| Campus Gotha, Forschungsbibliothek Gotha, SPF Wissen. Räume. Medien., Forschung, Hochschule

Spannende Neuerwerbungen in der Forschungsbibliothek Gotha

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt konnte in den vergangenen Wochen spannende Neuerwerbungen verzeichnen. Darunter befinden sich Handschriften und historische Drucke.

Für den Bereich der europäischen Handschriften kamen ein Gebetbuch des 18. Jahrhunderts (Schenkung Prof. Dr. Christoph Bultmann, Universität Erfurt) sowie ein Brief von Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg neu in den Bestand. Der Brief gibt Auskunft über die positive Einstellung des Herzogs zur Ausbildung des schulischen Nachwuchses sowie über die Bereitschaft, das Gehalt eines weiteren Lehrers am Gothaer Gymnasium aus der herzoglichen Rentkammer zu bezahlen.

Ferner konnte ein bedeutendes Dokument zur Geschichte der Astronomie erworben werden. Es handelt sich um ein Dekret von Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772–1822) zur Ernennung des Astronomen Friedrich Bernhard Gottfried Nicolai (1793–1846), eines Schülers von Carl Friedrich Gauß, zum Professor. Schließlich hat die Forschungsbibliothek für den Bereich der orientalischen Handschriften zwei arabische Handschriften erworben, eine hanafitische juristische Abhandlung, kopiert im 16. Jahrhundert, und ein Werk mit christlichen Predigten, vermutlich im 17. Jahrhundert kopiert.

Auf den Herbstauktionen konnten Kriegsverluste in den Sachgruppen Numismatik und Theologie ersetzt werden. So wurde der von 1756 bis 1759 in nur 200 Exemplaren gedruckte monumentale Katalog der Gold- und Silbermünzen des kaiserlichen Münzkabinetts in Wien von Valentin Jamery Duval wieder im Original beschafft. Matthias Hoe von Hoeneggs „Des Evangelischen Aug-Apffels/ Oder Der wahren/ reinen/ unveränderten Augspurgischen Confession Vertheidigung“ von 1673 besaß die herzogliche Bibliothek in zwei Exemplaren. Im 19. Jahrhundert wurde das Exemplar mit dem Supralibros von Friedrich III. ausgeschieden. Das behaltene Exemplar kehrte jedoch 1956 nicht aus Russland zurück. So ist es ein besonderer Glücksfall, dass nun das einst ausgeschiedene Exemplar aus der Bibliothek Friedrichs III. als Ersatz ersteigert werden konnte. Von den kriegsbedingten Verlusten sind bereits rund 1.500 Exemplare im Rahmen der Retrokatalogisierung erfasst worden und im OPAC recherchierbar.