Vortrag: Stadtplanung in Zeiten konfessioneller Spannung: Lyon im 16. Jahrhundert

Vortrag im Rahmen der der Vorlesungsreihe "Religion und Urbanität in Zeit und Raum".

Hörsaal 2 (KIZ) oder online, auf dem YouTube-Kanal der Uni Erfurt.

 

Die Kollegforschungsgruppe "Religion und Urbanität" an der Universität Erfurt lädt im Wintersemester 2020/21 zu einer Vorlesungsreihe von Dr. Dr. Emiliano R. Urciuoli (Max Weber Kolleg | KFG "Religion and Urbanity") unter dem Titel "Religion und Urbanität in Zeit und Raum" ein. 

Religion und Urbanität sind weltweit weit verbreitete und seit langem etablierte Strategien für den Umgang mit und die Förderung von menschlicher Sozialität. In einer Welt, in der mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Städten lebt und Religion weit davon entfernt ist, zu verschwinden oder ins Private verbannt zu werden, ist die Frage, wie sie historisch miteinander verflochten sind, ein kritisches Thema, das noch einer weiteren und genaueren Untersuchung bedarf. Die Vortragsreihe, die als gut sortierte und konsistente Vortragsreihe mit 15 Vorträgen geplant ist, stellt solche Zusammenhänge anhand konkreter Beispiele mediterraner, nordeuropäischer, nordamerikanischer und asiatischer Städte von der Entstehung des Urbanismus bis zur Gegenwart vor.

Hinweise zum Ablauf:
Die Vorträge finden jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr auf dem Campus der Universität Erfurt in Hörsaal 2 (KIZ), statt. Die persönliche Teilnahme ist Corona-bedingt begrenzt. Die Vorträge werden deshalb zusätzlich auf dem Youtube-Kanal Uni Erfurt Livelive übertragen.

Am Dienstag, 02. Februar 2021, um 18 Uhr, hält Prof. Dr. Susanne Rau (Max-Weber-Kolleg, Universität Erfurt) den Vortrag “Stadtplanung in Zeiten konfessioneller Spannung: Lyon im 16. Jahrhundert” im Rahmen der Ringvorlesung der Kollegforschungsgruppe „Religion und Urbanität: Wechselseitige Formierungen".

Die europäischen Städte waren am Beginn der Neuzeit mit einer Reihe religiöser Konflikte konfrontiert, die nur teilweise friedlich beigelegt werden konnten. Manch eine Stadt wurde von einem Teil der Bürger_innen verlassen oder konnte einer (partiellen) Zerstörung nicht entgehen. Der Vortrag befasst sich mit der als wichtigem Handels- und Finanzplatz Europas bekannten ostfranzösischen Stadt Lyon, die in den Jahren 1562-63 von protestantischen Truppen besetzt wurde. Der Beitrag beschäftigt sich nicht nur mit den innerstädtischen Zerstörungen, die die Stadt im Zuge der religiösen und bürgerkriegsähnlichen Konflikte erleiden musste, sondern auch mit der Frage, wie städtebauliche Veränderungen in dieser Zeit möglich waren. Dazu ist auch ein Blick in die städtebaulichen Projekte der italienischen Renaissance wichtig. Jenseits von baulichen Veränderungen an und in den Häusern einzelner reicher Notabeln war eine regelrechte Stadtplanungspolitik in einer französischen Stadt damals im Grunde nicht möglich. Dem standen Eigentums- und Pachtverhältnisse, drohende, exorbitant hohe Entschädigungszahlungen sowie die notwendige Genehmigung eines Stadtherrn (Bischof oder König) gegenüber. Weshalb einige städtebaulichen Veränderungen in der kurzen Zeit der protestantischen Besetzung dennoch möglich waren (und welche dies waren), soll im Rahmen dieses Vortrags gezeigt werden. Zudem interessiert die Kollegforschungsgruppe, ob diese baulichen Veränderungen in der Stadt ursächlich mit den religiösen Konflikten zusammenhingen und welche religiösen Infrastrukturen in dieser Zeit verändert wurden.

 

Veranstaltungsort: Hörsaal 2 sowie online

Reihe: Ringvorlesung: Religion und Urbanität in Zeit und Raum / Religion and Urbanity Across Time and Space

Veranstalter: Kollegforschungsgruppe "Religion und Urbanität" (Max-Weber-Kolleg)

Referent(en)Prof. Dr. Susanne Rau (Max-Weber-Kolleg | KFG "Religion and Urbanity")

Veranstaltungsart: Vortrag

Publikum: öffentlich

Die Ringvorlesung kann über YouTube angesehen werden, auch über die eigentliche Vortragszeit hinaus: https://www.youtube.com/channel/UCOPtUc8j_KkyMLwr1NCbRbQ

Programmübersicht

Zur Ringvorlesung