| Willy Brandt School of Public Policy

Karina Marzano erklärt Vor- und Nachteile des deutschen Lieferkettengesetzes

Die Diskussion über das neue Lieferkettengesetz ist zuletzt durch den Prozessbeginn im Falle des Dammbruchs an einer brasilianischen Eisenerzmine verstärkt in den deutschen Medien ausgetragen worden. Am 06. Oktober 2021 erläuterte Karina Marzano, ihre Einschätzung zu dem neuen Gesetz und den umweltpolitischen Folgen für deutsche Handelspartner in der Zeitschrift „Merkur“.

Brasilien Umwelt
© Charles Ricardo, Pixabay, 2021

Das Lieferkettengesetz soll für die Frage, inwieweit deutsche Unternehmen für die Bewahrungen von sozialen, ökologischen und rechtlichen Standards einen stärkeren Rahmen vorgeben. Karina Marzano stellt klar, dass Deutschland damit neben der weltweiten Verbreitung von Waren, auch über die Verbreitung von angemessenen Regeln und Gesetze in einer globalisierten Welt reden muss. Zusätzlich erklärt sie, dass diese gesetzliche Maßnahme einen positiven Effekt für die Transparenz und Sorgfaltspflicht von deutschen Unternehmen haben kann. Nichtsdestotrotz bleiben aber auch nach der Verabschiedung dieses Gesetzes noch einige Unklarheiten und Lücken bestehen. Besonders der Schutz von Artenvielfalt und weitere „Handlungen, die den Klimawandel befeuern“ seien wie z.B. in Brasilien in der großen Fleisch- und Sojaindustrie nicht adäquat im Gesetz berücksichtigt. Deutsche Unternehmen beteiligen sich im Fall der brasilianischen Fleischindustrie zum Beispiel durch die Lieferung von Pestiziden, welche oftmals innerhalb der EU verboten, in Brasilien allerdings zulässig sind. Karina Marzano stellt im Interview klar, dass in diesem Bereich noch eine Nachbesserung am Gesetz notwendig sei.