Propaganda, Aufklärung, Mythen, Geschichtsbilder: Das Verhältnis von Wahrheit und Lüge prägt die Geschichte und unsere Gegenwart. Im Zeitalter von Fake News, KI und wachsendem Autoritarismus wird das Ringen um Meinungs-, Presse-, Wissenschafts- und Kunstfreiheit zum Prüfstein der Demokratie. Das Festival bleibt dabei nicht bei einer Epoche: Der Bogen reicht von der Antike über das Mittelalter, die Aufklärung und den Nationalsozialismus bis zur DDR und in die digitale Gegenwart. Hauptspielstätte und Festivalzentrum ist wie im Vorjahr das Jugend- und Kulturzentrum mon ami am Goetheplatz 11 in Weimar.
Programmlinien zum Zuhören und Mitmachen:
- Hauptprogramm: Podien, Lesungen und Gespräche im mon ami, unter anderem zu KI und Geschichte, zu Hassrede und Verschwörungserzählungen sowie zu Mythen und verdrängten Wahrheiten in den Familiengeschichten der Deutschen.
- Junges Festival: Erstmals im Programm ist das “History Games Lab” mit zwei Podiumsdiskussionen zur Geschichtsvermittlung durch Spiele sowie analogen und digitalen Gesellschaftsspielen zum Ausprobieren. Dazu gibt es das Kneipenquiz am Samstagabend.
- Kino mit Gespräch: neun Filme zum Motto – darunter aktuelle Titel und Klassiker, Fiktion und Dokumentarfilm. Bei einigen gibt es Einführungen, bei anderen Filmgespräche im Anschluss.
- Tage der Geschichte: Kooperationsveranstaltungen mit Partnern in ganz Weimar, unter anderem dem Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus, der Bauhaus-Universität Weimar, der Stiftung Ettersberg, dem Bündnis gegen Rechtsextremismus und der Other Music Academy.
- Das Rendez-vous zu Gast in…: Schon in den Wochen vor dem Festival gibt es Gastveranstaltungen in Buttstädt, Erfurt, Jena und Gera, gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung, der Initiative Historiker*innen für eine demokratische Gesellschaft (hist4dem) und weiteren lokalen Partnern.
Zu den Gästen gehören in diesem Jahr unter anderem der Journalist Theo Koll, der mit dem Vortrag “Stirbt die Wahrheit?” das Festival eröffnet, Ministerpräsident a. D. Winfried Kretschmann, der über “Wahrheit und Lüge in der Politik” diskutiert, die Autorin Rebekka Endler im Gespräch über verzerrte Frauenbilder und der Historiker Jörg Baberowski im Austausch über die Krise der liberalen Demokratie und Öffentlichkeit. Über KI-Fakes in der Holocaust-Erinnerung sprechen Andrzej Kacorzyk (stellv. Direktor des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau) und Jens-Christian Wagner (Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora). Überdies stellt die Süddeutsche Zeitung ihr Portal zur Recherche in den NSDAP-Parteiakten vor.
Das detaillierte Programm finden Sie auf der Veranstaltungswebsite.

