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Projekt zur Digitalisierung und Online-Präsentation der „Gothaischen Zeitung“ an der Forschungsbibliothek Gotha gestartet

An der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt hat das von der Thüringischen Staatskanzlei geförderte Projekt zur Digitalisierung und Online-Präsentation der „Gothaischen Zeitung. Gothaer neueste Nachrichten“ mit insgesamt 86.000 Seiten der Jahre 1850 bis 1918 begonnen.

Die „Gothaische Zeitung“, die in der Forschungsbibliothek Gotha einzig vollständig überliefert ist, war die langlebigste der auf dem Gebiet des Herzogtums Sachsen-Gotha- Altenburg bzw. des Gothaer Teils des Doppelherzogtums Sachsen-Coburg und Gotha erschienenen Zeitungen. Sie überdauerte mit ihrer Ausrichtung die territoriale Umstrukturierung und Neugründung der ernestinischen Herzogtümer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und reicht bis zum Ende der Fürstenherrschaft 1918. Sie spiegelt in hohem Maße den gesellschaftlichen Wandel und die Entwicklung einer der bedeutendsten Residenzen im mitteldeutschen und angrenzenden norddeutschen Raum. Sie ermöglicht – nicht zuletzt im Vergleich mit anderen Presseerzeugnissen und über einen langen Zeitraum hinweg – multiperspektivische Forschungen und neue Impulse insbesondere auf den Feldern der Sozialgeschichte, Kulturgeschichte und politischen Geschichte.

Die Digitalisate sollen auf der Instanz der Forschungsbibliothek Gotha im von der Thüringischen Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) bereitgestellten Periodika-Portal Journals@UrMEL präsentiert und mit Metadaten im Verbundkatalog K10plus und der Zeitschriftendatenbank (ZDB) erschlossen werden. Die Ergebnisse werden darüber hinaus auch in der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Europeana sowie im entstehenden nationalen Zeitungsportal und dem Digitalen Kultur- und Wissensportal Thüringen präsentiert. Für das Vorhaben liegen die Praxisregeln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Digitalisierung zu Grunde. Alle Projektergebnisse werden online frei und dauerhaft öffentlich zugänglich (Open Access) und langzeitgesichert sein.

Die Forschungsbibliothek bewahrt einen umfangreichen Bestand an in Gotha herausgegebenen und gedruckten Presseerzeugnissen. Sie demonstrieren eindrucksvoll die Rolle der thüringischen Residenzstadt als wichtiger Medienstandort des mitteldeutschen Raums vom 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Als historische Landesbibliothek des Territoriums von Sachsen-Gotha-Altenburg bzw. Sachsen-Coburg und Gotha trägt die Forschungsbibliothek Gotha besondere Verantwortung für die Sammlung von Literatur des Territoriums und zu Westthüringen. Sie unternimmt seit zehn Jahren umfangreiche Aktivitäten, um ihre großen historischen Sammlungen, zu denen auch die Sammlung historischer Literatur der Gothaer Territorien zählt, in digitaler Form für die Forschung zugänglich zu machen.

Das auf 21 Monate angelegte Projekt, in dem die Forschungsbibliothek eng mit der ThULB Jena zusammenarbeitet, wird von der Thüringischen Staatskanzlei mit rund 55.000 Euro gefördert.

Weitere Informationen / Kontakt:
Dr. Sascha Salatowsky
Tel. +49 (0) 361/737-5562
E-Mail: sascha.salatowsky@uni-erfurt.de

 

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