Die Laudatoren stellen ausführlich die Inhalte und besonderen Verdienste der Arbeiten vor. Die Doktorarbeit „Spatiality, Religion and Body: Relocating Female Experiences in Post-Revolutionary Iran“ von Behnaz Ghazi Moradi wurde von Jürgen Martschukat gewürdigt, der unter anderem auf das hohe persönliche Engagement und die damit verbundene Reflektiertheit hinwies. Hartmut Rosa stellte in Vertretung von Tilo Wesche und Stephan Moebius die Arbeit von Marcus Döller „Autonomie als soziale Praxis. Sozialität und Revolution nach Hegel“ vor, deren Autor sich auszeichnet durch eine überdurchschnittliche Belesenheit und die Fähigkeit, unterschiedlichste Theorietraditionen zu verbinden. Zu Lukas Jungs Arbeit „Zwischen Wettkampf und Kaiserkult. Die Agone von Side und den Städten Pamphyliens im Spannungsfeld imperialer Ideologie und lokaler Identität“ hielt Jörg Rüpke die Laudatio in Vertretung von Georgia Petridou, die die gelungene Verbindung von archäologischer empirischer Feldarbeit mit sozialwissenschaftlichen Theorien hervorhob. Hartmut Rosa las die von Stephan Moebius verfasste Laudatio für Anton Röhrs Arbeit „Resonanz und Negativität. Auf dem Weg zu einer Kritischen Theorie der Weltbeziehungen“ vor, die eine kritische Perspektive aus seine (Rosas) eigene Theorie einnimmt. Schließlich würdigte Carsten Herrmann-Pillath die exzellente Arbeit von Ling Li zu „Cultural Governance in China: A Study on the Interaction of State Strategies and Local Lineage Revival”, die im Kontext des Sonderforschungsbereichs zu Strukturwandel des Eigentums entstanden ist und die Rolle von Kultur auf spezifische Eigentumsformationen in China untersuchte.
Da nach Abschluss der Prüfung, die Publikation von Doktorarbeiten immer noch etwas Zeit in Anspruch nimmt, dauert es so lange, bis die finale Promotionsurkunde vergeben werden kann. Daher wurde die Tradition eingeführt, einmal im Jahr Doktorhüte zu vergeben, um einen festlichen Abschluss dieser wichtigen Phase in einer wissenschaftlichen Karriere zu markieren. Die Doktorhüte wurden durch die Direktoren des Kollegs, Hartmut Rosa und Jörg Rüpke, gemeinsam mit den Laudatoren übergeben. Darüber hinaus wird nun jedes Jahr eine Pflanze (Baum oder Busch) für den jeweiligen Jahrgang rund um den Forschungsbau Weltbeziehungen gepflanzt, um eine bleibende Erinnerung zu schaffen und auch einen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung des Campus zu leisten.
Im Anschluss fand das Sommerfest des Max-Weber-Kollegs statt, zu dem sich auch die Teilnehmenden der Intercontinental Academy gesellten, einer Art Summer School von UBIAS (ausgerichtet vom Max-Weber-Kolleg und dem Institute for Advanced Study in Belo Horizonte) von fünfzehn ausgewählten internationalen Postdocs und ihren Mentoren (aus zehn Nationen), die für eine Woche zum Thema „Pluralities of Resonant Relationships“ am Max-Weber-Kolleg weilten. Dies war eine weitere Gelegenheit neben Spaß beim Kickerturnier und Karaoke auch internationale Kontakte zu knüpfen und spannende Gespräche zu führen.