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Nachhaltigkeit kreativ erleben: Ein Praxisprojekt auf dem fairen Adventsmarkt in Erfurt

„Mit Praxisprojekten die Welt verbessern“ – das war das Ziel eines Seminars im Studium Fundamentale „Nachhaltigkeit“ im Wintersemester an der Universität Erfurt. Um es nicht bei theoretischen Erkenntnissen zu belassen, sondern ganz konkrete praktische Erfahrungen zu sammeln, und vor allem im Sinne der „Service Learning“-Idee auch andere daran teilhaben zu lassen, beteiligten sich die Studierenden im November am fairen Adventsmarkt in der Barfüßerruine. Jasmin Kämmler, Sarah Pätzold und Emily Helm waren dabei und berichten hier von ihren Erfahrungen:

Wie kann Nachhaltigkeit für Kinder erlebbar werden? Dieser Frage widmete sich unser Praxisprojekt im Rahmen des Nachhaltigkeitsseminars, das wir gemeinsam mit „Öko + fair vor Ort“, einem Arbeitskreis der katholischen Innenstadt-Pfarrei St. Laurentius, der sich um die Gestaltung des Kirchortes nach ökologischen und
fairen Kriterien bemüht, umgesetzt haben. Ziel des Projekts war es, das Thema Nachhaltigkeit leicht zugänglich und kreativ zu vermitteln. Kinder sollten spielerisch lernen, dass aus vermeintlichem Abfall neue Dinge entstehen können. Gleichzeitig wollten wir Eltern für nachhaltiges Handeln sensibilisieren und ihre Einstellungen zum Thema erfassen.

Das Projekt vereinte ökologische, soziale und bildungsbezogene Nachhaltigkeit. Durch das Basteln von Weihnachtsschmuck aus Korken und leeren Klopapierrollen wurde Ressourcenschonung konkret erfahrbar. Der offene Austausch mit Familien förderte soziale Teilhabe und Bewusstseinsbildung. Bildungsaspekte standen im Zentrum, da Lernen durch aktives Tun und Reflexion ermöglicht wurde.

Gemeinsam mit unserem Praxispartner gestalteten wir am 29. November 2025 einen interaktiven Stand auf dem fairen Adventsmarkt in der Barfüßerruine. Wir entwickelten Bastelideen, sammelten geeignet Materialien und planten die Umsetzung vor Ort. Wir erklärten kindgerecht die Hintergründe von Nachhaltigkeit, führten Gespräche mit Eltern und unterstützten die Kinder bei der Gestaltung des Weihnachtsschmucks. Darüber hinaus verteilten wir von uns erstellte Fragebögen, anhand derer wir Einstellungen zu Nachhaltigkeit im Familienalltag erfassen wollten.

Die Rückmeldungen der Kinder waren sehr positiv: Sie wollten ihre selbst gestaltete Dekoration zu Hause aufhängen und waren überrascht, dass es gar nicht so schwer ist, aus bereits vorhandenem Material etwas Schönes und Individuelles zu gestalten. Auch die Antworten in den Fragebögen der Eltern und Kinder zeigten, dass nachhaltiges Handeln zunehmend wahrgenommen wird: Viele gaben an, dass man nicht so viel konsumieren oder kaufen sollte, sondern Dinge lieber mehrfach verwenden, weiterverwerten oder upcyceln kann. Zudem wurde das Thema Generationengerechtigkeit deutlich, da Familien betonten, dass bewusstes Handeln
heute auch den nachfolgenden Generationen zugutekommt. Insgesamt zeigte sich, dass kreative Mitmachangebote ein wirksamer Zugang sind, um Nachhaltigkeit anschaulich, generationenübergreifend und alltagsnah erlebbar zu machen.

Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) hat das Projekt Gestaltungskompetenz, kritisches Denken, Perspektivenwechsel und Verantwortungsbewusstsein gefördert. Für zukünftige Projekte bietet sich an, noch weitere Mitmachformate zu entwickeln, denn Nachhaltigkeit beginnt im Alltag – und jeder kann dazu beitragen.

Text: Jasmin Kämmler, Sarah Pätzold und Emily Helm (Teilnehmerinnen am StuFu-Seminar) // Fotos: Emily Helm

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