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Forschungszentrum Gotha vergibt Luise-Dorothea-Stipendium für Hofkulturforschung

Das Forschungszentrum Gotha (FZG) der Universität Erfurt vergibt für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 erneut ein Stipendium für die Erforschung der Hofkultur des 17. und 18. Jahrhunderts an eine*n Wissenschaftler*in mit exzellenter Promotion.

Blick auf das Forschungszentrum am Gothaer Schloßberg

Das international ausgerichtete Stipendium steht allen historisch orientierten Fachrichtungen offen. Es fördert Projekte, die sich schwerpunktmäßig der Erforschung der frühneuzeitlichen Hofkultur auf Grundlage der Gothaer Sammlungen widmen. Ein klar begründeter Bezug auf die vor Ort befindlichen Bestände ist daher unabdingbar, das Forschungsthema selbst muss aber nicht ausschließlich auf Gotha beschränkt sein, sondern kann, beispielsweise durch einen vergleichenden oder verflechtungsgeschichtlichen Zugang, die Erforschung des Gothaer Hofes mit der anderer Höfe der Zeit von ca. 1650 bis 1850 verbinden.

Die Namensgeberin des Stipendiums, Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha und Altenburg (1710–1767), galt ihren Zeitgenossen als eine der gebildetsten Fürstinnen ihrer Zeit, die sich insbesondere für die Beförderung der französischen Aufklärung einsetzte und ein weitverzweigtes Korrespondenznetzwerk unterhielt, u.a. mit Rousseau und Voltaire und dem sächsischen Grafen Ernst Christoph von Manteuffel, dem „Mäzen der Aufklärung“ und Unterstützer Christian Wolffs. Sie steht daher exemplarisch für eine moderne Erforschung der frühneuzeitlichen Hofkultur unter ausdrücklicher Einbeziehung kulturwissenschaftlicher und geschlechtergeschichtlicher Forschungsansätze.

Der Standort Gotha mit den universell ausgerichteten Sammlungen der Friedenstein Stiftung Gotha, der Forschungsbibliothek Gotha und den Beständen des Landesarchivs Thüringen – Staatsarchiv Gotha gehört zu den herausragenden Sammlungs- und Forschungsstandorten für die Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit und der Neuzeit. Während der Zeit ihres Aufenthaltes vor Ort sind die Stipendiat*innen an das Forschungszentrum Gotha angebunden. Das FZG hat in den vergangenen Jahren Impulse für die Erforschung der Gothaer Hofkultur gesetzt, u.a. mit den Tagungen zum „Schloss als Hörsaal“ 2017 und zum 300. Geburtstag des deutsch-französischen Kulturvermittlers Friedrich Melchior Grimm im September 2023 sowie mit zwei Sommerschulen zu „Afrikanern an europäischen Höfen der Frühen Neuzeit“ (2022) und „Gothas Afrika. Höfische Wahrnehmungen des Kontinents in der Frühen Neuzeit“ (2025). Mit dem Luise-Dorothea-Stipendium der Fritz-Wiedemann-Stiftung sowie begleitenden Projektanträgen sollen diese Forschungen in den nächsten Jahren fortgeführt und intensiviert werden.

Das Stipendium beläuft sich auf 2.000 Euro monatlich. Hinzu kommt ggf. eine Familienpauschale in Höhe von 400 Euro monatlich sowie eine Reisekostenpauschale von einmalig 500 Euro. Für den gesamten Stipendienzeitraum besteht Residenzpflicht.

Bewerbung:
Anträge auf das Stipendium können unter Angabe des Stichworts „Luise-Dorothea-Stipendium für Hofkulturforschung der Fritz-Wiedemann-Stiftung“ bis zum 31. Juli 2026 in deutscher und englischer Sprache per E-Mail an forschungszentrum.gotha@uni-erfurt.de gestellt werden. Die Mitteilung über die Vergabe des Stipendiums erfolgt bis zum 17. August 2026.

Weitere Informationen, auch zu den für die Bewerbung erforderlichen Unterlagen, finden Sie auf der Website des Forschungszentrums Gotha.
 

Ansprechpartnerin:

Annika Goldenbaum
Dr. Annika Goldenbaum
Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Zuständigkeitsbereiche: Vertretung der Wissenschaftlichen Geschäftsführung, Wissenschaftskommunikation & Öffentlichkeitsarbeit, Webseite, Publikationen)
(Forschungszentrum Gotha)
CG3 – Forschungszentrum Gotha / Raum 1.06