| Willy Brandt School of Public Policy

Zusammendenken von Klima-, Entwicklungs- und Außenpolitik

In einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung diskutierte Prof. Dr. Andreas Goldthau am 07.11.2021 die Idee, europäische Klima-, Entwicklungs- und Außenpolitik strategisch miteinander zu verknüpfen. Die energie- und umweltpolitische Agenda im Rahmen des Europäischen Green Deals, sollte in diesem Sinne nicht als Wettrennen mit anderen Staaten, sondern als Teil einer resilienten Außenpolitik verstanden werden.

Windräder
© Böckel, M. (2021): Pixaby.com

Für eine Begrenzung der Erderwärmung und eine Abmilderung von Klimawandelfolgen, haben sich viele große Industrieländer, wie auch die EU, Klimaschutzziele gesetzt. Während die EU mit ihrem Europäischen Green Deal bereits dabei ist, diese Ziele umzusetzen, fallen andere Staaten in der globalen Energiewende zurück. In vielen nicht-OECD Ländern, fällt es den Regierungen besonders schwer, die heimische Wirtschaft durch erneuerbaren Energien zu dekarbonisieren. Häufige Probleme sind der fehlende Zugang zu sauberen Energiequellen und deren Finanzierung. Dazu kommt oftmals eine Wirtschaftsausrichtung, die ausschließlich auf die Produktion und den Export von fossilen Rohstoffen abzielt. Aus sicherheitspolitischer, entwicklungspolitischer, aber auch klimapolitischer Perspektive, haben die Staaten der EU ein starkes Interesse, dass kein Staat in der globalen Energiewende abgehängt wird. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es eine europäische Klimapolitik, die auch nach Außen und nicht nur auf Europa ausgerichtet ist. Entwicklungs-, Außen und Klimapolitik, müssen hierfür stärker zusammen gedacht werden. Um aktiv Klimawandelfolgen so gut es geht abzuwenden, braucht der European Green Deal eine diplomatische Komponente.