Neue Publikation am Historischen Seminar: "Verbindung halten. (Post)kommunikation unter schwierigen Verhältnissen"

In der Reihe „Post – Wert – Zeichen“ hat René Smolarski von der Universität Erfurt soeben einen neuen Band unter dem Titel "Verbindung halten" herausgegeben. Darin geht es um (Post)kommunikation unter schwierigen Verhältnissen.

1982 stellte der damalige Bundespostminister Kurt Gscheidle in einem Porträt über die Bundespost fest, dass die Post zwar lebensnotwendig, doch für die meisten Menschen uninteressant sei. Diese Feststellung lässt sich auch auf das bisherige Interesse der Geschichtswissenschaft an diesem Thema übertragen. Viele Analysen zur Postgeschichte stammen vor allem aus der außeruniversitären Philatelie. In der Geschichtswissenschaft gelten Philatelie und Postgeschichte hingegen als randständig. Dieser Band betrachtet die besondere Bedeutung der Post(kommunikation) aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive. Denn mit der Post, so auch Gscheidle, hätten doch fast alle Bürgerinnen und Bürger jeden Tag zu tun. Das hochkomplexe Konstrukt Post würden die Leute jedoch nur wahrnehmen, wenn es mit all seinen Wechselbeziehungen in seiner Funktion gestört wäre.

René Smolarski (Hrsg.)
Verbindung halten
(Post)kommunikation unter schwierigen Verhältnissen
(Reihe „Post – Wert – Zeichen“) // open access
Vandenhoek & Ruprecht, 2020
ISBN: 978-3-8471-0937-2
513 Seiten

Hintergrund der Reihe

Hintergrund der Reihe „Post – Wert – Zeichen“
Postwertzeichen ist die amtliche Bezeichnung für die Quittungen der entrichteten Postgebühren, deren prominenteste wohl die Briefmarke darstellt. Historisch sind diese nicht nur mit der Wirtschaftsgeschichte eng verbunden, sondern als Bildprogramme auch Kommunikationsmittel, als zusätzliche Spendenabgaben Teil der Sozialgeschichte, als Sammelstücke ein Element in der Mentalitätsgeschichte und nicht zuletzt als massenkommunikative Zeitzeugnisse auch von didaktischem Wert; kurz: Postwertzeichen erschließen sich nur in einem multiperspektivischen und interdisziplinären Zugang. Die Reihe nimmt diese Multiperspektivität zum Anlass und erweitert den Gegenstandsbereich weit über die Briefmarke hinaus. Die dem Begriff Post zugeordneten umfassenderen Gegenstände von Postgeschichte und Philatelie stehen im Mittelpunkt der Reihe, die sich unter den Stichworten Wert und Zeichen jeweils spezifischen Fragerichtungen zuwendet. Mit dem ersten Begriff werden Annäherungen assoziiert, die beispielsweise den sammlungsbezogenen, wie auch den identitätsstiftenden Wert der postalischen Tele-Kommunikation evaluiert, aber auch den ökonomietheoretischen und wirtschaftsgeschichtlichen, den sozialgeschichtlichen und sozialphilosophischen, und nicht zuletzt den didaktischen Wert in der Schulausbildung erörtert. Mit dem Stichwort Zeichen werden die kommunikations- und medienwissenschaftlichen Zugänge betont, die semiotischen Analysen und rhetorischen Prozessbeschreibungen, Fragen des Designs, der Ikonografie und auch des kunstwissenschaftlichen Bilddiskurses.