Warum wird die liberale Demokratie gerade in Ostdeutschland in Frage gestellt, wo die erste erfolgreiche Revolution auf deutschem Boden stattfand? Über Ostdeutschland wird gegenwärtig intensiv diskutiert, und Ilko-Sascha Kowalczuk ist eine der markantesten Stimmen dieser Debatte. Der Kampf um die Freiheit ist sein Lebensthema. Selbst in der SED-Diktatur groß geworden, hat er Standardwerke zur Geschichte der DDR und des Kommunismus vorgelegt, aber auch zur Revolution von 1989 und den Folgen der "Übernahme" der DDR durch die Bundesrepublik.
Kowalczuk möchte die Ostdeutschen aufrütteln: zu mehr aktiver Eigenverantwortung, zu einer Abkehr von der eigenen Opferrolle und zu einem Blick auf die Geschichte, bei dem die DDR nicht immer schöner wird, je länger sie her ist. Die Diktatur bleibt eine Diktatur und die Einheit eine Freiheitserfolgsgeschichte. Fakt ist: In der DDR war der Westen für viele ein Sehnsuchtsort. Doch auch die antiwestliche Propaganda der SED hatte weit zurückreichende Wurzeln. Sie wurden durch die Frustrationen des Vereinigungsprozesses verstärkt. Und sie hindern jetzt viele Ostdeutsche daran, sich die liberale Demokratie der Bundesrepublik zu eigen zu machen.
Der Vortrag beginnt um 18.15 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. Um Anmeldung unter www.thueringer-allgemeine.de/ringvorlesung wird gebeten.

