Die völkerrechtsbasierte und an den Menschenrechten orientierte internationale Ordnung ist brüchig geworden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen scheint auf absehbare Zeit blockiert. Mit der Aushöhlung des Gewaltverbots und angedrohten oder vollzogenen Gebietseroberungen durch China (etwa im Südchinesischen Meer), Russland (Ukraine) und den USA (Gaza, Grönland, Kanada) werden die zwei zentralen Grundsätze der UN-Charta und des Völkerrechts angegriffen. Wie ist in einer solchen Weltunordnung eine an Menschenrechten, Gerechtigkeit und Frieden orientierte Politik möglich? Kann es gelingen, einen „wertebasierten Realismus“ (Alexander Stubb) zu gestalten? Um diese Fragen wird es im Vortrag von apl. Prof. Dr. Michael Haspel gehen.
Der Referent:
Michael Haspel ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Martin-Luther-Institut und Fachverantwortlicher für Systematische Theologie an der Universität Erfurt. Er ist zugleich außerplanmäßiger Professor für Systematische Theologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. In seinen Lehrveranstaltungen ist es sein Anliegen, Studierende bei der Ausbildung eigener theologischer Urteilsfähigkeit zu unterstützen. Zentrale systematisch-theologische Themen sind dabei Gottebenbildlichkeit und Menschenwürde, Glaube und Liebe, Rechtfertigung und Gerechtigkeit, Christentum und Judentum, Sünde und Befreiung/Erlösung sowie Frieden und politische Ethik.
Schwerpunkte in Michael Haspels Forschung sind die Theologie Martin Luther Kings und der Schwarzen Abolitionisten, Kirche und Gesellschaft insbesondere in den USA und der (ehemaligen) DDR, Kirche und Rechtspopulismus, Friedensethik und Sicherheitspolitik, Ekklesiologie und Diakonik, Grundlegung der (Sozial-)Ethik sowie Ethik der Sexualität und Lebensformen.
Der Eintritt zu den Vorträgen der Ringvorlesung ist frei. Wir bitten jedoch um Beachtung, dass die Zahl der Sitzplätze im Rathausfestsaal auf 180 begrenzt ist.

