| Institute for Planetary Health Behaviour, Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Forschung

Medizin der Zukunft: Team der Uni Erfurt beim Hochschulwettbewerb ausgezeichnet

Wie werden neuartige Erreger erforscht? Welche Gesundheitsrisiken gehen von einem Hitzesommer aus? Wie hängen Ernährung und Darmgesundheit zusammen? Die Bandbreite der Fragen ist groß, zu denen junge Forschende im Hochschulwettbewerb 2026 Bürgerinnen und Bürger auf kreative Weise mit aktueller medizinischer Forschung in Kontakt bringen. Aus 220 Einreichungen im „Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft“ wurden jetzt die besten zehn Projektideen ausgezeichnet. Darunter ist auch das Projekt „HeatFuture Lab Thüringen – HeatSound & Vision für die Medizin der Zukunft“ der Universität Erfurt.

Weitere Gewinner kommen aus Berlin, Jena, Kaiserslautern, Koblenz, München, Regensburg, Weingarten und Wuppertal. Sie alle erhalten ein Preisgeld von jeweils 10.000 Euro, mit dem sie ihre Projektidee – von einer Ausstellung über Kochabende bis hin zum Poesie-Wettbewerb – bis Ende des Jahres umsetzen können. Darüber hinaus können die Gewinnerteams Schulungen und Veranstaltungen von „Wissenschaft im Dialog“, unter anderem zu Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Storytelling und Veranstaltungsorganisation, besuchen.

Die Idee zum „HeatFuture Lab“ ist aus dem laufenden Projekt HEATCOM heraus entstanden und biete nun Gelegenheit, wissenschaftlichen Erkenntnisse weiter zu vertiefen und in die Bevölkerung zu tragen – ganz im Sinne einer partizipativen Forschung und an der Gesamtbevölkerung orientierten Wissenschaftskommunikation, erklärt Dr. Dominik Daube. Er arbeitet als Postdoc im Projekt HEATCOM an der Universität Erfurt, das sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Menschen in Deutschland in Hitzesituationen verhalten, welche Faktoren ihr Schutzverhalten beeinflussen und wie Interventionen zu einer gesundheitsfördernden Anpassung beitragen können. Zusammen mit seiner Kollegin Sarah Pelull sowie studentischen Hilfskräften möchte er das „HeatFuture Lab Thüringen“ nun am Institute for Planetary Health Behaviour umsetzen.

„Wir planen einen interaktiven Ausstellungsraum, in dem Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit jungen Forschenden einen heißen Sommer im Jahr 2050 simulieren können. Anhand KI-generierter Zukunftsbilder aus realen Stadtfotos, kurzer KI-basierter ‘Hitzesounds’ – instrumentaler Klanglandschaften, die die Stimmung der Szenen widerspiegeln – und anschaulicher Darstellungen zu Hitzestress sollen die Besucher*innen erleben können, wie Hitze sich auf Wohlbefinden, Alltag und Gesundheitsrisiken auswirken kann.“ Extrembedingungen würden dabei nicht real simuliert, sondern über visuelle, akustische und narrative Mittel immersiv nachvollziehbar gemacht. An einem Ort im Raum werde Hitze kurzzeitig und kontrolliert über Heizstrahler erfahrbar, ohne jedoch gesundheitliche Risiken zu erzeugen. Dr. Dominik Daube: „Im Mittelpunkt all dessen steht die Frage, wie präventive, beratende und digitale Angebote der Medizin der Zukunft Menschen bei Hitze unterstützen können, etwa durch verständliche Information, Orientierung und niedrigschwellige Formate, z.B. telemedizinische Sprechstunden an Hitzetagen, digitale Warn- und Beratungsangebote oder hitzesensible Versorgungsstrukturen in Hausarztpraxen und Pflege.“

Hintergrund

Die Wissenschaftsjahre werden seit dem Jahr 2000 ausgerufen und sind eine Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Das Wissenschaftsjahr ist die größte bundesweite Plattform für disziplinübergreifende Kommunikation aktueller Forschungsthemen, an der sich pro Jahr 400 bis 800 Forschungsinstitute, Universitäten, Verbände, Vereine, Unternehmen und Stiftungen mit bis zu 1.000 Veranstaltungen und Aktionen beteiligen. Dazu gehören ein bundesweiter Hochschulwettbewerb, Formate wie SchulKinoWochen, MINTmachtage und die MS Wissenschaft.

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Der Hochschulwettbewerb wird jährlich von der Organisation Wissenschaft im Dialog (WiD) in Kooperation mit dem Bundesverband Hochschulkommunikation, der Hochschulrektorenkonferenz, der Jungen Akademie und in diesem Jahr auch der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) ausgerufen und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des Wissenschaftsjahres gefördert.

weitere Informationen

Ansprechpartner an der Universität Erfurt:

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt HEATCOM
(Philosophische Fakultät)
C19 – Forschungsbau „Weltbeziehungen“ / C19.01.23
Sprechzeiten
Montag, 16 - 17 Uhr mit Voranmeldung per E-Mail.

In den Semesterferien nach Vereinbarung per E-Mail.
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