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Franz-Emanuel-Weinert-Preis für Prof. Dr. Cornelia Betsch

Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation und Direktorin des Institute for Planetary Health Behaviour an der Universität Erfurt, wird von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) mit dem Franz-Emanuel-Weinert-Preis geehrt. Damit würdigt die DGPs ihre herausragenden wissenschaftlichen Beiträge zum Verständnis menschlicher Urteils- und Entscheidungsprozesse im Kontext von Gesundheits- und Nachhaltigkeitsverhalten sowie ihr außergewöhnliches Engagement für eine evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation im Bereich der planetaren Gesundheit. Der Preis wird im Rahmen des DGPs-Kongresses am 7. September 2026 in Luxemburg verliehen.

Prof. Dr. Cornelia Betsch

„Cornelia Betsch verbindet exzellente Forschung mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Ihre Arbeiten tragen wesentlich dazu bei, menschliches Entscheidungsverhalten besser zu verstehen und wissenschaftliche Erkenntnisse für Politik, Praxis und Öffentlichkeit nutzbar zu machen“, betont DGPs-Präsidentin Eva-Lotta Brakemeier. 

Im Mittelpunkt der Forschung von Prof. Dr. Cornelia Betsch steht die Frage, wie Menschen im Kontext von Gesundheit und Nachhaltigkeit Entscheidungen treffen und wie individuelles Verhalten durch soziale und institutionelle Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Auf dieser Grundlage entwickelt sie evidenzbasierte Interventionen, die Menschen dabei unterstützen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Aus Sicht der Jury und des DGPs-Vorstands ist insbesondere ihre international wegweisende Forschung zu Impfentscheidungen hervorzuheben. Die von Cornelia Betsch und ihrem Team entwickelten Modelle und Messinstrumente zum Verständnis von Impfverhalten zählen heute weltweit zu den führenden wissenschaftlichen Werkzeugen und werden unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Gesundheitskommunikation eingesetzt.

In den vergangenen Jahren hat die Psychologin ihre Forschung konsequent auf weitere Fragen der Planetaren Gesundheit ausgeweitet. So untersucht sie unter anderem, wie der verantwortungsvolle Einsatz von Antibiotika gestärkt und klimafreundliches Verhalten wirksam gefördert werden kann. Ihr Einfluss reicht weit über den akademischen Kontext hinaus: Als gefragte Expertin für Medien und Politik engagiert sie sich in besonderer Weise für Wissenschaftskommunikation und den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Ihre Expertise bringt sie in zahlreichen hochrangigen Gremien ein, darunter im Corona-Expert*innenrat der Bundesregierung, in verschiedenen Technical Advisory Groups der WHO Europa sowie seit 2024 im Deutschen Ethikrat. Zudem vermittelt sie komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge regelmäßig in führenden Print- und TV-Medien verständlich einer breiten Öffentlichkeit. 

DGPs-Präsidentin Eva-Lotta Brakemeier: „Mit ihrer Forschung, ihrem Engagement für evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation und ihrem erfolgreichen Transfer psychologischer Erkenntnisse in Gesellschaft und Politik steht Cornelia Betsch beispielhaft für eine Psychologie, die wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Wirksamkeit verbindet. Damit ist sie eine überaus würdige Trägerin des Franz-Emanuel-Weinert-Preises.“

Die Preisträgerin:

Cornelia Betsch ist Direktorin des Institutes for Planetary Health Behaviour an der Universität Erfurt, an dem aus interdisziplinärer sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Perspektive ein Blick auf Klimagesundheit und die Klimakrise geworfen wird. Betsch ist Psychologin und Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt. Außerdem leitet sie die Arbeitsgruppe Gesundheitskommunikation am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg. Sie forscht zu gesundheits- und klimagesundem Verhalten, z.B. zur Handlungsbereitschaft gegen die Klimakrise, zum umsichtigen Gebrauch von Antibiotika und zum Impfverhalten. Dabei weitet sie auch den Blick auf andere Kontinente, z.B. in ihrer Forschung zum umsichtigen Gebrauch von Antibiotika oder zu Impfverhalten in verschiedenen afrikanischen Ländern. Während der Corona-Pandemie initiierte sie das COVID-19 Snapshot Monitoring (COSMO), das weltweit in über 40 Ländern auf Empfehlung der WHO adaptiert wurde; und anschließend die Planetary Health Action Survey (PACE). Mit diesen groß angelegten Studien werden regelmäßig Erkenntnisse zu Wissen, Risikowahrnehmung, Schutzverhalten und Vertrauen der Menschen zu den jeweiligen Krisen gewonnen, die in Gesellschaft und Politik zum Diskurs beitragen. Betsch hat 2017 den deutschlandweit ersten Master-Studiengang Gesundheitskommunikation ins Leben gerufen und ist dort seither für die Grundlagen der Gesundheitskommunikation und die Methodenausbildung verantwortlich. 2021 wurde sie mit dem Deutschen Psychologiepreis und 2022 mit dem Thüringer Forschungspreis ausgezeichnet. Betsch war Mitglied des Corona-Expert*innenrats des Bundeskanzleramts. Aktuell ist sie Mitglied des Deutschen Ethikrats und des Thüringer Beirats für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Außerdem ist sie im wissenschaftlichen Beirat des Science Media Centers Germany. Am BNITM hat sie das WHO Collaborating Center zu Behavioural Research in Global Health (BRIGHT) etabliert, an dem sie mit ihrem Team die WHO bei ihrer Arbeit unterstützt, mit sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen Gesundheit für alle besser zu machen. Ihre Forschungsarbeit wird von unabhängigen Forschungsförderorganisationen, Ministerien und Stiftungen finanziert.

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