Willy Brandt School of Public Policy, Forschung

Political Violence and Democracy: The De-exceptionalisation of the Global North

Datum
18. Feb. 2027, 18:15 Uhr - 19:45 Uhr
Veranstaltungsort
Rathausfestsaal
Reihe
Ringvorlesung "Krieg und Frieden"
Veranstalter
Stadt Erfurt zusammen mit den Erfurt Hochschulen
Referent(en)
Dr. Alejandra del Pilar Ortiz-Ayala und Dr. Siddharth Tripathi (Universität Erfurt)
Veranstaltungsart
Vortrag
Veranstaltungssprache(n)
Englisch
Publikum
öffentlich

Vortrag von Dr. Alejandra del Pilar Ortiz-Ayala und Dr. Siddharth Tripathi (Universität Erfurt) im Rahmen der gemeinsamen öffentlichen Ringvorlesung "Krieg und Frieden" der Stadt Erfurt und der Erfurter Hochschulen im Wintersemester 2026/27.

+++ Achtung, dieser Vortrag findet in englischer Sprache statt! +++

Warum verbinden wir politische Gewalt oft mit dem Globalen Süden und Frieden und Demokratie mit Europa? Wie prägt diese Sichtweise unser Verständnis von aktuellen gewalttätigen Konflikten? Anhand von Perspektiven und Berichten aus der eigenen Forschung untersucht der Vortrag von Dr. Alejandra Ortiz-Ayala und Dr. Siddharth Tripathi, wie Gewalt und Ausgrenzung den Alltag in Gesellschaften im Norden und im Süden prägen. Er fragt danach, wessen Sicherheit geschützt wird, wessen Erfahrungen übersehen und unsichtbar gemacht werden und wodurch Gewalt akzeptiert und normalisiert wird. Aus dekolonialer bzw. postkolonialer Perspektive bringen die Referenten Erfahrungen aus dem Globalen Norden und Süden in den Diskurs ein und stellen zugleich die Annahme in Frage, dass Europa von der politischen Gewalt, die anderswo erlebt wird, nicht betroffen ist. Ihr Vortrag ist eine Einladung darüber nachzudenken, was europäische Gesellschaften von Menschen lernen können, die mit politischer Gewalt konfrontiert waren und sich für den Frieden eingesetzt haben – und wie diese Erkenntnisse uns helfen können, die Aushöhlung der Demokratie in Europa und der heutigen Welt zu verstehen und ihr entgegenzuwirken.

Die Referenten:
Alejandra Ortiz-Ayala ist Politikwissenschaftlerin aus Kolumbien. Vor ihrer Promotion war sie mehrere Jahre als Dozentin, Forscherin und Beraterin für nationale und internationale Organisationen in Kolumbien tätig. Ihr derzeitiges akademisches Forschungsinteresse umfasst vier Forschungsbereiche mit dem übergeordneten Ziel der Gewaltprävention. Als Civil War Paths Fellow ist sie Teil des Centre for the Comparative Study of Civil Wars (Zentrum für das vergleichende Studium von Bürgerkriegen) an der Sheffield Universität. Sie ist Mitglied des „Zentrums für globale Migration“ an der Otago Universität, Neuseeland, und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Politische Ökonomie und transnationale Governance (PETGOV) an der Universität Amsterdam.

Siddharth Tripathi ist Postdoc-Stipendiat in der Abteilung für Außen- und Sicherheitspolitik der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Sein Forschungsinteresse gilt der Friedens- und Konfliktforschung, den Theorien der Internationalen Beziehungen, insbesondere den Perspektiven des globalen Südens und der indischen Außenpolitik. Er war Postdoc-Stipendiat an der Willy Brandt School of Public Policy der Universität Erfurt, wo er die Legitimität von Friedensmissionen und die Verbindung zwischen externen Akteuren und informellen Machtnetzwerken in Postkonfliktgesellschaften untersuchte. In seiner Promotion an der School of International Studies, Jawaharlal Nehru University, Neu-Delhi, evaluierte er die Rolle internationaler Organisationen, insbesondere der Europäischen Union und ihrer zivilen Krisenmanagementmissionen, und ihre Rolle bei der Milderung von Konflikten. Im Rahmen seiner Forschung auf Doktoranden- und Postdoktorandenebene hat er umfangreiche Feldforschung in Afghanistan, Bosnien-Herzegowina und im Kosovo durchgeführt.

Der Eintritt zu den Vorträgen der Ringvorlesung ist frei. Wir bitten jedoch um Beachtung, dass die Zahl der Sitzplätze im Rathausfestsaal auf 180 begrenzt ist.

Ringvorlesung im Wintersemester 2026/27

Zusammen mit der Stadt laden die Erfurter Hochschulen im Wintersemester 2026/27 erneut zu einer gemeinsamen öffentlichen Ringvorlesung ein und bringen die Hochschule damit sprichwörtlich "in die Stadt". Im Mittelpunkt stehen dabei gesellschaftsrelevante Themen, die aus unterschiedlichen Fachdisziplinen heraus beleuchtet und anschließend diskutiert werden – diesmal "Krieg und Frieden".

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