Ab 15.30 Uhr gibt es in zwei Pavillons Live-Musik und verschiedene Bildungsangebote zum Judentum. “Gerade für Lehramtsstudierende ist das Angebot aus meiner Sicht sehr attraktiv – nicht zuletzt im Hinblick auf die Antisemitismus-Prävention”, erklärt Prof. Dr. Katharina Waldner, die die Aktion angestoßen hat. Deshalb sind Mitmachen und Ausprobieren natürlich ausdrücklich erwünscht.
Ob S50, Enduro oder Schwalbe – die legendären Simson-Mopeds haben die DDR-Zeit überdauert und sind heute als Kultmarke sogar im hintersten “Kaff” bekannt. Was kaum jemand weiß: Das Unternehmen stammt von einem jüdischen Brüderpaar aus Suhl, hat seinen Ursprung im 19. Jahrhundert und war im Kern und insbesondere in den Weltkriegen auf Waffenproduktion ausgerichtet. “Kaff" und “Tacheles” sind, ebenso wie Zocken”, “Mischpoke” und “Schlamassel”, Wörter, die hier nicht zufällig gesetzt sind: Sie sind Teil unseres Sprachgebrauchs und stammen zugleich aus dem Hebräischen oder Jiddischen – der Sprache der Jüdinnen und Juden. Das Bildungsprojekt “Tacheles mit Simson” nähert sich jüdischer Kultur in Thüringen und Deutschland auf ungewöhnliche Weise: mit Überraschungen aus unserer Alltagssprache, mit mit Live-Musik. Und siehe da: Was so fremd scheint, ist so nah, was so vergangen, so lebendig. Simson wird dabei zur methodischen Brücke.

