Die Veranstaltungsreihe, die bereits zum vierten Mal stattgefunden hat und sich an Studierende aller Fakultäten richtete, thematisierte vor allem die Verknüpfung zwischen sozialer Teilhabe und Nachhaltigkeit und fragte: Wie können diese Aspekte in Thüringen gemeinsam gedacht und gestärkt werden? Beteiligt waren Professor*innen von insgesamt sechs Thüringer Hochschulen.
Das Abschlusspodium mit Tine Wemheuer von der FH Erfurt, Sophia Schröter von der BUNDjugend Thüringen, Christian Prechtl vom Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten, Prof. Dr. Matthias Gather vom Nachhaltigkeitsbeirat Thüringen und Stephan Panhans vom Paritätische Wohlfahrtsverband – Landesverband Thüringen wurde von Prof. Dr. Viola Muster (FH Erfurt) moderiert und machte noch einmal deutlich, dass nachhaltige Entwicklung ohne soziale Teilhabe kaum erreichbar ist. Dabei wurde kritisch herausgestellt, dass die Perspektiven von Menschen mit geringem Einkommen oder Beeinträchtigungen oft vernachlässigt würden, insbesondere in den Handlungsfeldern Energie und Mobilität. So wurde beispielsweise die "unsichtbare" Energiearmut thematisiert, die Betroffene stark beeinträchtige, jedoch in politischen Diskussionen häufig unterrepräsentiert bleibe. Einigkeit bestand indes darüber, dass die Förderung von Teilhabe und sozialer Gerechtigkeit zentrale Elemente nachhaltiger Politik sein müssen. Dies erfordere eine stärkere Berücksichtigung der verschiedenen Lebensrealitäten. Eine Kontroverse gabe es dagegen bei der Frage, wie diese Ziele angesichts knapper öffentlicher Finanzen verwirklicht werden können. Als Beispiel für die Herausforderungen der Kostenverteilung und möglicher Mitnahmeeffekte wurde hier das Deutschlandticket diskutiert.
Die nächste Ringvorlesung zum Thema "Nachhaltige Entwicklung" ist für das Wintersemester 2026/27 geplant.

