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„ICF! – Inclusion and Collaboration for the Future!“: Neuer Selbstlernkurs für die praktische Arbeit

Lehrende zusammenzuführen, die gemeinsam an der Weiterentwicklung von Lernen, Lehren und Prüfen arbeiten möchten – das ist das Ziel der sogenannten „Kooperative Impulsprojekte“ die das eTeach-Netzwerk Thüringen regelmäßig fördert. Damit soll die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Lehrveranstaltung und dem Curriculum eines Studiengangs unterstützt und zum Ausprobieren von etwas Neuem eingeladen werden. „ICF! – Inclusion and Collaboration for the Future!” von Prof. Dr. Sandra Neumann von der Universität Erfurt und Prof. Dr. Andreas Seidel von der Fachhochschule Nordhausen ist ein solches Projekt. Es wurde 2025 vom eTeach-Netzwerk gefördert – jetzt haben die beiden die Ergebnisse präsentiert.

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF; WHO, 2001) gewinnt in pädagogischen, sozialen, therapeutischen und administrativen Kontexten zunehmend an Bedeutung – gleichzeitig fehlte es bislang an praxisnahen, digitalen Lernangeboten für ihre konkrete Anwendung. Genau hier setzt das Projekt „ICF! – Inclusion and Collaboration for the Future!“ mit seinem Selbstlernkurs an. Im Rahmen dieses Kooperationsprojekts haben die Forschenden ein modulares, multimediales Selbstlernkonzept zur praktischen Arbeit mit der ICF entwickelt. Das Besondere: „ICF!“ wurde interdisziplinär und partizipativ gestaltet – gemeinsam mit Studierenden aus pädagogischen und gesundheitsbezogenen Studiengängen sowie mit Menschen mit Behinderungen (Inkluencern) und ihren Angehörigen.

Das Ergebnis:

  • ein 100% kostenfreies, digitales Selbstlernangebot zur ICF
  • praxisnahe, fallbasierte Module mit authentischem Lebensweltbezug
  • transdisziplinäre Basismodule sowie spezifische Aufbaumodule
  • vielfältige multimediale Elemente (Videos, Interviews, interaktive Szenarien)

Der Selbstlernkurs ist als Open Educational Resources (OER) unter CC BY-SA 4.0 – frei nutzbar, teilbar und anpassbar. Er umfasst fünf Basismodule, fünf Aufbaumodule sowie zwölf Module zu Fallbeispielen und ermöglicht damit eine flexible Einbindung, z. B. in interne Fortbildungen, Qualifizierungsmaßnahmen, Selbstlernangebote, die Aus- und Weiterbildung oder zur Sensibilisierung von Fachkräften in unterschiedlichen Arbeitsfeldern. 

Der Selbstlernkurs ist ab sofort online verfügbar.

Zusätzliche Learnings aus dem Projekt:

Die intensive Auseinandersetzung mit Barrierefreiheit in Lernkontexten und im Internet hatte für die Projektbeteiligten einen zusätzlichen Lerneffekt – sowohl die Auswahl der Schriftart betreffend als auch die farbliche und inhaltliche Gestaltung, die Visualisierung, Untertitelung und sprachliche Aufbereitung:

Die verwendete Schriftart Inclusive Sans orientiert sich an den Kriterien der Barrierefreiheit für Schriftarten. So werden bei Inclusive Sans beispielsweise die Buchstaben d,b, q und p nicht gespiegelt und es findet eine klare Unterscheidung zwischen l, I und 1 sowie 0 und O statt. Außerdem werden Abstände, Höhen und Längen der Buchstaben so angepasst, dass sie die bestmögliche Lesbarkeit erzielen.

Farben sind dann barrierefrei, wenn sie in der Kombination miteinander ein möglichst hohes Kontrastverhältnis aufweisen. Aus diesem Grund wurden Farben mit der gleichen Leuchtstärke verwendet, die kontrastreich zueinanderstehen. Beispielsweise steht die verwendete Schriftfarbe (#3B3561) mit der gewählten Hintergrundfarbe (#FFFFF) in einem sehr guten Kontrast von 11,24pt.

Darüber hinaus orientierten sich die Projektbeteiligten im Hinblick auf die Sprache am Ratgeber des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (https://www.bmas.de/DE/Soziales/Teilhabe-und-Inklusion/Leichte-Sprache-anwenden/leichte-sprache-anwenden.html). Die zum Projektvideos wurden durchgehend untertitelt, die Texte in leichte Sprache geschrieben bzw. mit dem Tool wortliga (https://wortliga.de/texte-umschreiben/) sprachlich vereinfacht. Dadurch soll eine möglichst hohe Verständlichkeit und Zugänglichkeit der Inhalte sichergestellt werden.

Weitere Informationen / Kontakt:

Inhaberin der Professur für Inklusive Bildungsprozesse bei Beeinträchtigungen von Sprache und Kommunikation
(Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
C03 – Lehrgebäude 1 / Raum -146
Sprechzeiten
Do, 11-12 Uhr. Termin bitte per mail absprechen.
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