster, New York 2016.

(Mit Bettine Menke): Experimentalanordnungen der Bildung. Exteriorität, Theatralität, Literarizität, Wilhelm Fink, München 2014.

Beiträge in Sammelbänden und Zeitschriften

Roland Barthes’ Critical Writing from the Materials of Cy Twombly—and the Criticism of Form in the Early Texts of Lukács and Benjamin, in: Sami Khatib, Holger Kuhn, Oona Lochner, Isabel Mehl, Beate Söntgen (Hgg.), Critique: The Stakes of Form, Diaphanes, Zürich 2020, S.239-258.

Zeichen an der Schrift – Zeichen der Schrift? Gedankenstriche und Schriftauszeichnung als „Désœvrement“ bei Novalis, in: Helga Lutz, Nils Plath, Dietmar Schmidt (Hgg.), Szenen der Schrift, Kadmos, Berlin 2017, S.77-83.

Der verschwindende Akoluth. Zur unheimlichen Aufhebung des Ereignisses im Erzählen von Adalbert Stifters „Kalkstein“, in: Anna Häusler, Martin Schneider (Hgg.), Ereignis Erzählen. Zeitschrift für Deutsche Philologie, Sonderheft zum Band 135, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2016, S.143-165.

Kultur Können. Rhetorik und die Möglichkeit universitärer Bildung, in: Karin Beck, Thorsten Bothe, Thomas Glaser u.a. (Hgg.), Bildung und Hochschule. Neue Ansätze für Studium und Lehre, Waxmann, Münster, New York 2016, S.33-52.

(Mit Karin Beck, Thorsten Bothe, Claudia Heuer, Julia Schütz, Andreas Seifert), Bildung und Hochschule: Warum?, in: Karin Beck, Thorsten Bothe, Thomas Glaser u.a. (Hgg.), Bildung und Hochschule. Neue Ansätze für Studium und Lehre, Waxmann, Münster, New York 2016, S.9-15.

Ästhetische Erziehung und die Politik der Allegorie. Rousseau - Schiller - Rancière, in: Ulla Haselstein (Hg.), Allegorie, Walter de Gruyter, Berlin 2015, S.469-498.

Ästhetische Erziehung zur armen Gemeinschaft. Zum vierten Buch von Rousseaus Émile. Ou de l‘éducation, in: Maud Meyzaud (Hg.), Arme Gemeinschaft: Die Moderne Rousseaus, S.98-129, b_books, Berlin 2015.

Disziplinierte Töchter - Väterliche Bildungsversuche in Schillers Der versöhnte Menschenfeind und Stifters Turmalin, in: Bettine Menke, Thomas Glaser (Hgg.), Experimentalanordnungen der Bildung. Exteriorität, Theatralität, Literarizität, Wilhelm Fink, München 2014, S.147-170.

(Mit Bettine Menke): Experimentalanordnungen der Bildung. Exteriorität – Theatralität – Literarizität. Ein Aufriss, in: Bettine Menke, Thomas Glaser (Hgg.), Experimentalanordnungen der Bildung. Exteriorität, Theatralität, Literarizität, Wilhelm Fink, München 2014, S.7-21.

Translatio imperii als Katachrese. Gestörte Politik der Übertragung in Ottos III. Rede an die Römer, in: Jörg Dünne, Martin Jörg Schäfer, Myriam Suchet, Jessica Wilker (Hgg.), Intraduisibles - Unübersetzbarkeiten. Sprachen, Literaturen, Medien, Kulturen / Langues, Littératures, Médias, Cultures, Collection du Centre d'Études Poétiques, Édition des Archives Contemporaines, 2013, S.285-295.

SCHÖNES LEHREN - SELBSTZITAT. Schillers ästhetischer Briefwechsel und seine Wiederkehr als Werk der Editorik, in: Rudolf Helmstetter, Holt Meyer, Daniel Müller-Nielaba (Hgg.), Schiller. Gedenken - Vergessen - Lesen, Wilhelm Fink, München 2010, S.123-160.

Opera seria? - Zum Eros ornamentaler Sichtweisen in fünf Bildern von Paul Breinig, in: Paul Breinig, ringsum, hg. v. Morat-Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Freiburg i. Br., S.78-87, Matthes & Seitz, Berlin 2005.

- Zuvor diverse Veröffentlichungen zur Regionalgeschichte Südwestdeutschlands und zur Museumspädagogik -

Vorträge

Vorträge

  • Kaufmännisches Schreiben – Vergnügliches Dienen. Epikuräische Subversionen in Robert Walsers „Der Gehülfe“. (Vortrag auf der Konferenz „Bürokratische Szenen des Schreibens“ an der Universität Erfurt am 27.05.2021)

  • "Urgeschichte der Moderne" als aparte Parekbase? Zu Goethes Pandora-Festspiel (Vortrag im Rahmen des Workshops "Parenthese und Parekbase: Rhetoriken und Notationen von 'Ausstiegsfiguren' an der Universität Erfurt am 25.06.2019)

  • Rhetorik und Darstellung. Zur doppelten Perspektive der Rhetorik als Möglichkeit der Kritik (Einführender Vortrag im Rahmen des Workshops "Kritik und Rhetorik: Verhältnisse implikativer Spannung?" an der Ruhr Universität Bochum, 25.04.2019 - 26.04.2019)
  • L’aventure d’un certain sujet incertain. Cy Twombly und die Möglichkeit von Barthes‘ kulturellen Lektüren.(Vortrag im Rahmen des Workshop „Twombly, Barthes, Hrabal: a perverse palimpsest“ an der Universität Erfurt am 01.02.2018)
  • In breve: Rhetorica Regina (Einführender Vortrag im Rahmen des Workshop „Überzeugen – Unterbrechen. Rhetorik als Technik, Wissenschaft und Widerstand“ am Graduiertenkolleg „Kulturen der Kritik“ der Leuphana Universität Lüneburg am 05.05.2017)
  • Rhetoric and Ostranenie. Breaking up the chiastic structure in von Kleist’s „Improbable Veracities“ (Vortrag im Rahmen der Internationalen Konferenz “A Hundred Years of Ostranenie”, an der Universität Erfurt am 16.12.2016)
  • Das Zivile der Zivilgesellschaft als Möglichkeit ihrer Bildung? (Vortrag im Rahmen des College Kolloquiums an der Leuphana Universität Lüneburg am 21.01.2015)
  • Über die Verfertigung der Gedanken beim Reden und Schreiben. Rhetorik als „Kulturtechnik“ (Vorlesung im Rahmen der Forumsveranstaltung des Moduls „Wissenschaft lehrt Verstehen“ im Leuphana Semester der Leuphana Universität Lüneburg am 31.10.2014)
  • Ökonomie der Bildungsverweigerung. Stifter mit Kleist (Im Rahmen des Arbeitstreffens: "Bildungsverweigerung. Zur kritischen Verhandlung von Bildung in der modernen Tradition des Romans von Anton Reiser bis zu Jakob von Gunten", veranstaltet vom Exzellenzcluster der Universität Konstanz "kulturelle Grundlagen von Integration", Konstanz, 09.04.2013)
  • Paul de Man: Impersonality in the Criticism of Maurice Blanchot (Im Rahmen des workshops "Blanchot Lesen", veranstaltet vom Graduiertenkolleg "Mediale Historiographien", Weimar, 31.01.2013)
  • Theater vs. Archi-Politik. Zur Einrichtung der Politik durch die Mimesis in Platons Politeia. (Im Rahmen des internationalen Symposiums "Zwiespältige Mimesis. Positionsbestimmungen der Literaturwissenschaft und ihrer Nachbarwissenschaften", Universität Siegen, 10.-12.01.2013)
  • Ästhetische Erziehung aus Rache. Schillers Der versöhnte Menschenfeindals gescheitertes Bildungsexperiment (Vortrag an der Universität Köln im Rahmen der Vorlesung von Prof. A. Lemke zu "Klassik", 09.01.2013)
  • Erfinden - Üben. Die Bildung des Ästhetikers. Zu Baumgartens Aesthetica§§47-75, 130-141. (Im Rahmen von "Die Bildung der Ästhetik. Ein workshop mit Texten und Lektüren von Shaftesbury, Baumgarten, Herder und Jean Paul", Erfurt 26.01 - 27.01.2012, Konzept/Organisation: Thomas Glaser)
  • Spiel, Mensch! Das Theater als ästhetische Bildungsanstalt? (Im Rahmen der von der Universität Erfurt zusammen mit der Fachhochschule Erfurt veranstalteten Ringvorlesung "Ästhetische Bildungsräume. Zu Bildungspotentialen von Kunst und Kultur", 25.10.2011) 
  • Rousseaus Éducation négative und Herders Theorie von Sprache und Empfindung. (Im Rahmen der Tagung "Rousseau - Arme Gemeinschaft", Universität Erfurt, 18.10.2011)
  • Disziplinierte Töchter. Erziehungsversuche aus väterlicher Rache in Schillers Der Menschenfeind und Stifters Turmalin. (Auf der Tagung "Experimentalanordnungen der Bildung. Exteriorität, Theatralität, Literarizität", Erfurt 23.06. - 25.06.2011)
  • Translatio imperii als Katchrese? Gestörte Politik der Übertragung in Ottos III. Rede von der Engelsburg (Auf der deutsch-französischen Tagung "UNÜBERSETZBARKEIT II: Grenzen und Störungen sprachlicher, medialer und kultureller Übertragungsprozesse", Erfurt, Januar 2011)

Lehrveranstaltungen

Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2021

Das Heimlich-Unheimliche der Moderne

B Lit 2012 AVL2#02, #03

B Lit 2012 Kern2#02, #03

B Lit 2012 LOL#02, #03

B Lit 2012 NdL2#02, #03

B Lit 2012 TFL#02, #03

B Lit 2012 XX#01, #02

B Ger 2012 BLW#02, #03

B Ger 2012 TL#02, #03

B Ger 2012 XX#01

Mi. 10-12

Seit das lateinische Wort „modernus“ (als Bildung zu „modo“ - soeben) im 6. Jh.n.Chr. aufkam, bezeichnete es kulturelle Einheiten (wie literarische Texte oder deren Verfasser), die in bewusstem Gegensatz zum Alten, Überkommenen: als aktuell gegenwärtig begriffen wurden. Mit Beginn der europäischen Aufklärung Ende des 17. Jahrhunderts dominierte das moderne, auf das Subjektive und das Selbstbewusstsein gerichtete Denken vollends das Alte, indem es sich immer auch auf sich selbst (als modernes Denken) bezog. Doch wo von nun an das Ich, der Mensch das Zentrum allen Denkens, Handelns und Empfindens sein sollte, verlor sich jeder objektive Maßstab, ergaben sich vielerlei und bruchstückhafte Wirklichkeiten, gingen die Einzelnen jeder klaren Positionierung im Weltgefüge verlustig. Solches „Unbehaust-Sein“ des Menschen, das sich bereits in der Identitäts- und Sprachskepsis, dem Unheimlichen der romantischen Literatur zeigt, wird zur vorherrschenden Problemstellung der sogenannten „Literarischen Moderne“ (ca. 1880-1920). Der Mensch, der (seit Saussure) sprachlich, (seit Marx) ökonomisch und (seit Freud) psychisch als von unkontrollierbaren Mächten bestimmt erscheint, wird von dieser Literatur in seiner Widersprüchlichkeit, Zerrissenheit und Relativität oftmals in Zusammenhang mit dem Unheimlichen verhandelt.

In unserem Kurs wollen wir erforschen, inwieweit Freuds Bestimmung des Unheimlichen als ursprüngliches, jedoch verdrängtes Heimliches und Vertrautes das Unheimliche der Moderne im Hinblick auf gegenwärtige Diskussionen zu kultureller Alterität, Globalität oder dem Posthumanen lesbar machen könnte. Wir wollen dem nachgehen anhand theoretischer Texte von Nietzsche, Freud u.a., anhand literarischer von Autoren und Autorinnen wie ETA Hoffmann, Ibsen, Döblin, Kafka, zu Reventlow, Schnitzler, Andreas-Salomé u.a. sowie von Filmen um 1920.

Die Online-Veranstaltung beteht aus synchronen (Online Gruppen- und Plenardiskussionen) und asynchronen (Blogeinträge, Forendiskussion, Präsentationen als audiokommentiertes Video etc.) Anteilen. Die Online-Diskussionen finden während des im Vorlesungsverzeichnis angegebenen Zeitfensters statt. Die Teilnahme daran ist verpflichtend; wer zu dieser Zeit verhindert ist, kann am Kurs nicht teilnehmen.

 

Wie Märchen erzählen

B Fö 2012 PEB211#03

B PEB 2012 GerG210#04

B PEB 2012 GerV210#04

1. Kurs: Di. 10-12

2. Kurs: Mi. 14-16

Von den „einfachen literarischen Formen“ (A. Jolles) kennt Märchen jedes Kind. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen: im Gegensatz zu Legenden, Sagen, Mythen, Sprüchen etc. machen Märchen nicht nur einen großen Teil jener Texte aus, die Kindern erzählt (oder vorgelesen) werden, und die für Kinder zumeist die erste Begegnung mit Literatur überhaupt darstellen, sondern Märchen scheinen darüberhinaus besonders gut geeignet zu sein für das Erzählen vor und mit Kindern. Und das obwohl Märchenmotive wie Inzest, Anthropophagie, Mord, Verstümmelung etc. wenig kindgerecht zu sein scheinen. Auch wenn immer wieder die Frage gestellt wurde, inwiefern Märchen überhaupt etwas für Kinder sein können, ist demgegenüber zum einen an die narrative Eigenwelt der Märchen zu erinnern, an die Andersheit des märchenhaften Geschehens, die Kinder durchaus in der Lage sind zu erkennen (und zu genießen); zum anderen daran, was Jolles als „Geschehensethik“ bezeichnet hat, dass die (eben auch kindliche) Befriedigung beim Zuhören oder Lesen dadurch erreicht wird, dass eine als ungerecht empfundene Situation stets in beglückender Weise verändert wird.

In unserem Kurs wollen wir anhand einzelner Märchen aus der Sammlung der Grimmschen Haus- und Volksmärchen (in der Fassung von 1837) untersuchen, wie diese Eigenwelt der Märchen erzählerisch funktioniert, wie die diversen Motive und Figuren in ihrer narrativen Darstellung erscheinen, welche Wirkungen und Effekte durch unterschiedliche narrative Verfahren erzielt werden.

Ausgehend von solchen Analysen wie Märchen erzählen, wird zu diskutieren sein, wie Märchen zu erzählen sind, in welcher Weise, in welchen Arten narrativer Performance bzw. Interaktion (mit den Kindern) Märchen dargeboten werden könnten.

Die Online-Veranstaltung beteht aus synchronen (Online Gruppen- und Plenardiskussionen) und asynchronen (Blogeinträge, Forendiskussion, Präsentationen als audiokommentiertes Video etc.) Anteilen. Die Online-Diskussionen finden während des im Vorlesungsverzeichnis angegebenen Zeitfensters statt. Die Teilnahme daran ist verpflichtend; wer zu dieser Zeit verhindert ist, kann am Kurs nicht teilnehmen.

 

Wintersemester 2020.21

Grundfragen literarischer Kommunikation

B Fö 2012 PEB211#01 // V 3LP

B PEB 2012 GerG210#02 // V 3LP

B PEB 2012 GerV210#02 // V 3LP

Mi. 10-12

Die Vorlesung führt in die Grundlagen literarischer Kommunikation ein. Sie fragt danach, was unter Literatur – oder dem Literarischen bzw. Poetischen – zu verstehen ist und danach, welche Aspekte und Funktionen kommunikative Akte ausmachen. Systematisch und historisch führt sie in Semiotik, Rhetorik, Poetik, Narrativik, Performanz und Medialität ein.

Nur für Studierende, die im Nebenfach eine Philologie oder Literaturwissenschaft studieren.

Die Vorlesung ist als rein digitale Lehrveranstaltung organisiert. In der digitalen Form von Inverted Classroom wechseln asynchrone (Präsentationen, Skripte) mit synchronen (Online Frage- bzw. Feedback-Runden) Anteilen.

 

Melting Boundaries.
Poetologien virtueller Welten

B Lit: AVL 2 #02, #03

B Lit: Kern 2 #02, #03

B Lit: NdL 2 #02, #03

B Lit: XX #01, #02

B Germ: TL #02, #03

B Germ: SM #02, #03

B Germ: XX #01

Med BS: FWADe01 #01

Med BS: FWADe02 #01

Med R: FWDe01 #01

Med R: FWDe02 #01

Di. 14-16

Wenn von „virtuellen Welten“ oder „virtual reality“ (vr) die Rede ist, dann ist damit immer zugleich eine „wirkliche Welt“ oder „Wirklichkeit“ aufgerufen: denn virtuelle Welten oder Wirklichkeiten zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie nicht – wie die Welt – tatsächlich existieren, nicht wirklich sind, aber dennoch mit (technischen) Möglichkeiten ausgestattet sind, die sie wie eine wirkliche Welt (oder in bzw. mit dieser) funktionieren lassen. Die Existenz einer Wirklichkeit, genauer: die Grenze zwischen Virtualität und Realität ist also Voraussetzung dafür, dass überhaupt sinnvoll von virtuellen Welten gesprochen werden kann. Andererseits ist an allen Ecken und Enden zu beobachten, dass solche Grenzen verschwimmen: virtuelle (also durch technische Features hergestellte) Darstellungen des Selbst in Social Media (Profile, Timeline, Selfies etc.) werden als reale Gegebenheiten verstanden, agieren in der Wirklichkeit; Rollen in Computerspielen bestimmen die Wirklichkeit der Spieler; in Augmented Reality unterstützt Virtuelles die Realität, wirkt in dieser; virtuelle Lehre soll – ganz real – Kompetenzen der Studierenden (für die reale Welt?) stärken… Mit dem Verschwimmen der Grenzen steht dann aber die Wirklichkeit selbst auf dem Spiel, wird diese selbst virtualisiert.

In unserem Kurs wollen wir die Machart unterschiedlichster virtueller Welten untersuchen und uns ansehen, wie bzw. wo deren Grenzen zur Wirklichkeit verschwimmen – und damit diese selbst fraglich wird. Wir wollen uns mit literarischen Texten beschäftigen, die die Grenze zwischen Fact und Fiction in Frage stellen (Henry James, Italo Calvino etc.), mit Theatertexten, die ihre eigene Fiktionalität thematisieren und damit den Effekt des Wirklich(er)en zu generieren suchen (Ludwig Tieck, Luigi Pirandello etc.), mit Filmen, in denen virtuelle und reale Welt ununterscheidbar zu werden scheinen (Faßbender, „Welt am Draht“, Allen, „Purple Rose of Cairo“, Forster, „Stranger than Fiction“, Jonze, „Adaptation“ etc.), sowie mit Videos zum Thema Immersion (z.B. „Sight Systems“) – einer Thematik unter der wir schließlich auch unseren Kurs selbst als virtuelle Lehrveranstaltung diskutieren müssen.

Der Kurs ist als rein digitale Lehrveranstaltung organisiert mit synchronen (Online Gruppen- und Plenardiskussionen) und asynchronen (Blogeinträge, Forendiskussion, Präsentationen als Video-Stream etc.) Anteilen. Die Online-Diskussionen finden während des im Vorlesungsverzeichnis angegebenen Zeitfensters statt. Wer zu dieser Zeit verhindert ist, kann am Kurs nicht teilnehmen.

 

Fabula rasa.
Verschwindendes Erzählen

B Lit: TFL #02, #03

B Germ: BLW #02, #03

Di. 16-18

Soll von etwas erzählt werden, das verschwindet, das schwindet, sich auflöst, seine Existenz, seine Konturen, seine Grenzen verliert, so stellt das eine Herausforderung an das Erzählen selbst dar: zu erzählen ist von etwas, das sich – letztlich – dem Erzählen entzieht, das kaum – mehr – erzählbar ist, das das Erzählen zu einem leeren, sich ausradierenden Erzählen macht, zur Fabula rasa. Sofern damit aber das Erzählen selbst zu verschwinden, zum verschwindenden Erzählen zu werden droht, wie es Erzählungen inszenieren, in denen die erzählende Instanz (oder deren Perspektivfigur) von ihrem eigenen Verschwinden erzählt (Poe, A.G. Pym, F. O’Brien, The Third Policeman, A. Koestler, Sonnenfinsternis u.v.a.), dann scheint jede Gewissheit, jedes Wissen, die sich mit dem Erzählen einstellen sollen und wofür die erzählende Instanz gemeinhin einsteht, an ihre Grenzen zu kommen.

Und doch gehen viele (und herausragende) Erzählungen der Weltliteratur das Wagnis eines solchen unmöglichen (oder leeren) Erzählens ein, eines Erzählens von nicht mehr Erzählbarem. Wie, durch welche thematischen, rhetorischen und narratologischen Verfahren soll das gemacht, soll das Unmögliche möglich gemacht werden? Wie kann das Erzählen von seiner eigenen Auflösung, seinem Zerfall erzählen – und welche Effekte hat das (auf die Lesenden)?

Diesen Fragen wollen wir in unserem Kurs nachgehen, indem wir literarische Texte lesen, die von verschwindenden Grenzen, Konturen und Zeichen erzählen (A. Stifter, Bergkristall, A. Puschkin, Der Schneesturm), von verschwindenden Protagonisten (H. Melville, Bartleby) und Antagonisten (E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann), in Abgründe Stürzenden (E.A. Poe, A Descent into the Maelström, F. Dürrenmatt, Der Tunnel) von Gestorbenen (I. Aichinger) oder Ermordeten (F.C. Weiskopf, Die Geschwister von Ravensbrück) etc... Wie im Kino von verschwindenden Erzählinstanzen erzählt wird, ist an Filmen wie Les choses de la vie (C. Sautet), Lulu on the Bridge (P. Auster), American Beauty (S. Mendes) u.a. zu untersuchen.

Der Kurs ist als rein digitale Lehrveranstaltung organisiert mit synchronen (Online Gruppen- und Plenardiskussionen) und asynchronen (Blogeinträge, Forendiskussion, Präsentationen als Video-Stream etc.) Anteilen. Die Online-Diskussionen finden während des im Vorlesungsverzeichnis angegebenen Zeitfensters statt. Wer zu dieser Zeit verhindert ist, kann am Kurs nicht teilnehmen.

 

Alle weiteren Lehrveranstaltungen von SoSe 2002 - SoSe 2020.