Am 3. Februar 2026 fand das Abschlusspodium der interdisziplinären Ringvorlesung "Grundlagen der nachhaltigen Entwicklung" statt, die bereits zum vierten Mal durchgeführt wurde. Die Veranstaltung thematisierte die Verknüpfung zwischen sozialer Teilhabe und Nachhaltigkeit und fragte: Wie können diese Aspekte in Thüringen gemeinsam gedacht und gestärkt werden?
Die Ringvorlesung fang gemeinsam mit der FH Erfurt statt und richtete sich an Studierende aller Fakultäten. Sie deckte ein breites Themenspektrum ab – von nachhaltiger Stadtentwicklung über die Energiewende bis hin zu Geschlechtergerechtigkeit und nachhaltiger Mobilität. An der Ringvorlesung beteiligten sich Professor*innen von insgesamt sechs Thüringer Hochschulen, was die Veranstaltung zu einer Plattform für interne Vernetzung und externe Kooperation werden ließ.
Am Abschlusspodium nahmen Tine Wemheuer (FH Erfurt), Sophia Schröter (BUNDjugend Thüringen), Christian Prechtl (Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten), Prof. Dr. Matthias Gather (Nachhaltigkeitsbeirat Thüringen) und Stephan Panhans (Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Thüringen) teil. Die Diskussion wurde von Prof. Dr. Viola Muster (FH Erfurt) moderiert.
Die Veranstaltung verdeutlichte, dass nachhaltige Entwicklung ohne soziale Teilhabe kaum erreichbar ist. Kritisch wurde herausgestellt, dass die Perspektiven von Menschen mit geringem Einkommen oder Behinderung oft vernachlässigt werden, insbesondere in den Handlungsfeldern Energie und Mobilität. Beispielsweise wurde die "unsichtbare" Energiearmut thematisiert, die Betroffene stark beeinträchtigt, jedoch in politischen Diskussionen häufig unterrepräsentiert bleibt.
Einigkeit bestand darüber, dass die Förderung von Teilhabe und sozialer Gerechtigkeit zentrale Elemente nachhaltiger Politiken sein müssen. Dies erfordert eine stärkere Berücksichtigung der verschiedenen Lebensrealitäten. Kontrovers wurde erörtert, wie diese Ziele angesichts knapper öffentlicher Finanzen verwirklicht werden können. Das Deutschlandticket wurde hierbei als Beispiel für die Herausforderungen der Kostenverteilung und möglicher Mitnahmeeffekte diskutiert.
Alle Podiumsgäste betonten ihr fortbestehendes Engagement, diese Themen auch zukünftig zu fördern und weiter voranzutreiben.
Ein herzlicher Dank gilt allen Mitwirkenden und Teilnehmenden, deren engagierte Beiträge zum Erfolg der Ringvorlesung beigetragen haben. Für das Wintersemester 2026/27 ist die Ringvorlesung erneut geplant.

