„Let’s talk about sex!“

ZuMUTung?! Menschen mit geistiger Behinderung und Sexualität. Ein Buch, welches als Gemeinschaftsprojekt von Lehrenden und Studierenden entstanden ist und für ein Mehr an Mut in Richtung Enttabuisierung plädiert.

 

Lochner, S. (Hrsg.) & Goll, H. (Hrsg.) (2021). Lasst uns über Sex sprechen. Stiftung Rehabilitationszentrum Berlin-Ost: Berlin.

„Lasst uns über Sex sprechen“ – so haben wir dieses Buch genannt, um sechs recht unterschiedlichen Übersichtsreferaten einen übergreifenden inhaltlichen Rahmen zu geben. Sexualität in ihren unterschiedlichen Facetten und Menschen mit geistiger Behinderung in ihren individuellen Bedürfnissen und Bedarfen stehen dabei im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Betrachtung. In diesem Dialog übernehmen Leichte Sprache und anschauliche Materialien häufig eine zentrale Vermittlerrolle. Dabei konzentrieren sich die Beiträge auf drei thematische Blöcke: „Aufklärung und Vorsorge“, „Identität und Partnersuche“ sowie „Schwanger- und Mutterschaft“. Bei den einzelnen Beiträgen handelt es sich um stark überarbeitete Fassungen akademischer Qualifikationsarbeiten im Bereich geistige und mehrfache Behinderung am Fachgebiet Sonder- und Sozialpädagogik der Universität Erfurt. Daher bilden die einzelnen Beiträge auf der Basis von Bachelor- und Master-Arbeiten z.T. auch unterschiedliche Anspruchsniveaus der wissenschaftlichen Auseinandersetzung ab. Alle Arbeiten entstanden unter der Leitung von Susanne Lochner als Erstbetreuerin. Sie war auch federführend bei der Planung und Realisation dieses Buchprojektes. Als Herausgeber haben wir der Versuchung widerstanden, die unterschiedlichen Themenbeiträge zu vereinheitlichen, stilistisch zu „frisieren“ und damit „über einen Kamm zu scheren“, um den etablierten Gepflogenheiten einer formalisierten Wissenschaftskultur zu genügen. Die Gestaltungshoheit über die Texte befand sich durchgehend in den Händen der Autorinnen. Eine zentrale Herausforderung für die Autorinnen lag vielfach darin, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und z.B. eine 80-seitige Master-Arbeit auf 10 Seiten zu kürzen. Und all dies, nachdem man doch gerade so glücklich war, mit der Einreichung der fertigen Exemplare den zermürbenden Prozess der Erstellung einer Bachelor- oder Master-Arbeit endlich abgeschlossen zu haben. Wir freuen uns sehr, dass die Autorinnen die Mühen auf sich genommen haben, sich dieser Herausforderung zu stellen und ihr bereits abgeschlossenes Werk für die Publikation neu aufzubereiten. Zudem bewundern wir den Mut dieser jungen Absolventinnen unserer Studiengänge für den Bachelor „Förderpädagogik“ und den Master „Sonder- und Integrationspädagogik“, sich mit ihren Gedanken und Ideen der wissenschaftlichen Diskussion zu stellen.
Susanne Lochner und Harald Goll

Verfasser*in/Ansprechpartner*in

Akademische Rätin a.Z. im Arbeitsbereich Inklusive Pädagogik / Mehrfache Behinderung / Unterstützte Kommunikation
(Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Mitarbeitergebäude 2 / Raum 112
Inhaber der Professur für Inklusive Bildungsprozesse bei geistiger und mehrfacher Behinderung
(Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Mitarbeitergebäude 2 / Raum 112a