Laufzeit
03/2026
- 02/2029
Finanzierung
Thüringer Aufbaubank
Vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Kolonialgeschichte untersucht das Projekt, wie der Gothaer Kartenverlag Justus Perthes im 19. und 20. Jahrhundert Wissen aus kolonialen Eroberungs- und Aneignungskontexten verarbeitete und im Rahmen spezifischer geschäftlicher Strategien – etwa durch Karten zu Rohstoffvorkommen – für unterschiedliche Zielgruppen wie Handelshäuser, Reedereien oder Bildungseinrichtungen nutzbar machte.
Eine zentrale Grundlage bildet die weltweit einzigartige Sammlung Perthes, die nicht nur Kartenbestände, sondern auch deren Entstehungsprozesse, Vertriebswege und teilweise Rezeption dokumentiert und damit seltene Einblicke in ökonomische Dynamiken wie Markterfolg, Produktstrategien und Distributionsreichweiten ermöglicht. Das Projekt verknüpft diese unternehmens- und wirtschaftshistorischen Perspektiven systematisch mit der Frage nach der Herausbildung kolonialer Wissenskulturen in Europa und leistet so einen Beitrag zur Erforschung der Verflechtung von Kartografie, Ökonomie und kolonialer Wissensproduktion.
Das Forschungsprojekt wird vom Forschungskolleg Transkulturelle Studien/Sammlung Perthes durchgeführt, geleitet wird es von Prof. Dr. Christiane Kuller, Inhaberin der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik, Dr. Iris Schröder, Sprecherin des Forschungsprojekts und Inhaberin der Professur für Globalgeschichte, sowie PD Dr. Felix Schürmann, wissenschaftlicher Koordinator und Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Kolonialgeschichte am Historischen Museum Frankfurt am Main. Beteiligte Wissenschaftler*innen sind: Prof. Dr. Anna Neovesky, Dr. Florian Wagner und Dr. Petra Weigel.
Die Thüringer Aufbaubank fördert das Projekt bis Februar 2029.
News: Forschungsprojekt „Perthes kolonial“ gestartet