Stellvertretend für ein großes Autor*innenteam (L. Zwirnlein, L. Dogruel, S. Barth und F. Nowak) beleuchtete Sven Jöckel die alltägliche Nutzung von generativer KI durch Jugendliche. Systeme wie ChatGPT oder Snapchats My AI dienen zunehmend nicht nur der Informationsgewinnung, sondern auch als empathische Ratgeber. Die qualitative Studie zeigt: Heranwachsende nutzen die Technologie zur emotionalen Regulation und bauen gezielt soziale Interaktionen auf. Dabei müssen sie kontinuierlich die Balance zwischen instrumentellem Nutzen und affektivem Vertrauen aushandeln.
Ein zweiter Vortrag fokussierte das Fortnite-Metaverse. Max de Baey-Ernsten und Sven Jöckel untersuchten das Zusammenspiel von Medien- und ökonomischer Kompetenz in kommerzialisierten Spielumgebungen. Die Befunde zeichnen ein ambivalentes Bild: Während ökonomische Kompetenz In-Game-Ausgaben dämpft, führt eine hohe Medienkompetenz bei intensiver Nutzung paradoxerweise zu höheren Ausgaben – fördert aber gleichzeitig das soziale Kapital. Dies unterstreicht den Bedarf an kombinierten pädagogischen und regulatorischen Maßnahmen in modernen Plattformökonomien.
Neben dem akademischen Austausch war auch Zeit für Exkursionen zur Geschichte Südafrikas. Die direkte Auseinandersetzung mit den historisch gewachsenen und bis heute fortbestehende Ungleichheiten des Landes war eine wertvolle Erfahrung und machte das Konferenzthema „Communication and Inequalities in Context“ greifbar.