Michael Gabel studierte von 1972 bis 1976 Theologie am Philosophisch-Theologischen Studium Erfurt. Nach seiner Priesterweihe 1978 war er zunächst als Kaplan tätig, bevor er als wissenschaftlicher Assistent und Präfekt am Priesterseminar Erfurt sowie später in der Gemeindereferentenausbildung und im Seelsorgeamt des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen wirkte. 1990 wurde er mit einer Arbeit zu Max Scheler zum Doktor der Theologie promoviert. Bereits seit 1989/90 lehrte er Fundamentaltheologie und Philosophiegeschichte am Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt.
1993 wurde Michael Gabel zum Dozenten am Philosophisch-Theologischen Studium Erfurt ernannt und mit der Verwaltung des Lehrstuhls für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft betraut. 2000 folgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor und die Berufung auf den Lehrstuhl. Mit der Integration der Theologischen Fakultät in die Universität Erfurt wurde er 2003 Ordentlicher Universitätsprofessor.
Michael Gabel prägte die Fakultät in besonderer Weise – v. a. auch als als Studiendekan in den Jahren 2003 bis 2006 und als Dekan in den Jahren 2011 bis 2017. Sein Engagement galt der Lehre, der Weiterentwicklung der Studiengänge und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Auch in der Universität übernahm er Verantwortung und setzte sich für gute Studienbedingungen ein. Die Vernetzung innerhalb der Universität war ihm stets ein wichtiges Anliegen.
Über die Universität hinaus war Michael Gabel in zahlreichen wissenschaftlichen und akademischen Funktionen tätig, so z. B. als Vertrauensdozent der Konrad-Adenauer-Stiftung, als Vorsitzender der Max-Scheler-Gesellschaft e.V. oder auch mit seinem Vorsitz in der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung kanonischer Studiengänge in Deutschland (AKAST). Seine wissenschaftliche Arbeit war größtenteils von der Auseinandersetzung mit der Philosophie Max Schelers und der Phänomenologie geprägt, religionsphilosophische Fragen überhaupt interessierten ihn stets. Im Jahr 2015 begründete er die Schriftenreihe „Scheleriana“, die er als Herausgeber im Bautz-Verlag betreute.
Parallel zu seiner akademischen Tätigkeit blieb Michael Gabel der Seelsorge verbunden. Seit 1992 war er vicarius paroecialis der Pfarrei St. Elisabeth für die Filialgemeinde St. Marien in Ichtershausen, wo er auch wohnte.
Prof. Dr. Notker Baumann, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät: „Michael Gabel war ein Studiendekan mit Leib und Seele. Gute Lehre und vernetztes Denken bedeuteten ihm viel. Zugleich setzte er sich für die Verbesserung der Studienbedingungen und die Umsetzung der Studienreformen ein. Bei der Entwicklung der Studien- und Prüfungsordnungen, die er entscheidend mitprägte, konnte er als Vorsitzender von AKAST sein Akkreditierungswissen engagiert in die Praxis umsetzen.
Als Dekan lag Michael Gabel das harmonische Miteinander innerhalb der Fakultät sowie in der Universität am Herzen. Er pflegte regelmäßige Gesprächstermine mit Studierenden für die Anliegen der Fachschaft und bereicherte auch ihre Feiern stets mit einem humorvollen Beitrag. Aber auch als Vorsitzender des Katholisch-Theologischen Fakultätentages in Deutschland (2008–2010) übernahm er Verantwortung.“
Nach seiner Emeritierung im Jahr 2018 engagierte sich Michael Gabel über den aktiven Universitätsdienst hinaus als Seniorprofessor für die Katholisch-Theologische Fakultät und blieb ihr als Vorsitzender des Freundeskreises der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt eng verbunden.
Die Universität Erfurt wird Michael Gabel als engagierten Hochschullehrer, Wissenschaftler und akademischen Gestalter in dankbarer Erinnerung behalten. Sein Wirken haben die Katholisch-Theologische Fakultät und die Universität insgesamt nachhaltig geprägt.
Das Requiem wird am Freitag, 18. September 2026, um 10.30 Uhr im Dom St. Marien zu Erfurt gefeiert. Die Beisetzung auf dem Hauptfriedhof findet um 13.00 Uhr statt.

