Campus Gotha, Forschungsbibliothek Gotha

Eine Matrikel für die Schule. Einblicke in den Unterricht am Gymnasium Casimirianum im Jahr 1826

Datum
13. Mai 2026, 18:00 Uhr
Veranstaltungsort
CG1 – Forschungsbibliothek Gotha, Spiegelsaal (Schloss Friedenstein Gotha)
Reihe
Ausstellung "Coburg | Gotha | 1826 – Ein Herzog. Zwei Residenzen"
Veranstalter
Forschungsbibliothek Gotha (FBG)
Referent(en)
Dr. Sascha Salatowsky (Landesbibliothek Coburg)
Veranstaltungsart
Vortrag
Veranstaltungssprache(n)
Deutsch
Publikum
öffentlich mit Anmeldung

Vortrag von Dr. Sascha Salatowsky (Landesbibliothek Coburg) im Rahmen der Ausstellung "Coburg | Gotha | 1826 – Ein Herzog. Zwei Residenzen".

Die Geschichtsträchtigkeit des Coburger Gymnasium Casimirianum dokumentiert neben seinem prachtvollen Gebäude auch ein Buch, das seit der Gründung der Schule im Jahre 1605 durch Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg (1564–1633) zum Grundbestand gehört. Es handelt sich um die in dunkles Leder eingebundene Schulmatrikel, die im Folioformat über 1000 Seiten umfasst. Hier trug man die Direktoren, Lehrer sowie die neu in die Secunda aufgenommenen Schüler namentlich mit kurzen biografischen Angaben ein. So auch noch im Jahre 1826. Anhand der Matrikel und weiterer Quellen für das Winterhalbjahr 1826/27 – darunter Schülerlisten, Lections-Verzeichnisse, allgemeine Beurteilungen und Zeugnislisten zu den einzelnen Fächern sowie Stundenpläne – soll der Inhalt des Unterrichts rekonstruiert werden.

Dr. Sascha Salatowsky ist Direktor der Landesbibliothek Coburg. 2004 wurde er an der Freien Universität Berlin mit der Dissertation „De Anima. Die Rezeption der aristotelischen Psychologie im 16. und 17. Jahrhundert“ promoviert. Von 2009 bis 2011 führte er bei Prof. Dr. Winfried Schröder an der Universität Marburg das von der DFG finanzierte Forschungsprojekt „Transformationen zwischen Renaissance und Aufklärung. Die Philosophie der Sozinianer“ durch. Anschließend war er bis 2017 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt im von der DFG geförderten Projekt „Ausbau der Forschungsbibliothek Gotha zu einer Forschungs- und Studienstätte für die Kulturgeschichte des Protestantismus in der Frühen Neuzeit“ beschäftigt. Es folgte dort die Tätigkeit als Wissenschaftlicher Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Wissenschaftskommunikation sowie als Kurator von Ausstellungen bis 2022.

Teilnahme

Aufgrund begrenzter Kapazitäten wird bis zum 11. Mai um Anmeldung gebeten.

Telefonisch unter 0361 737-5530 oder per E-Mail unter:

veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de

Über die Ausstellung

Vor 200 Jahren wurden die Ernestinischen Herzogtümer neu geordnet, das Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha entstand. Unter dem Titel „Coburg | Gotha | 1826“ nimmt 2026 eine Ausstellung an verschiedenen Orten in Gotha und Coburg das Dynastie-Jubiläum in den Blick: Während in Coburg Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha (1784–1844) im Mittelpunkt steht, spürt Gotha seinen Netzwerken am Hof nach. Wer waren die Menschen, die um den Herzog wirkten und die Verwaltung und (Neu-)Gestaltung der Sammlungen im Zuge des Dynastie-Wechsels prägten? Die Jubiläumsausstellung dokumentiert den Umbruch in Form von Huldigungsschreiben in Seide und Papier und erzählt die Geschichte der Sammlung über Exponate in Silberfiligran, mit Majolika, Muscheln und Mineralien sowie auf Papier. Sie zeigt die Brüche der Sammlungen auf, aber auch und besonders ihre Kontinuität.

Die Gothaer Ausstellung ist vom 12. April bis 5. Juli 2026 zu sehen und ist ein gemeinsames Projekt der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt und der Friedenstein Stiftung Gotha. Das umfangreiche Rahmenprogramm finden Sie im Flyer oder auf der Ausstellungsseite. 

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten präsentiert dazu in der Zeit vom 12. April 2026 bis 3. Januar 2027 in den Herzoglichen Gemächern im Nordflügel eine flankierende Ausstellung. Mittels beleuchteter Stelen wird darin ein Schlaglicht auf die Hintergründe und Protagonisten der Ereignisse um 1826, vor allem Ernst I. und seine Gemahlin Luise, geworfen. Welche Auswirkung hatte die Neuaufteilung der ernestinischen Territorien insgesamt auf die Thüringische Residenzenlandschaft? Darüber hinaus werden die Räume von Herzog Ernst I. auf dem Friedenstein mit den historischen Abbildungen Ferdinand Rothbarts wieder erlebbar.

Beachten Sie außerdem auch die Veranstaltungen in Coburg.