Katholisch-Theologische Fakultät SPF Religion. Gesellschaft. Weltbeziehung.

Reflexive Radikalisierung: Eine Wissenssoziologische Diskursanalyse radikalisierter Verlustdiskurse am Beispiel des Islamismus und des Rechtsextremismus in Deutschland (2010–2026+)

Dieses Forschungsprojekt untersucht das Phänomen der„reflexiven Radikalisierung”, also die Frage, wie sich islamistische und rechtsextreme Gruppen in Deutschland aufeinander beziehen und sich dabei gegenseitig radikalisieren. Betrachtet wird dabei der Zeitraum von 2010 bis 2026 und darüber hinaus.

Laufzeit
09/2026 - 09/2029

Finanzierung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) :
385 000 Euro

Projektleitung

Dr. Youssef Dennaoui
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Fundamentaltheologie (Katholisch-Theologische Fakultät)

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Beobachtung, dass beide Lager – islamistische und rechtsextreme Gruppen – ihre Weltsicht auf ein Gefühl des Verlusts gründen: Sie sehen sich als Verteidiger von etwas, das ihnen genommen wird oder bereits genommen wurde. Zudem deuten sie das jeweils andere Lager als Ursache dieses Verlusts. Das Projekt rekonstruiert diese wechselseitigen Bezugnahmen als „Verlustkämpfe” und vergleicht ihre Folgen. Die zentrale Frage lautet: Wie und unter welchen Bedingungen beziehen sich radikalisierte Diskurse aufeinander, und wann führt das zu reflexiver Radikalisierung?

Zur Beantwortung kombiniert das Projekt zwei Methoden:

  • Wissenssoziologische Diskursanalyse (WDA): Sie untersucht, wie Deutungen und Wissensbestände in öffentlichen Debatten entstehen und wirken.
  • Samplingverfahren der Grounded-Theory-Methodologie (GTM): Sie hilft dabei, die Datengrundlage schrittweise nach theoretischen Kriterien auszuwählen.

Auf dieser Basis wird rund um Debatten, die sich auf den Islam beziehen, ein Datenkorpus zusammengestellt, der anschließend im Detail analysiert wird.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website der Professur für Fundamentaltheologie.