Referent*innen:
- Guido Mehlkop, Institute for Planetary Health Behaviour, Universität Erfurt
- Holger Futterleib, Institute for Planetary Health Behaviour, Universität Erfurt
- Babette Brinkmann, Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, Technische Hochschule Köln
- Tilmann Betsch, Institute for Planetary Health Behaviour, Universität Erfurt
Über die Veranstaltung:
Krisen wie die Corona-Pandemie oder der Klimawandel zeigen, wie groß die Erwartungen an die Wissenschaft sind. Gleichzeitig wächst bei einem Teil der Bevölkerung das Misstrauen gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen. Doch wer vertraut der Wissenschaft – und warum?
Um diese Fragen zu beantworten, haben wir in einer repräsentativen Befragung von 3.005 Menschen in Deutschland untersucht, wie unterschiedlich das Vertrauen in die Wissenschaft ausgeprägt ist. Unsere Analysen zeigen, dass sich die Bevölkerung in vier klar unterscheidbare Gruppen einteilen lässt, die sich nicht nur im Vertrauen, sondern auch in ihren Einstellungen, ihrem Wissenschaftsverständnis und ihrem Verhalten deutlich unterscheiden.
Besonders interessant ist eine Gruppe von etwa einem Viertel der Bevölkerung, die wissenschaftlichen Erkenntnissen eher skeptisch gegenübersteht und das eigene Verhalten häufig auch dann nicht ändern möchte, wenn wissenschaftliche Evidenz dafürspricht. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass wissenschaftliche Fakten allein diese Menschen oft nicht erreichen. Wissenschaft muss vielmehr stärker an die Lebenswelt der Menschen anknüpfen und ihre gesellschaftliche Relevanz nachvollziehbar machen.
Mit den Ergebnissen unserer Studie möchten wir deshalb nicht nur die Forschung voranbringen, sondern vor allem mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen: Was schafft Vertrauen in Wissenschaft? Welche Erwartungen gibt es an Forschung? Und wie kann Wissenschaft besser erklären, zuhören und den Dialog mit der Gesellschaft stärken?

