Aufbau des Studiums

Überblick

Das Studium des MA "Globale Kommunikation: Politik und Gesellschaft" besteht aus einem grundlegenden Einführungsmodul zu Theorien und Methoden der global vergleichenden Kommunikationsforschung im 1. Semester, vier inhaltlichen Vertiefungsmodulen in den Bereichen a) Medien, b) Politik, und c) Gesellschaft und zwei Methodenmodulen im Wahlpflichtbereich des 2. und 3. Semesters sowie einem semesterübergreifenden Modul, das in die kommunikationswissenschaftliche Beratungspraxis einführt und ein international orientiertes Praktikum im In- oder Ausland enthält. Die Master-Arbeit wird im 4. Semester geschrieben und in einem Kolloquium präsentiert. 

Module

Musterstudienplan

Basics: Einführungsmodul

Sie starten im 1. Semester mit dem Einführungsmodul [EGK] - Einführung in die global vergleichende Kommunikationsforschung, in dem Sie gemeinsam mit allen neuen Studierenden im Master die theoretischen und methodischen Grundlagen der global vergleichenden Kommunikationsforschung erarbeiten. Das Modul besteht aus zwei Seminaren und wird mit einer übergreifenden Modulprüfung abgeschlossen, die sich aus einer schriftlichen und mündlichen Leistung zusammensetzt. Das erfolgreiche Bestehen des Moduls ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Vertiefungsmodulen im späteren Studienverlauf. 

1. Seminar: Einführung in Theorien der global vergleichenden Kommunikationsforschung

  • internationaler Vergleich von Kommunikationsformen organisierter Sozialsysteme (z.B. politisches System, Wirtschaftssystem, soziale Bewegungen, Netzgesellschaft; Industrie-/Entwicklungsgesellschaften, Recht/Regulierung, soziale Implikationen der Medientechnik); 
  • internationaler Vergleich von Kommunikationskulturen in Lebenswelten (z.B. interpersonale, interkulturelle bzw. interpersonale mediatisierte/nicht-mediatisierte Gruppen- und Individualkommunikation, traditionelle und moderne Kommunikation); 
  • internationaler Vergleich von intermediären Sphären von Medien und Öffentlichkeiten (z.B. Mediensystemtypologien, globale/transnationale/multi-ethnische Öffentlichkeiten, journalistische Ethik, neue digitale Öffentlichkeiten). 

2. Seminar: Einführung in Methodologie global vergleichender Kommunikationsforschung

  • Grundlagen international vergleichender Sozialforschung (z.B. „most-similar“/“most-different“ Vergleiche, synchrone/diachrone Vergleiche, Modernitätsentwicklung als sektoral verschobener Prozess, Modernisierungs- und Dependenztheorie) 
  • Kontext- und theoriesensibler Umgang mit den Erhebungs- und Auswertungsverfahren qualitativer und quantitativer empirischer Sozialforschung
  • Reflexion von Forschungspraktiken des "Fremdverstehens", Feldforschung/Distanzforschung, Sprachkompetenz, Area-Kompetenz, Erschließung von Quellen, Datensicherung und nicht-sprachliches Beobachten

Akademische Praxis: Kommunikationsforschung und Wissenstransfer

Im Modul [KuW] - Kommunikationsforschung und Wissenstransfer: Akademische Beratung für Politik und Gesellschaft lernen Sie im 1. Semester in einer Vorlesung, die als Ringvorlesung angelegt ist und mit einer Klausur als Modulprüfung abgeschlossen wird, Grundlagen für eine profunde kommunikationswissenschaftliche Beratung von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Öffentlichkeit. Im Anschluss wenden Sie Ihre Kenntnisse während eines Praktikums in einem international tätigen Unternehmen an. 

Vorlesung: Kommunikationsforschung und Wissenstransfer: Akademische Beratung für Politik und Gesellschaft

  • Vorstellung zentraler Entwicklungen im wachsenden Berufsfeld der Kommunikationsberatung für Politik und Gesellschaft am Beispiel der im Studiengang vertretenen professoralen Kompetenzfelder, darunter Politikberatung, Gesundheitskommunikation, Erziehungs- und Bildungsberatung, journalistische Professionalisierung, internationale Kulturpolitik
  • Erörterung der Beratungsfelder: interne Kommunikationsprozesse (z.B. Unternehmenskommunikation, Medienkompetenz), externe Kommunikationsprozesse (z.B. Öffentlichkeitarbeit, Kampagnen, Public Diplomacy) in allen gesellschaftlichen Subsystemen und ihren Institutionen und Organisationen
  • theorie- und hypothesengeleiteter Zugang

Praktikum: Akademische Beratung für Politik und Gesellschaft

Ausführliche Informationen zum Ablauf des Praktikums erhalten Sie hier.

Vertiefung: Module "Politik", "Gesellschaft", "Medien"

Im 2. und 3. Semester werden Anwendungsbereiche der global vergleichenden Kommunikationsforschung im vertiefenden Studium diskutiert. Angeboten werden insgesamt je drei Module in den Bereichen Politik, Gesellschaft und Medien.

Sie müssen aus jedem Bereich mindestens ein Modul belegen und können mit Ihrem vierten Modul einen Schwerpunkt setzen, indem Sie ein Modul doppelt belegen; Sie wählen also 4 aus 3 aus. Jedes Modul besteht aus einem Seminar und einer Modulprüfung. 

Modul [VKP] - Politik und Kommunikation im globalen Vergleich

Foto: Wikimedia Commons
  • Politische Kommunikation wird hier grundsätzlich sowohl als mediatisierte als auch als nicht-mediatisierte Kommunikation im politischen System, in den organisierten und nicht-organisierten Öffentlichkeiten sowie in der privaten Anschlusskommunikation (Lebenswelt) definiert.
  • In allen gesellschaftlichen Subsystemen sind die Mikro-, Meso- als auch Makroebene zu berücksichtigen, die in etwa deckungsgleich sind mit dem politisch-gesellschaftlichen, der institutionellen bzw. organisatorischen Prägung sowie dem individuellen und gruppalen Kontext. Im Fokus steht jeweils der internationale Vergleich.
  • Behandelte Forschungsfelder und Gegenstände des Moduls: u.a. Öffentlichkeitstheorien, Systemtheorien, Rational-Choice-/Entscheidungstheorien, Organisationstheorien sowie der Vergleich von Entwicklungen in den Bereichen Kommunikationspolitik/Zensur, Wahlkampfkommunikation, Kampagnen etwa im Bereich Gesundheitskommunikation, staatliche Propaganda und PR, Mediendemokratie, Medien in Transformationsprozessen, politische Medienwirkung, soziale Implikationen neuer Medien/sozialer Medien, politische Implikationen neuer Medientechniken, politische Einstellungsforschung, Politainment, politische Kultur, politische Kommunikation in historischer Perspektive oder visuelle Kommunikation im politischen Kontext.
  • Im Modul werden unterschiedliche Zuschnitte der Grenzüberschreitung kennengelernt u.a. aufgrund Mehr-Kontinenten-, Mehr-Kulturen-, Mehr-Regionen- und Mehr-Länder-Vergleichen.

Modul [VKKG] - Kommunikation, Kultur und Gesellschaft im globalen Vergleich

Foto: Kai Hafez
  • Soziale Kommunikation wird grundsätzlich sowohl als mediatisierte als auch als nicht-mediatisierte Kommunikation in den organisierten und nicht-organisierten Öffentlichkeiten sowie in der privaten Anschlusskommunikation (Lebenswelt) definiert.
  • In den gesellschaftlichen Subsystemen sind die Mikro-, Meso- als auch Makroebene der gesellschaftlichen Kommunikation zu berücksichtigen, wobei eine Verschiebung der Aufmerksamkeit von organisierten zu nicht-organisierten Sozialsystemen vorgenommen wird.
  • Während in der politischen Kommunikation zentral gestellte politische und wirtschaftliche Systeme behandelt werden, stehen in diesem Modul die Kommunikationsprozesse und -kulturen sozialer Bewegungen, nicht-organisierter/digitaler Gemeinschaften sowie von Kleingruppen und individuellen Lebenswelten im Zentrum. Dies beinhaltet die zentrale Diskussion des Zusammenhangs von Kultur und Gesellschaft. Im Fokus steht jeweils der globale Vergleich.
  • Behandelte Forschungsfelder und Gegenstände u.a.: Kultur- und Medientheorien, soziologische Kommunikationstheorien, Development Communication, kommunikative Aspekte von Cultural und Postcolonial Studies (z.B. lebensweltliche Rezeption und Aneignung) sowie der Vergleich zentraler/dezentraler Öffentlichkeiten, Veränderungen in der Textur von Privatheit/Öffentlichkeit, interpersonaler und interaktiver Kommunikationskulturen, traditioneller/moderner Kommunikation, Möglichkeiten gesellschaftlichen Empowerments, der Mediensozialisation von Kinder- und Jugendlichen, der kommunikativen Konstruktion von Rassismus, Multikulturalität und Diversität.
  • Im Modul werden analog zum Politik-Schwerpunkt unterschiedliche Zuschnitte der Grenzüberschreitung kennengelernt.

Modul [VMMM] - Mediendiskurse, Mediennutzung und Medienwirkung im globalen Vergleich

Foto: Anne Grüne
  • Das Modul beinhaltet Aspekte der klassischen Medienforschung/Medienkommunikation im globalen Vergleich.
  • Während in den anderen Modulen die sozialen und politischen Implikationen der Mediatisierung erörtert werden, steht hier der medieninduzierte Wandel selbst im Vordergrund.
  • Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit mediatisierten Kommunikationsprozessen aller Art, von den klassischen Massenmedien bis hin zu neuen digitalen/sozialen Medien. Thematisch geht das Modul auf Fragen der Medienkonvergenz und des Medienwandels (historische Veränderungen der analogen und digitalen Medienwelten, Digitalisierung), Mediendiskurse und Medieninhaltsforschung, Medienproduktion, Medienorganisation, Medienwirkung- und Mediennutzung ein. Eine Vertiefung klassischer Theorien mittlerer Reichweite (Agenda-Setting, Schweigespirale, Kultivierung, Meinungsführerschaft usw.) sowie strukturalistischer und post-strukturalistischer Ansätze der Medienentwicklung (Systemtheorie, Symbolischer Interaktionismus usw.) erfolgt u.a. auf Grundlage der aktuellen Befunde empirischer Forschung.
  • Unterschiedliche Mediengenres im Bereich von Unterhaltungsforschung, Wissen und Information sowie Synthesen (Edutainment, Politainment usw.) spielen ebenso eine Rolle wie kulturvergleichende Mediengeschichte, Medienethik und Medienselbstkontrolle.
  • Ähnlichkeiten und Unterschiede der Modernisierung der Medien und des Medienwandels in unterschiedlichen Ländern, Regionen und Kulturräumen werden erörtert und überge-ordnete Paradigmata wie "Globalisierung", "Modernisierung" und "Mediatisierung" diskutiert.

Methoden

Student working on computer
Foto: Sabrina Schmidt

Ebenfalls im 2. und 3. Semester vertiefen Sie Ihre Methodenkenntnisse. Da erste Grundkenntnisse in den Erhebungs- und Auswertungsverfahren der empirischen Sozialforschung vorausgesetzt werden, steht hier die forscherische Umsetzung im Vordergrund. Sie müssen zwei der drei angebotenen Methodenmodule auswählen. 

Modul [M Qual] - Qualitative Methoden der empirischen Kommunikationsforschung

und/oder 

Modul [M Quan] - Quantitative Methoden der empirischen Kommunikationsforschung

  • Kenntnisse und konkrete Anwendungen einzelner Verfahren werden in Seminaren vertieft.
  • Projekt- und Gruppenarbeit stehen im Vordergrund.
  • Die Module bestehen jeweils aus einem Seminar und einer Modulprüfung.

und/oder 

Modul [M An] - Angewandte Methoden global vergleichender Kommunikationsforschung

  • Das Modul kann je nach Angebot als Seminar oder Selbststudieneinheit belegt werden und wird mit einer Modulprüfung abgeschlossen.
  • Erarbeitet werden z.B. Forschungsdesigns für global vergleichende Fragestellungen.

Masterarbeit

Allgemeines

Das letzte Semester Ihres Studiums ist für die Erstellung der Masterarbeit vorgesehen, in der Sie eine Fragestellung aus dem Bereich der global vergleichenden Kommunikationsforschung eigenständig erarbeiten.

In einem Kolloquium müssen Sie Ihre Arbeit einmal vorstellen und mit den Betreuenden und Ihren Kommillitonen diskutieren. 

Betreuung

Sie können selbst wählen, wer Ihre Arbeit betreuen soll. Alle Professoren und  prüfungsberechtigte Personen, die im Master "Globale Kommunikation: Politik und Gesellschaft" eigenverantwortliche, selbstständige Lehre anbieten, dürfen Ihre Masterarbeit betreuen. 

Wir raten Ihnen, uns rechtzeitig anzusprechen, wenn Sie eine inhaltliche Idee für Ihre Arbeit haben. Sie vereinbaren dann ein selbstgewähltes Thema mit ihrer Betreuerin oder ihrem Betreuer.

Ablauf

Sie müssen Ihre Masterarbeit formal im Dekanat der Philosophischen Fakultät mit einem Formular und einer aktuellen Immatrikulationsbescheinigung beantragen. Denken Sie daran, dass die Anmeldung Unterschriften aller Beteiligten benötigt. Ihre Ansprechpartnerin im Dekanat ist Frau Romy Klaer.

Nach erfolgreicher Anmeldung haben Sie 5 Monate für die Bearbeitung Zeit. Laut Prüfungs- und Studienordnung sollte der Umfang Ihrer Arbeit ca. 25.000 Wörter nicht überschreiten. Änderungen und Ergänzungen des Titels und Untertitels bedürfen der Zustimmung und Beantragung durch den Prüfungsausschuss. Vermeiden Sie daher die spätere Änderung des Titels!

Sie können Ihre Arbeit in deutscher oder englischer Sprache verfassen. In inhaltlich begründeten Fällen akzeptieren wir auch Gruppenarbeiten (max. 2 Personen). 

Anmeldefristen: 

Sie können Ihre Arbeit fortlaufend jeweils zum 15. eines Monats anmelden. Anmeldefrist für Arbeiten, die im Sommersemester geschrieben werden, ist allerdings der 15. März des Jahres. Für Arbeiten, die im Wintersemester geschrieben werden, ist die Anmeldefrist der 15. September des Jahres.

Abgabe: 

Die Arbeit geben Sie in dreifacher Ausfertigung gebunden im Dekanat ab. Vergessen Sie nicht die eidesstattliche Erklärung in Ihrer Arbeit.

Weitere grundlegende Hinweise und Vorlagenzu Form, Abgabe und Bewertung der Masterthesis finden Sie auf den Seiten des Dekanats.

Fast Track zur Promotion

Was ist das Fast Track-Programm zur Promotion?

Besonders qualifizierte Studierende können im Rahmen ihres Master-Studiums die Aufnahme in ein „Fast Track“-Programm zur Promotion beantragen. Fast Track bedeutet, dass talentierte Master-Studierende die Gelegenheit erhalten, schon früh ihr Interesse an einer möglichen Promotion zu signalisieren und ihr Studium auf dieses Ziel hin auszurichten. Wichtige Teilleistungen wie etwa die Master-Arbeit werden so konzipiert, dass sie einen möglichst reibungslosen Übergang in die Promotionsphase ermöglichen, was die spätere Promotionszeit deutlich verkürzt.

Wie läuft das Fast Track Programm ab?

In ihrem vierten Semester fertigen die zum „Fast Track“-Programm zugelassenen Teilnehmer eine Masterarbeit i. S. d. § 21 Abs. 1 M-RPO im Umfange von ca. 25.000 Wörtern an, mit sie zum einen zeigen, dass sie in der Lage sind, innerhalb der vorgesehenen Zeit das ausgegebene Thema selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten und die Ergebnisse sachgerecht darzustellen. Zum anderen rechtfertigen sie so auch die Annahme als Doktoranden mit einem Thema inhaltlich aufbauend auf der Masterarbeit.
Bezüglich der Anforderungen an die Masterarbeit, das Verfahren und die Zuständigkeiten, hier insb. die Betreuung, gelten die Regeln der §§ 21 und 22 M-RPO. Über die Bewertung, ob mit der im Rahmen des „Fast-Track“-Programms angefertigten Masterarbeit gleichzeitig auch die Annahme als Doktorand ausgesprochen werden kann, befindet der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät auf der Grundlage der Promotionsordnung der Philosophischen Fakultät.

Welchen Mehrwert hat das Fast Track Programm auf dem Weg zur Promotion?

  • Verkürzung der Promotionsphase um mindestens ein Semester (aufgrund der vorbereitenden Arbeiten in der Master-Phase)
  • Nach Master-Abschluss vereinfachte Annahme als Doktorand der Philosophischen Fakultät (Anfertigung eines Exposés entfällt)
  • Frühzeitige Einbindung in Promotionskolloquien oder das Promotionskolleg – schon die Master-Arbeit kann vorgestellt und diskutiert werden
  • Anschlussbetreuung nach der Master-Arbeit und Unterstützung bei der Verwertung der erzielten Erkenntnisse

Bis wann ist der Antrag auf Aufnahme einzureichen?

Der Antrag auf Aufnahme in das Fast Track Programm ist zum 15. Juli bzw. 30. Januar des jeweiligen Jahres (in der Regel im dritten Semester) beim zuständigen Master-Programmbeauftragten einzureichen.

Dem Antrag beizufügen sind:

  • eine lückenlose Aufstellung aller in den ersten beiden Fachsemestern belegten Lehrveranstaltungen sowie die Belegungen des dritten Semesters,
  • ein max. dreiseitiges Motivationsschreiben, das die Gründe für die „Fast Track“-Bewerbung und deren Einbettung in die persönliche Studien- und Lebensplanung erläutert sowie
  • eine max. fünfseitige Skizze eines möglichen Gegenstands für die Masterarbeit, für die ein Hochschullehrer des Seminars die potenzielle Tauglichkeit schriftlich erklärt.

Wer entscheidet über den Antrag?

Zunächst entscheidet der Master-Prüfungsausschuss und bei zulassendem Votum wird der Antrag vom Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät spätestens vier Wochen vor Vorlesungsbeginn beschieden.