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Wie funktioniert eine gute Lernvorbereitung?

Wie bereitet man sich am besten auf neuen Lernstoff vor? An der Universität Erfurt startet im Oktober ein neues Forschungsprojekt unter dem Titel “Gestaltung und Mechanismen von Lernvorbereitungsmethoden aus einer Cognitive Load Perspektive”, das genau dieser Frage nachgeht. Geleitet wird es von Prof. Dr. Inga Glogger-Frey von der Professur für Bildungspsychologie. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit 305.000 Euro.

Bevor Schüler*innen oder Studierende ein neues Thema im Unterricht bzw. im Studium behandeln, kann es hilfreich sein, sie vorher mit passenden Aufgaben darauf vorzubereiten. Solche Vorbereitungsaufgaben sollen späteres Verständnis erleichtern und dabei helfen, das Gelernte auch auf neue Situationen zu übertragen. Bislang ist aber nicht genau geklärt, wie solche Aufgaben idealerweise gestaltet sein sollten, damit sie wirklich helfen.

Das Forschungsteam will deshalb unter anderem folgende Fragen klären:

  • Lernen Menschen besser, wenn sie Lösungen selbst erarbeiten müssen – oder wenn sie fertige Lösungswege nachvollziehen?
  • Sollten die Aufgaben mit konkreten Alltagsbezügen versehen sein, oder eher abstrakt und vereinfacht?
  • Welche Rolle spielen die Schwierigkeit des Materials und die genaue Formulierung des Aufgabenziels?

Die Forschenden vermuten, dass es nicht die eine richtige Antwort gibt, sondern dass verschiedene Gestaltungselemente sich gegenseitig beeinflussen. So könnte es beispielsweise sein, dass die Aufgabe, selbst Lösungen zu finden, besser mit abstraktem Lernmaterial funktioniert – während anschauliche, lebensnahe Beispiele eher dann helfen, wenn man vorgegebene Lösungswege nachvollzieht. Das würde gängigen Annahmen teilweise widersprechen.

Warum ist das wichtig?

In der Lernforschung gibt es bislang zwei Lager: Die einen setzen darauf, dass Lernende möglichst viel selbst herausfinden sollen. Die anderen betonen, wie wichtig klare Anleitung ist, um das Gehirn nicht zu überlasten. Das Projekt möchte beide Sichtweisen zusammenbringen und so besser verstehen, warum bestimmte Vorbereitungsmethoden funktionieren – und wie man Lehrmaterialien optimieren kann.

An dem Projekt sind weitere Forschende aus Deutschland, aber auch aus Großbritannien und der Schweiz beteiligt. Die Ergebnisse ihrer Forschung sollen langfristig sowohl der Wissenschaft als auch der praktischen Unterrichtsgestaltung zugutekommen.

Weitere Informationen / Kontakt:

Inhaberin der Professur für Bildungspsychologie
(Fachgebiet Psychologie)
C23 – Mitarbeitergebäude 1 / 815
Sprechzeiten
Sprechstunde (online, via WebEx)
https://uni-erfurt.webex.com/meet/inga.frey
mittwochs 13-14 Uhr, bitte vorab per E-Mail anmelden
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