Frank Richter, ehemaliger Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und von 2019 bis 2024 Mitglied des Landtags, begleitet und berät seit mehreren Jahren Asylsuchende und von Abschiebung bedrohte Menschen. Anhand von konkreten und dokumentierten Fallbeispielen beleuchtet er im Rahmen dieser Veranstaltung die Praxis von Behörden und Gerichten. Zudem berichtet er von mehreren Besuchen im Abschiebegefängnis in Dresden.
Seine Erfahrungen – mithilfe seines Einsatzes konnten inzwischen über 15 Personen von der Abschiebung bewahrt werden – münden in die Feststellung: „De Fakto regiert in der Praxis von Asyl und Abschiebung vielerorts die Willkür.“ Mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung entstand auf seine Anregung hin die Szenische Lesung „Abschiebung nach Aktenlage“, die ausschließlich aus originalen Behörden-Zitaten besteht und schon mehrfach öffentlich aufgeführt wurde.
Die Veranstaltung bietet Raum für einen tiefen Einblick in ein hochaktuelles und kontroverses Thema an der Schnittstelle von Recht, Politik und menschlichen Schicksalen. Im Anschluss an den Vortrag gibt es die Möglichkeit zur Diskussion und für Fragen an den Referenten und ein Kamingespräch im Speicher ab 20.15 Uhr.

