SPF Wissen. Räume. Medien. Staatswissenschaftliche Fakultät

Triggering Democratic Frustration: Understanding and Countering Strategic Polarisation on Digital Platforms

Digitale Plattformen wie TikTok und YouTube prägen zunehmend die politische Meinungsbildung und öffentliche Debatten. Gleichzeitig können strategisch verbreitete, algorithmisch verstärkte polarisierende Inhalte demokratische Frustration fördern und das Vertrauen in demokratische Institutionen beeinträchtigen. Das Projekt „Triggering Democratic Frustration“ untersucht, wie strategische Polarisisierung auf digitalen Plattformen entsteht, welche Rolle Plattformalgorithmen bei der Verbreitung polarisierender Inhalte spielen und wie sich deren Rezeption auf demokratische Einstellungen auswirkt. Mithilfe neuer Datenzugangsrechte nach Artikel 40 des Digital Services Act (DSA), computergestützter Analysen von Plattformdaten sowie Bevölkerungsbefragungen werden erstmals tatsächliche Nutzer*innen-Expositionen mit politischen Einstellungen verknüpft. Ziel ist es, die Mechanismen strategischer Polarisierung besser zu verstehen und wissenschaftlich fundierte Strategien zu ihrer Eindämmung zu entwickeln.

Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Demokratieforschung, Plattformregulierung und politischen Bildung. Es entwickelt neue methodische Ansätze für die Analyse algorithmischer Dynamiken auf digitalen Plattformen, liefert evidenzbasierte Empfehlungen für Politik und Plattformregulierung und überführt die Ergebnisse gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partner*innen in digitale Lernmodule, Workshops und weitere Bildungsangebote. Auf diese Weise trägt das Projekt dazu bei, Medien- und Demokratiekompetenz zu stärken und die gesellschaftliche Resilienz gegenüber strategischer Polarisierung nachhaltig zu fördern.

Laufzeit
09/2026 - 08/2031

Finanzierung
VolkswagenStiftung :
192 225 Euro

Projektleitung

Prof. Dr. Thorsten Thiel
Inhaber der Professur für Demokratieförderung und Digitalpolitik (Staatswissenschaftliche Fakultät)

Das Verbundprojekt „Triggering Democratic Frustration: Understanding and Countering Strategic Polarisation on Digital Platforms“ wird vom Weizenbaum-Institut koordiniert und gemeinsam mit der Universität Erfurt, der Gesellschaft für Freiheitsrechte sowie der Initiative „Wir sind der Osten“ durchgeführt. Darüber hinaus ist die Universität Amsterdam als wissenschaftlicher Partner beteiligt. An der Universität Erfurt wird das Projekt von Prof. Dr. Thorsten Thiel, Professor für Demokratieförderung und Digitalpolitik, geleitet. Die Gesamtkoordination liegt bei Dr. Jakob Ohme (Weizenbaum-Institut); weitere Projektpartner*innen sind Prof. Dr. Ulrike Klinger (Universität Amsterdam), Dr. Simone Ruf (Gesellschaft für Freiheitsrechte) und Melanie Stein (Wir sind der Osten). Das Gesamtvolumen der Förderung durch die VolkswagenStiftung beträgt rund 1,4 Millionen Euro.

Newsbeitrag: Neues Forschungsprojekt zur strategischen Polarisierung auf digitalen Plattformen